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Im Durchschnitt decken die Kommunen bundesweit knapp 40 Prozent ihrer Einnahmen aus Steuern (Grundsteuern, Gewerbesteuer, Anteile an Einkommen- und Umsatzsteuer). Im Vergleich  der Länder bewegte sich das Aufkommen 2014 zwischen 1.338 Euro je Einwohner in Hessen und 616 Euro je Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern.

Steuereinnahmen der Gemeinden 2008 und 2014. Pressegrafik zum Kommunalen Finanzreport 2015.

Die Wirtschaftskrise führte 2009 und 2010 zu starken Einbrüchen. Die meisten Kommunen erholten sich recht schnell. Jedoch lag jede achte Kommune auch 2013 noch unter dem Niveau von 2008. Regional hinterließ die Krise durchaus bleibende Schäden. Zwar wuchsen alle Länder, aber Hessen und das Saarland nur minimal.

Auf Ebene der 398 Kommunen waren die Unterschiede in der Steuerkraft 2013 enorm. Die stärkste Kommune, der Landkreis München, vereinnahmte pro Einwohner das Siebenfache der schwächsten Kommune, der Landkreis Mansfeld-Südharz. Sieben der zehn stärksten Kommunen liegen in Bayern. Die zehn Schwächsten sämtlich in Ostdeutschland.

Kommunen mit der höchsten bzw. niedrigsten Steuereinnahmekraft bundesweit. Pressegrafik zum Kommunalen Finanzreport 2015.

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Kommunen und die Entwicklungstrends ist, ob die steuerschwachen Kommunen sich aus ihrer ungünstigen Lage befreien können. Um dies zu untersuchen, wurden die 398 Kommunen entsprechend ihrer Steuerkraft für die Jahre 2008 und 2013 in vier Gruppen eingeteilt. Ergebnis der Analyse: Vor allem im schwächsten Viertel ist die Persistenz hoch. Diese Gruppe besteht 2008 und 2013 zu 85 Prozent aus den gleichen Kommunen. Die Mobilität ist gering. Eine wesentliche Erhöhung der Steuerkraft ist offenbar kaum möglich. Die strukturellen Unterschiede bestehen dauerhaft, selbst im Zehnjahresvergleich zwischen  2004 und 2014.

Transitionsmatrix: Steuereinnahmekraft. Pressegrafik zum Kommunalen Finanzreport 2015.

In der Analyse der Steuerkraft fällt die fast flächendeckende Schwäche der ostdeutschen Kommunen auf. Nur zwei der 57 ostdeutschen Kreise und kreisfreien Städte erreichen überhaupt den Bundesdurchschnitt. In der Vergangenheit wurde diese besondere Schwäche durch den Solidarpakt ausgeglichen. Doch jener läuft bis 2020 aus. Ein weiterer Zusammenhang besteht in Bezug auf die Sozialausgaben und Investitionen. Bei vielen Kommunen fallen geringe Steuereinnahmen mit hohen Sozialausgaben und geringen Investitionen zusammen. Ein Teufelskreis.