Eine Lichtüberflutete Fußgängerzone mit Menschen, die nur schemenhaft zu erkennen sind.
Shutterstock / Iakov Kalinin

Impulse für die digitale Transformation

Die 11. Initiative des CoLab Internet&Gesellschaft steht unter dem Stern von #digitaleRegion. Wie kann eine Region die Impulse der digitalen Transformation für sich nutzen? Oder sind diese Teile Deutschlands künftig abgeschnitten, weil sie nicht am Puls der Großstädte teilhaben?  Wir als Projekt #SmartCountry arbeiten im CoLab mit und verstehen uns als Partner. Hier geht es zur Liste der Experten

Think-Tank-Idee

Die 11. Initiative wird zudem vom Verein "Unternehmen für die Region" unterstützt. Die Zusammenarbeit ist ambitioniert - und nach digitaler Zusammenarbeit organisiert: Von April bis Oktober 2016 kommen rund 30 ExpertInnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie Regionalvertreter zusammen, um in einer klassischen Think-Tank-Art auf Grundlage ihrer Expertise die aktuellen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den außerstädtischen Raum interdisziplinär und multiperspektivisch zu beleuchten. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg, eine #digitaleRegion zu entwickeln.

Im Fokus steht u.a. die Frage nach den Auswirkungen der Digitalisierung auf die klein- und mittelständischen Unternehmen als integraler Bestandteil einer vitalen Kommune. Darüber hinaus geht es um die gesamtgesellschaftlichen Chancen einer Revitalisierung von Regionen durch die Etablierung regionaler Verbünde, die sich im Sinne von Verantwortungspartnerschaften für den digitalen Wandel in ihrer Region einsetzen. 

Kern und Ansatz des CoLab #digitaleRegion

Das CoLab beschreibt das Projekt so: 

Der digitale Prozess bietet großes Potenzial, ländliche Regionen für die Zukunft zu entwickeln. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sinkenden Bevölkerungszahlen auf dem Land ist das eine Chance der Neugestaltung. 70% aller Industriearbeitsplätze werden im ländlichen Raum angeboten und der digitale Wandel betrifft insbesondere Industrieunternehmen, weshalb die Digitalisierung gerade den klein- und mittelständischen Unternehmen (ca. 99% der deutschen Unternehmen) eine große Chance im Standortwettbewerb bietet, zugleich aber umfassende Veränderungen erfordert. Voraussetzung für steigende Standortattraktivität ist, dass klein- und mittelständische Unternehmen den Schritt zur Umstrukturierung wagen und sich den neuen Anforderungen an Fachkräftesicherung, Mitarbeiterweiterbildung oder Arbeitszeitmodelle anpassen. Regionale Netzwerke, die sich diesem Wandel, mit all seinen Chancen und Hürden stellen, Ansätze aufzeigen und umsetzen, sind hier ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg.

Welche konkreten Voraussetzungen müssen also geschaffen werden, damit Jung und Alt in den ländlich geprägten Räumen bleibt? Das „Landleben“ muss attraktiver werden. Attraktivität bedeutet auch, dass Wohnen, Leben, Arbeiten für alle Generationen attraktiv sein muss. Welche Motivation haben junge Familien, qualifizierte Arbeitnehmer oder Unternehmer aufs Land zu ziehen? Es muss natürlich mehr als ein Mindestmaß der Grundversorgung gewährleistet sein, es müssen neue und flexible Jobs und Arbeitsmodelle entstehen, die Schulbildung der Kinder muss durch innovative Konzepte auf hohem Niveau gewährleistet sein und vieles mehr. Deutschland steht wie kein anderes Land für dezentrale Prosperität und lebt sowohl ökonomisch, als auch kulturell von seinen Regionen. Sie bergen ein enormes Zukunftspotential in sich, denn sie sind Energieerzeuger, Nahrungsmittellieferant und Standort der meisten mittelständischen Unternehmen. Die spezifische Herausforderung im ländlichen Raum, wie z.B. die dünne Besiedlung, betrifft natürlich nicht nur die Wirtschaft bei der Etablierung neuer Geschäftsmodelle, sondern gleichermaßen die Verwaltung in Bezug auf die Gewährleistung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen.

Der Ansatz

Die ExpertInnen der Initiative „Digitale Region“ kollaborieren erstmalig mit regionalen Netzwerken, die sich mit ihren Stärken, lokalen Strukturen und bereits etablierten Modellen den Chancen des digitalen Wandels öffnen wollen. Es geht in diesem Ansatz also nicht allein um das technisch mögliche, sondern um eine konsequente Nutzer- und Problem-Orientierung, nämlich die Einbindung der lokalen, funktionierenden Netzwerke in der Problemdefinition und Lösungsfindung. Ihre Kompetenz, Etablierung und Vernetzung in der Region trägt dazu bei, die individuellen Schwächen und Stärken der Regionen zu identifizieren, um eben nicht Lösungen für nicht vorhandene Probleme zu schaffen oder die Angebote an den Notwendigkeiten und Bedürfnissen den Menschen vor Ort vorbei zu konzipieren. Nur so können erarbeitete Geschäftsmodelle und Lösungen ihre Akzeptanz in der Bevölkerung finden und eine langfristige Perspektive darstellen.

Auf Basis einer bundesweiten Befragung entwickelt die Initiative u.a. in Regional-Workshops vor Ort Handlungsempfehlungen und Strategien für die spezifischen Herausforderungen in den einzelnen Regionen. Ziel ist es zudem, weitere Regionen, Städte und Kommunen zu motivieren, den notwendigen Transformationsprozess mithilfe eines Expertengremiums am Beispiel der Initiative zu durchlaufen. Neben den Workshops werden Experteninterviews und Hangout-Konsultationen mit relevanten Experten und Politikern durchgeführt und während des gesamten Prozesses wird innerhalb von Arbeitsgruppen in bekannter kollaborativer CoLab-Manier an den Dokumenten gearbeitet.

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