Workshopunterlagen liegen auf einem weißen Tagungstisch. Auf den Unterlagen liegt ein Handy. Beides wird von einer Hand festgehalten.
Jan Voth

Digitalisierung wird in Zukunft noch deutlich stärker bestimmen, wie wir leben und wie wir an gesellschaftlichen Entwicklungen teilhaben können. Mit dem Reinhard Mohn Preis 2017 „Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital“ will die Bertelsmann Stiftung dazu Akzente setzen. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung aufzuzeigen, positive Bilder zu entwickeln und für eine aktive Gestaltung der digitalen Transformation zu sensibilisieren.  

Wie wird Deutschland zur erfolgreichen Digitalnation?

Diese Frage diskutierten Dr. Brigitte Mohn, Liz Mohn, Art de Geus und Dr. Jörg Dräger mit Experten aus Wissenschaft, Industrie und Verwaltung. Im Fokus standen Rahmenbedingungen, die eine digitale Transformation im Sinne der Menschen gelingen lassen.

Die Grundlagen für diese Diskussion wurden im vergangenen Jahr in einer ersten Expertenkommission zum Reinhard Mohn Preis 2017 gelegt. Hier wurden auf Basis einer internationalen Best Practice Recherche zentrale Kristallisationspunkte für eine erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels identifiziert:

  • ein digitaler Rechts- und Organisationsrahmen
  • digitale Infrastrukturen
  • eine sichere Informations- und Kommunikationstechnik
  • digitale Kompetenzen

Zu diesen Schwerpunkten fand im Vorfeld der zweiten Expertenkommission eine Online-Befragung von rund 40 Experten aus Wissenschaft, Verwaltung, Industrie und Zivilgesellschaft statt. Über das Beteiligungstool „InsightsDE“ konnten sie Statements zu den vier genannten Punkten abgeben. Die zusammengefassten Statements bildeten dann die Grundlage für die Diskussion der zweiten Expertenkommission.

  • Für den digitalen Rechts- und Organisationsrahmen diskutierten die Experten konkrete Beispiele, die den hohen Handlungsdruck einer aktiven Gestaltung der Digitalisierung für Deutschland deutlich machen.
  • Die digitale Infrastruktur wurde als wichtiger Gradmesser der Digitalisierung identifiziert. Es braucht innovative Methoden und Ansätze, um sie in Deutschland leistungs- und zukunftsfähiger zu machen.
  • Als Grundlage für einen gelungenen digitalen Wandel wird eine sichere Informations- und Kommunikationstechnik gesehen, für die notwendige Standards diskutiert wurden.
  • Digitale Kompetenzen wurden als wichtiges Querschnittsthema identifiziert. Es braucht informierte, souveräne Bürgerinnen und Bürger, die digitale Infrastrukturen für sich nutzen können. Zudem müssen Internetnutzerinnen und -nutzer befähigt werden, sich innerhalb des digitalen Rechtsrahmens zu bewegen (z. B. Datenschutz) und sich vor Sicherheitsrisiken im Internet zu schützen.

Auf Basis der Experten-Diskussionen und der zugrundeliegenden Statements aus dem Beteiligungsprozess wird in den nächsten Wochen ein Forderungskatalog für ein digitaleres Deutschland entwickelt und veröffentlicht.

Expertenrunde

Als Experten diskutierten neben dem Vorstand und den für den Reinhard Mohn Preis und das Thema Digitalisierung verantwortlichen Mitarbeitern der Stiftung:

Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer, BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation e. V., Bonn; Dr. Wilfried Aulbur, Managing Partner of Roland Berger Strategy Consultants, Mumbai, Indien; Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger, Lehrstuhl für Philosophie digitaler Medien, Universität Witten/Herdecke gGmbH, Witten; Willi Kaczorowski, Strategieberater Public Sector, Berlin; Dr. Alwin Mahler, Managing Director, Partner Business Solutions Germany, Austria & Switzerland, Google Germany GmbH, München; Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Institut für Medienwissenschaften, Medienökonomie und Medienmanagement, Universität Paderborn; Jan Oetjen, Vorstand, United Internet AG, Karlsruhe; Hardy Rudolf Schmitz, Ehem. Geschäftsführer der WISTA-Management GmbH, Berlin; Matthias Spielkamp, Gründer und Geschäftsführer AlgorithmWatch gGmbH (i.G.), Berlin; Dominik Wörner, Co-Founder, InsightsDE Besser gemeinsam entscheiden, Deutschlandbüro, Berlin