Foto Familienwelt
Ronald Morschheuser S!P

Die Familienwelt – ein gutes Beispiel für Gemeinsames Wirken

Die Familienwelt in Langenfeld (Rhld.) bietet Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters und jeder Lebensphase einen umfassenden Überblick zu Angeboten und Anbietern vor Ort. Der jetzt veröffentlichte Praxisleitfaden beleuchtet den Mehrwert der Messe für die Kommune und gibt Einblicke in die Organisation, die in Langenfeld bei unterschiedlichen Verwaltungseinheiten liegt. Interessierte Kommunen erhalten zudem eine Handlungsanleitung und erprobte Hinweise aus der Praxis, wie sie selbst eine Messe für alle Generationen durchführen können

Wenn die Familienwelt Langenfeld am letzten Septemberwochenende im Jahr 2018 ihre Türen öffnet, dann kann sie ein besonderes Jubiläum feiern: Fünf Mal Familienwelt – das bedeutet fünf Mal ein Marktplatz der Möglichkeiten für alle Generationen in der 60.000-Einwohnerstadt Langenfeld im Rheinland (NRW). Dort, wo einst drei Messen separat organisiert wurden, findet heute eine Messe für alle Bürgerinnen und Bürger statt: die beiden Messen „Generation Gold – Langenfeld ab 55“, „Lernen. Wissen. Leben.“ sowie die Handwerker-Fachausstellung „Rund ums Haus“ sind seit 2010 in der Familienwelt Langenfeld aufgegangen.

Von der Zielgruppe aus denken, heißt Bewährtes neu zu denkenWarum kann der Zusammenschluss einer Messe ein gutes Beispiel für andere Kommunen sein? Die einzelnen Messen waren für sich genommen nicht schlecht besucht, im Gegenteil: Sie hatten sich bereits als einzelne Marken in der Stadt bewährt. Die Verantwortlichen in der Kommunalverwaltung trieb jedoch die Frage an, wie sich ihr Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern einen möglichst umfassenden Überblick über Angebote und Anbieter vor Ort zu präsentieren, (noch) besser realisieren lässt.

Das Langenfelder Beispiel zeigt anschaulich, dass innovatives Handeln im kommunalen Kontext vor allem eine Haltungsfrage ist. Um Angebote zu entwickeln, die die Bedarfe der Zielgruppe passgenau bedienen, gilt es, neue Ideen und neue Formen der Zusammenarbeit zuzulassen. Kurz: Es gilt, sich darauf einzulassen, Bewährtes neu zu denken – und zwar unter Beteiligung aller, die es betrifft.

War zuvor jeweils eine Verwaltungseinheit pro Messe zuständig, arbeiten nun Mitarbeiter unterschiedlicher Verwaltungseinheiten zusammen – dies spart Arbeitsaufwand und schafft Berührungspunkte. Dadurch, dass sämtliche Angebote auf der Messe präsentiert werden, sitzen zudem von Anfang an sowohl Vertreter aus Verwaltung und gemeinnützigen Organisationen als auch aus der Wirtschaft zusammen am Tisch.

Das Rad nicht immer neu erfinden – die Familienwelt kann überall stattfindenIm Rahmen unseres Projekts „Synergien vor Ort“ stellen wir gute Beispiele des gemeinsamen Wirkens zwischen Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft vor und möchten dabei unterstützen, diese in Kommunalverwaltungen und gemeinnützigen Organisationen bekannt zu machen. Denn bei über 11.000 Kommunen in Deutschland muss das Rad nicht immer neu erfunden werden. Sicherlich lassen sich erprobte Konzepte wie die Familienwelt Langenfeld nicht im Maßstab 1:1 für andere Kommunen übernehmen. Dennoch können sie Verantwortlichen aus Verwaltung und gemeinnützigen Organisationen, die ihre Angebote zielgruppenorientierter durchführen möchten, wertvolle Anregungen geben – indem sei neue Ideen zulassen und neue Wege der Zusammenarbeit beschreiten.

Zwei in einem – der Leitfaden als gutes Beispiel und erfahrungsorientierte Handlungsanleitung
Der vorliegende Leitfaden stellt das Konzept der Familienwelt vor (Teil A) und bietet gleichsam eine praxisorientierte Handlungsanleitung (Teil B). So erhalten Interessierte Anhaltspunkte zum zeitlichen und finanziellen Aufwand und über Handlungsschritte. Gleichzeitig gewährt der Leitfaden Einblicke in das Langenfelder Erfahrungswissen, u. a. zur Frage, welche Faktoren zum Gelingen der Messe beitragen und welche inhaltlichen und organisatorischen Punkte im Laufe der Jahre angepasst wurden.