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Soziale Leistungen werden in unseren Kommunen sowohl durch die Verwaltung als auch durch freie und private Träger erbracht. Dabei entstand im Laufe der Zeit ein versäultes System gegenseitiger Abhängigkeiten, das weder eine direkte Planung und Steuerung noch eine Selbststeuerung nach Marktlogik ermöglicht.

Um Bedarfe zu klären, bedarfsgerechte Angebote zu planen und effektiv und effizient umzusetzen, ist eine neue Form netzwerkartiger Zusammenarbeit und Aushandlung notwendig geworden, die weder der gegebenen Steuerungslogik der Verwaltung noch der freier Trägerorganisationen entspricht. Die Akteure stehen daher vor der Aufgabe, ihre Arbeit neu zu gestalten: Von der isolierten Entwicklung und Umsetzung ihrer Angebote zu einer wirkungsorientierten Zusammenarbeit in Netzwerken.

 In der Ausbildung der entsprechenden Professionen werden diese Kompetenzen jedoch derzeit noch nicht vermittelt. Mitarbeitende in Kommunen und bei zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen daher gesondert darauf vorbereitet werden, eine Arbeitsweise zu entwickeln, die sowohl ihrer durch Hierarchien und Zuständigkeiten geprägten Organisationsstruktur als auch der heterachischen und durch motivationsgesteuerten Arbeit im Netzwerk entspricht. Hierfür bedarf jedoch nicht nur gut ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch Führungskräfte, die Hintergründe und Abläufe der Netzwerkarbeit verstehen, Netzwerke initiieren und unterstützen und Bedarfslagen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachvollziehen können.

Aus diesem Grund haben wir uns im Rahmen unseres Projekts „Synergien vor Ort“ auf den Weg gemacht, ein Konzept entwickeln und erproben zu lassen, das diesem dualen Bedarf gerecht werden kann. Es galt dabei einen Weg zu finden, auf der einen Seite den Koordinatoren das Handwerkszeug mitzugeben, um sicher durch das unwegsame Gelände der Arbeit im Netzwerk zu schreiten und diese wirkungsvoll auf die abgestimmte Zielstellung hin zu koordinieren. Auf der anderen Seite sollten Führungskräfte ein besseres Verständnis davon erlangen, welche Rolle Sie selbst in der Entstehung und dem Erhalt von organisierten Netzwerken spielen, wie tief sie Einsteigen und wie Sie die Arbeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern können.

Das vorliegende Konzept hat sich im Rahmen der Erprobung bewährt und gezeigt, dass es dieser Aufgabe gerecht werden kann. Wir freuen uns, es hiermit nun offen zur Verfügung zu stellen und hoffen, dass es Ihnen eine Anregung geben kann, eigene Fortbildungen dieser Art durchzuführen und damit die Netzwerke in unserer Kommunen zu stärken.

Netzwerkmanagement und Netzwerkkoordination professionalisieren!

Niedersächsisches Studieninstitut bietet Fortbildung an

Öffentliche Träger wurden im Bundeskinderschutzgesetz verpflichtet, „Netzwerke Frühe Hilfen“ mit den Trägern, Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens zur frühen Förderung von Kindern aufzubauen. In weiteren Bereichen wie der Altenhilfe (Seniorenarbeit) werden ähnliche gesetzliche Vorgaben und Strukturen in naher Zukunft erwartet. 

Worin dabei die besonderen Herausforderungen liegen, wissen die Verantwortlichen und Praktiker vor Ort nur zu gut. Das Arbeiten und Wirken jenseits von ämterbezogenen Hierarchien und in enger Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden, Institutionen, Bürgern und Betroffenen ist konfliktanfällig und erfordert eine hohe Führungs-, Organisations- und Managementkompetenz. Das gilt sowohl für die Führungskräfte und Netzwerkkoordinatoren in den Kommunen als auch für die Mitarbeitenden freier Träger.

Mit dieser Auftakt- und Informationsveranstaltung beabsichtigt das NSI, die Verantwortlichen in den Kommunen und bei den freien Trägern dafür zu sensibilisieren, die immer stärker geforderte Zusammenarbeit weiter zu professionalisieren. Das NSI-Fortbildungsangebot wird deshalb zukünftig um die Themen Netzwerkmanagement (vor allem für Führungskräfte) und Netzwerkkoordination (vor allem für operative Kommunalbeschäftigte und Akteure freier Träger) ergänzt.

Hervorgegangen sind die neuen NSI-Fortbildungsangebote aus einem Projekt der Bertelsmann Stiftung. Diese hat im Rahmen ihres Projektes „Synergien vor Ort“ die Qualifizierungsangebote bereits in Niedersachsen pilothaft erprobt. Das NSI konnte von diesen Erfahrungen profitieren und im Austausch mit den am Projekt beteiligten Referenten ein Angebot mit dem Schwerpunkt für die Jugend-, Flüchtlings-, Sozial-, Behinderten- und Altenhilfe der Kommunalverwaltungen und freier Träger entwickeln.

Information zu den ergänzenden Qualifizierungsmaßnahmen entnehmen Sie bitte dem Flyer.  

Anbieter gesucht!

Die Bertelsmann Stiftung möchte das Angebot ausweiten, damit die derzeitige Nachfrage gedeckt werden kann. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie selbst Interesse haben, diese Fortbildung anzubieten.

Materialien zu den Fortbildungen zum Netzwerkmanagement

Im Folgenden finden Sie die Materialien zu den Fortbildungen zum Netzwerkmanagement. Falls Sie selbst überlegen, diese Fortbildung anzubieten, setzen Sie sich bitte mit Frau Bendicks in Verbindung.

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