Abt. ZZ
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Die Studie beleuchtet, was Netzwerkbeteiligte unter Wirkung verstehen und welche Chancen die Auseinandersetzung mit dem Thema Wirkung für lokale Netzwerke bietet.

 In der Kommune findet Zusammenarbeit vielfach in Form lokaler Netzwerke statt – ob in der Seniorenarbeit oder im Rahmen der Frühen Hilfen. Netzwerkakteure aus Kommunalverwaltung und organisierter Zivilgesellschaft sowie z.T. auch einzelne engagierte Bürger wollen durch ihr gemeinsames Wirken die Situation ihrer jeweiligen Zielgruppe verbessern – zum Beispiel durch fachlichen Austausch oder die Entwicklung gemeinsamer Produkte. Sie wollen auf diese Weise etwas vor Ort bewirken.

Doch wie relevant ist das Thema Wirkung im Alltag lokaler Netzwerke? Formulieren Netzwerkbeteiligte ihre gemeinsamen Ziele explizit und wie stellen Netzwerke sicher, dass sie bedarfsorientiert handeln?

Prof. Dr. Jörg Fischer vom Institut für kommunale Planung und Entwicklung in Erfurt hat in der vorliegenden Studie fünf Netzwerke online nach ihrem subjektiven Wirkungsverständnis befragt. Anschließend hat er die Ergebnisse mit den Netzwerkbeteiligten im Rahmen von Fokusgruppeninterviews besprochen und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen für Netzwerkkoordinatoren und -beteiligte entwickelt.

Netzwerkbeteiligte wollen sichtbare Ergebnisse produzieren, Wirkungsverständnis vom Netzwerktyp abhängig

Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen: Netzwerkbeteiligten geht es primär darum, sichtbare Ergebnisse zu produzieren. Ihr Wirkungsverständnis ist somit stark Output orientiert. Dies kann u. a. damit erklärt werden, dass die Sicherstellung ihrer finanziellen und personellen Ressourcen in der Regel nicht selbstverständlich ist. Zudem geht aus den Ergebnissen hervor, dass der Umgang mit dem Thema Wirkung abhängig vom Netzwerktyp ist, zum Beispiel ob das Netzwerk als Gruppe Angebote erstellt (Koproduktionsnetzwerk) oder seinen Zweck primär im fachlichen Austausch und der Vernetzung sieht (Kommunikationsnetzwerk). Formulieren Netzwerkbeteiligte gemeinsam Ziele, fokussieren diese regelmäßig das Erreichen sichtbarer Ergebnisse, die auch außerhalb des Netzwerks kommuniziert werden können. Als erfolgreich werten Netzwerkbeteiligte ihre Arbeit, wenn sie erfahren, dass die Zielgruppe ihre Angebote nutzt.

Die Diskussion über „gute Netzwerkarbeit“ steht noch am Anfang

Resümierend wird deutlich, dass lokale Netzwerke mittlerweile ein etabliertes Format der Zusammenarbeit in Kommunen darstellen. Jedoch steht die Frage, was „gute Netzwerkarbeit“ im Sinne einer wirkungsvollen Zusammen­arbeit für die Zielgruppe ausmacht, noch am Anfang