Der Blick durch eine Glasscheibe in einen Gang auf eine offene braune Tür. Auf der Glasscheibe steht in Spiegelschrift Stadt.
Thomas Kunsch

 

Nach der Rio-Konferenz der Vereinten Nationen im Jahr 1992 sind in vielen Städten, Gemeinden und Kreisen in Deutschland sogenannte Lokale-Agenda-Prozesse ins Leben gerufen worden, um die nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene zu unterstützen. Häufig waren Bürgerinnen und Bürger oder zivilgesellschaftliche Gruppen und Organisationen die Treiber dieser Nachhaltigkeitsprozesse. An vielen Orten haben allerdings auch kommunale Verwaltungen ein Nachhaltigkeitsmanagement entwickelt, um – in Anlehnung an die wesentlichen Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung – die strategische bzw. erfolgsorientierte Gestaltung einer generationengerechten, ganzheitlichen, global verantwortlichen und partizipativen Entwicklung der Kommunen zu verstärken. Es stellt sich jedoch die Frage, welche Wirkung die vielerorts erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategien, -ziele, -indikatoren und -berichte eigentlich haben und wie die Wirkungsorientierung des Nachhaltigkeitsmanagements weiter entwickelt werden kann.

Wirkungsorientierung ist eine elementare Eigenschaft des kommunalen Nachhaltigkeitsmanagements, denn schließlich sollen sich die Nachhaltigkeitsaktivitäten (möglichst positiv) auf die zukünftige Entwicklung der Kommune „auswirken“. Wenn von wirkungsorientiertem Nachhaltigkeitsmanagement die Rede ist, werden die beabsichtigen Outcome- und Impact-Ziele, d. h. die Veränderungen bei den Zielgruppen und auf Ebene der Gesellschaft, allerdings systematisch in den Mittelpunkt kommunaler Nachhaltigkeitsmaßnahmen gerückt. Besonders wichtig sind dabei die regelmäßige Messung des Fortschrittes der nachhaltigen Entwicklung anhand von Indikatoren und die stetige Berücksichtigung der gemessenen Indikatorenwerte in den einzelnen Phasen und Schritten des Managementprozesses. Mit anderen Worten: Die Wirkungsorientierung zeichnet sich durch die konsequente Verknüpfung des Nachhaltigkeitsmanagements mit dem indikatorenbasierten ‚Performance-Management‘ einer nachhaltigen Entwicklung aus.

Auch wenn die Kommunen im Vergleich zu den Ländern und dem Bund zu den Vorreitern einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung zählen, findet sich auch auf kommunaler Ebene erst eine überschaubare Zahl an Kommunen, die bereits über umfangreichere Ansätze einer wirkungsorientierten Verwaltungssteuerung verfügen. Dies zeigt sich auch im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements. Entwicklungspotenziale bestehen hier vor allem in der vollständigen Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagement-Zyklus‘ (Planung, Umsetzung, Prüfung, Entscheidung), in der vollständigen Entwicklung des Performance Management-Zyklus‘ (Definition von Indikatoren, Messung von Indikatoren, Prüfung und Analyse der Indikatoren, Verwendung der Indikatoren für Entscheidungen) sowie in der systematischen Verknüpfung dieser beiden Systeme.