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Überall auf der Welt entstehen heutzutage unternehmerische Initiativen, die gesellschaftliche Herausforderungen anpacken und neue Wege zu deren Lösungen finden. Einige dieser Lösungen werden unter dem Begriff „soziale Innovationen“ zusammengefasst. Nach unserem heutigen Verständnis bieten soziale Innovationen neue Lösungen in Form von Produkten, Dienstleistungen, Handlungsweisen, Vereinbarungen oder Modellen für die Gesellschaft. Die gefundenen Lösungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie effektiver, effizienter, nachhaltiger oder überhaupt entstanden sind und die Gesellschaft durch sie deutlich profitiert.

Beispiele sozialer Innovationen

Die Einführung der Sozialversicherung (1880´er Jahre), Aufbau und Verbreitung des Fairen Handels (seit den 1940´ern), Mikrokredite (1980´er Jahre) und Open University (Beginn der 2000 Jahre) all diese Beispiele haben das Zusammenleben der Menschen in bestimmten Fragen verändert oder bergen das Potential, dies zu tun. Diese Neuerungen bieten Lösungen für gesellschaftliche Bedürfnisse, die in dieser Form bis dahin noch nicht befriedigt werden konnten. Oder sie bieten Lösungen, wie beispielsweise die Open University, die durch technische Neuerungen entstehen und das Potential haben, die Herausforderung Zugang zu Bildung maßgeblich zu verändern.

Von der Idee zum Wachstum

Ein ständiger Knackpunkt aller sozialen Neuerungen ist die Skalierung. Kann eine Idee / ein Projekt in einem größeren Maßstab umgesetzt werden? Wie kann eine erfolgreiche Initiative ausgebaut und in andere Regionen übertragen werden? Unternehmen haben klare Wachstumsziele. Die Bildung von Prototypen, die Entwicklung vom Modell zur marktgängigen Leistung, unternehmensweite Einführung von Verhaltensregeln, sowie Geschäftsvereinbarungen entlang der Lieferkette oder innerhalb eines Sektors, sind Praktiken die Unternehmen bereits nutzen. Hier sind ganz eindeutige Ansatzpunkte für Unternehmen, die sozialen Innovationen unterstützen wollen. Denn soziale Innovationen brauchen auf lange Sicht ebenfalls tragbare Verbreitungsstrategien. Gleichzeitig können „traditionelle“ Unternehmen durch soziale Innovationen viel über aktuelle Bedürfnisse innerhalb der Gesellschaft lernen.

Im Interview: Prof. Dr. Jürgen Howaldt ist Geschäftsführer der Sozialforschungsstelle Dortmund und Professor an der TU Dortmund. In einem seiner aktuellen Forschungsprojekte SI-DRIVE widmet er sich der Erarbeitung einer Theorie zu sozialen Innovation und untersucht gemeinsam mit weltweit 24 Partnern soziale Innovationen in den Politikfeldern Bildung, Arbeitsmarkt, Umwelt und Klimawandel, Energie, Transport, Mobilität, Gesundheit, soziale Führsorge und Reduktion von Armut.

Über die hier startende Serie

An dieser Stelle erscheinen nun regelmäßig Projektnachrichten, die über die laufende Untersuchung zu der Frage: „Wie fördert unternehmerisches Handeln die Entstehung, Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen?“ informieren. Diese erste Nachricht führt in das Thema ein und hilft dadurch bei der Einordnung. Welche Rolle Unternehmen bei der Entwicklung einer sozialen Innovation, von der Idee zur Verbreitung, spielen, untersucht eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung (Erhebungszeitraum Mai 2015 bis September 2015). In dieser Studie werden europaweit zwischen 40-50 Experten interviewt. Alle Interviewpartner arbeiten an der Schnittstelle zwischen Gesellschaft, Unternehmen und Wissenschaft zu der Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft und sozialen Innovationen.

Um die komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gut zu bewältigen und insbesondere, um der enormen Veränderungsgeschwindigkeit gerecht zu werden, ist es notwendig, dass alle Akteure ob nun Unternehmen, Politik oder Zivilgesellschaft, ihre Ressourcen und ihr Know-How bündeln, gemeinsam neue soziale Handlungsweisen ausprobieren, verbessern und kontinuierlich weiterentwickeln.

Birgit Riess, Director Programm Unternehmen in der Gesellschaft, Bertelsmann Stiftung

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