Fotos aus change 3/2013 zum Thema Pflege, aufgenommen am 1. und 17. Juli 2013 im Pflegeheim Bremer Heimstiftung in Bremen. Senior mit Kindern und ihren selbstgebastelten Holzsegelboten.
Arne Weychardt

Soziale Leistungen werden in Deutschland von einer Vielzahl an Einrichtungen, gemeinnützigen Organisationen, Unternehmen, Engagierten und Angehörigen erbracht. Sei es in der Erziehung, der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, der Hilfe für Flüchtlinge oder der Betreuung von Senioren. Eine Zusammenarbeit zwischen all diesen Beteiligten ist jedoch nur selten gegeben und wird zudem schwieriger: Kommunale Aufgaben nehmen zu, Angehörige sind häufig weit entfernt, langfristiges Engagement wird seltener und der verstärkte Wettbewerb erschwert es, gemeinsam zu planen und handeln.

Neue Formen der Zusammenarbeit und Einbeziehung von Betroffenen sind gefragt

Um die Lebensqualität der Menschen in unseren Städten und Gemeinden zu erhalten sind neue Wege partnerschaftlicher Zusammenarbeit zu beschreiten – zwischen öffentlicher Verwaltung und Zivilgesellschaft auf der einen und den Anbietern und Empfängern von Leistungen auf der anderen Seite. Folgende Ziele gilt es zu erreichen:

  • Engagierte werden durch Hauptamtliche unterstützt und arbeiten systematisch zusammen
  • Betroffene und ihr soziales Umfeld werden aktiv in allen Entscheidungen, Planungen und die Umsetzung von Maßnahmen eingebunden
  • Übergreifende, unterstützende Institutionen ermöglichen eine wirksame Koordination und Zusammenarbeit

Ansätze des Projekts „Synergien vor Ort“: Wissen aufbauen, Modelle erproben, Austausch fördern

Mit unserem Projekt erproben und etablieren wir gemeinsam mit gemeinnützigen Organisationen und Kommunen neue Ansätze der Koproduktion und des gemeinsamen Wirkens, um drängende Herausforderungen in unseren Städten und Gemeinden zu bewältigen. Dazu arbeiten wir auf drei Ebenen:

I. Wissen aufbauen

Durch eigene Studien und die Sammlung guter Beispiele wollen wir herausfinden, wie es aktuell um die Zusammenarbeit zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Betroffenen bestellt ist. Was läuft gut, was schlecht? Wo bestehen Hürden? Und was können wir von guten und schlechten Erfahrungen im In- und Ausland lernen?

II. Neue Modelle erproben

Gemeinsam mit Kommunen und gemeinnützigen Organisationen entwickeln und erproben wir neue Formen der Zusammenarbeit und Einbeziehung. Die erarbeiteten Materialien werden wir allen Interessierten zur Verfügung stellen. Ab 2017 werden wir zudem Weiterbildungsangebote schaffen.

III. Austausch fördern

Viele Kommunen und gemeinnützige Organisationen haben bereits erste Erfahrungen gemacht oder möchten neue Wege beschreiten. Um den Austausch in Deutschland und über die Grenzen hinweg zu fördern, führen wir Veranstaltungen, Workshops und Studienreisen durch.