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Bertelsmann Stiftung

Gut versorgt und selbst bestimmt – so das Motto des diesjährigen Kongresses, das vor allem auf das Leben und Arbeiten im ländlichen Raum abzielte. Hier nimmt die Bevölkerungszahl in vielen Regionen nach wir vor ab, während die Alterung zunimmt und grundlegende Angebote der Daseinsvorsorge immer schwerer aufrecht zu erhalten sind. Besonders die gesundheitliche und pflegerische Versorgung wird durch diese demografischen Entwicklungen auf eine harte Probe gestellt. Die Spanne der Themen reichte entsprechend von Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur, über kommunale Strategien zur Wohnungsmarkt- und Stadtentwicklung bis zu Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

Der Kongress wurde von Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnet. Im Gespräch mit den Kollegen am Stand der Bertelsmann Stiftung wurden die Möglichkeiten angesprochen, die die Digitalisierung im Hinblick auf die Alterung der Gesellschaft vor allem im demografisch stark betroffenen ländlichen Raum bietet.   

Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum

In dem von Anke Knopp moderierten Forum „Alt aber digital – gut versorgt in Stadt und Land?“ wurden die Potenziale der Digitalisierung mit Blick auf die gesundheitliche und pflegerische Versorgung insbesondere in den ländlichen Räumen diskutiert. Welche Chancen die Digitalisierung mit Blick auf eine alternde Gesellschaft – und in vielen Regionen schrumpfende Bevölkerung – bietet, machte Carsten Große Starmann deutlich. Der Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse ist vor diesem Hintergrund nur schwer einzulösen, einige der Folgen von infrastruktureller Ausdünnungen können aber durch internetbasierte Dienstleistungen abgemildert und ländliche Regionen attraktiv erhalten werden. Hier braucht es eine intensive Diskussion über Mindeststandards der Daseinsvorsorge, zu denen in jedem Fall leistungsfähiges Internet gehört. Thorsten Jungeblut (Exzellenzcluster für Kognitive Interaktionstechnologie CITEC der Uni Bielefeld) stellte die vernetzte, mitdenkende Wohnung „KogniHome“ vor: Eine digitale Küche, ein intelligenter Eingangsbereich und ein persönlicher, digitaler Coach können beispielsweise Demenzkranke dabei unterstützen, länger in der eigenen Wohnung zu leben und Angehörige und Pflegekräfte entlasten. Gerald Swarat (Fraunhofer IESE, Initiative SMART Country – Digitale Strategien für Regionen) stellte ein „interaktives Pflege-Universum“ vor und machte dabei deutlich, dass bei allem technisch Möglichen der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Beziehungen zur Umwelt im Zentrum stehen muss.

Flüchtlingsfrage zentral in den Kommunen

Darüber hinaus wurde in fast allen Diskussionen deutlich, dass die Flüchtlingsfrage zurzeit eine sehr zentrale, der Druck in den verschiedenen Ministerien, Verbänden, sozialen Trägern und vor allem den Kommunen sehr hoch ist. Die abschließende Podiumsdiskussion „Zuwanderung zwischen Solidarität, demografischer Notwendigkeit und gesellschaftlicher Integration“ bündelte die verschiedenen Aspekte und Notwendigkeiten und wurde sehr engagiert von Bilkay Öney (Ministerin für Integration des Landes Baden Württemberg), Oliver Jung (Oberbürgermeister der Stadt Goslar), Christian Stahl (Autor), Udo Beckmann (Bundesvorsitzender Verband Bildung und Erziehung e.V.) und Michael Löher (Vorsitzender Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge) geführt.      

Der Demografie-Kongress Best Age ist der jährliche Treffpunkt für Vordenker, Entscheider und Gestalter aus Bund, Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft. Hierbei legt der Kongress ein besonderes Augenmerk auf die „Wandelgestalter “ vor Ort in den Kommunen. Der Kongress fand am 8. und 9. September in Berlin statt und wird vom Behörden Spiegel in Kooperation mit verschiedenen Partnern ausgerichtet, u.a. der Bertelsmann Stiftung.

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