Eine Frau hält ein Tablet hoch. Vor ihr nur Kornfelder. Im Vordergrund noch zwei Kinder.
Jan Voth

Deutschland ist digital gespalten

Schon jetzt wird deutlich: Nicht alle Räume und Bevölkerungsgruppen können von den Chancen der Digitalisierung profitieren. Die Ungleichgewichtung zwischen urbanen und nicht urbanen Räumen wird sich durch demographische Veränderungen, aber auch durch die Digitalisierung selbst weiter verschärfen.

Daseinsvorsorge

Spätestens jetzt ist der Scheinwerfer auf Fragen der Daseinsvorsorge gerichtet. Daseinsvorsorge beinhaltet zumindest zwei Säulen: die der sozialen und die der technischen Infrastruktur. Beide Säulen können schon heute vielerorts nicht mehr zufriedenstellend aufrecht erhalten werden. Digitale Innovationen vergrößern einerseits die Optionen der Bereitstellung von Infrastruktur und federn dadurch negative Folgen der demographischen Entwicklung ab. Sie sind auch Grundstein für mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit.

Infrastruktur

Zuvorderst gehört die flächendeckende Versorgung mit leistungsfähigem Internet auf die politische Agenda und mit Blick auf Wettbewerbsfähigkeit auch in die schnelle Umsetzung.

Nur wer einen schnellen Zugang hat, kann auch die Möglichkeiten positiv nutzen, die damit verbunden sind - oder überhaupt erst entstehen. Auch bei der Einführung des elektrischen Lichtes gab es anfangs nur das Ein- und Ausschalten. Heute dagegen läuft fast nichts mehr ohne Strom. Ähnlich ist es mit der Anbindung an das schnelle Netz. 

Haltung und Teilhabe

Daneben gilt es, Zukunft digital zu denken und in den Regionen in Form von realen Anwendungsoptionen zu konkretisieren, damit der ländliche Raum mit seinen Bewohnern und Unternehmen am Leben erhalten und auch zukünftig weiter entwickelt werden kann. Zentral ist die Frage, wie Teilhabe ermöglicht und sichergestellt werden kann, ohne weite Teile der Bevölkerung abzuhängen. 

Handlungsfelder

Gefragt sind digitale Innovationen z.B. in den zentralen Handlungsfeldern: 

Der Zugang zu angemessener medizinischer und pflegerischer Versorgung ist flächendeckend immer schwerer aufrechtzuerhalten. Diese Entwicklung gewinnt besondere Bedeutung im Hinblick auf unsere stark alternde Gesellschaft.

Der Einsatz von digitaler Technik, Robotik etc. ermöglicht das längere autonome Verbleiben in den eigenen vier Wänden sowie niedrigschwellige Zugänge zu Gesundheits- und Pflegeleistungen. So kann auch eine Entlastung der Volkswirtschaft erfolgen.

Es werden Modelle der pflegerischen Unterstützung durch Roboter etabliert, telemedizinische Angebote verstärkt angewendet und sensoren- und technikgestütztes Wohnen und Leben ausgebaut.

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Die Megatrends Demographischer Wandel und Digitalisierung machen insbesondere vor der Arbeitswelt nicht Halt. Hier werden die gravierenden Veränderungen besonders deutlich. Um den Anschluss nicht zu verpassen, müssen sich die Gegebenheiten vor Ort dieser neuen Formen der Arbeit und der Wertschöpfung anpassen. Was genau verändert sich und wie kann dieser Wandel gelingen?

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Politik und Verwaltung sind ganz besonders aufgerufen, den digitalen Wandel mitzugestalten.  Dies gelingt nur durch eine Veränderung der Handlungs- und Entscheidungsprozesse hin zu Transparenz und Beteiligung.  Der Einsatz von moderner Informations- und Kommunikationstechnologie kann helfen. Und das Wissen der Vielen.

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Wohn- und Arbeitsorte müssen physisch und digital erreichbar sein. Es gibt in beiderlei Hinsicht zunehmend Mobilitätsdefizite. Logistikkonzepte sind nicht mehr zeitgemäß.

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Der Zugang zu Informationen und die Kompetenz, diesen Zugang zu organisieren, sind zentral für die Teilhabe in unserer Gesellschaft. Nicht allen stehen diese Zugänge offen. 

Neue, digitale Formen der Wissens- und Informationsvermittlung ermöglichen die Partizipation von Menschen, die bisher sozial und regional benachteiligt sind. Das ist ein hohes Ziel und eine gesamtgesellschaftliche große Baustelle.  Das Ziel ist, die Menschen am Geschehen weiterhin teilhaben zu lassen. Viele soziale Gruppen aber verabschieden sich aus dieser Teilhabe - teilweise, weil sie sozial benachteiligt sind und teilweise, weil sie sich nicht mehr angesprochen fühlen. 

Insbesondere die Menschen in den Regionen und Räumen, die nicht von der Sogkraft der großen Städten oder Ballungsgebiete profitieren, haben es schwer, den Anschluss nicht zu verpassen.

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Nicht nur eine Frage der Technik

Der Einsatz von digitaler Technologie ist dabei immer nur als Unterstützung anzusehen. Im Zentrum aller Entwicklungen stehen der Mensch und das Aufrechterhalten eines hohen Lebens-, Arbeits- und Wohnstandards in der Region sowie die Möglichkeit, der wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Betätigung.