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Eine wirksame KiTa-Finanzierung braucht Ziele:
Erste Evaluationen und Erfahrungsberichte zu bestehenden Finanzierungskonzepten zeigen, dass nicht nur das zur Verfügung stehende Finanzvolumen sondern auch die Finanzierungsstruktur, d.h. wie das Geld an die KiTas weitergegeben wird, die Qualität und Quantität der frühkindlichen Bildungsangebote mitbestimmt. Deshalb muss die gewünschte Bildungs- und Betreuungsqualität den Ausgangspunkt für die Entwicklung eines „wirksamen“ Finanzierungskonzepts bilden. Denn erst wenn die Anforderungen an KiTas bekannt sind, kann bestimmt werden, welche Personal- und Sachressourcen erforderlich sind, um die erwarteten Leistungen erbringen zu können und welche Finanzierungsform zu den Zielsetzungen passt.

Eine wirksame KiTa-Finanzierung sichert Kontinuität und (befristete) Planungssicherheit:
Um z.B. kontinuierliche Beziehungen zwischen den Erzieherinnen und Kindern als ein wichtiges Merkmal guter KiTa-Qualität sicherstellen zu können, spielt die die arbeitsvertragliche Situation des pädagogischen Personals eine wichtige Rolle. Nur wenn eher unbefristete Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse durch die Finanzierungsform begünstigt werden, sind verlässliche Beziehungen zwischen Erzieherinnen und Kindern – insbesondere in der Ganztagsbetreuung – möglich. Die Praxis zeigt, dass sich hierzu eine auslastungsunabhängige Grundausstattung anbietet, die jede KiTa unabhängig von der tatsächlichen Belegung für einen befristeten Zeitraum erhält. Sie gewährleistet die Deckung der Fixkosten und eine befristete Planungssicherheit für Träger und Einrichtungen bei kurzfristigen Nachfrageschwankungen. Auch andere Kosten, die unabhängig von der genauen Anzahl der Kinder anfallen, z.B. für die Fort- und Weiterbildung des pädagogischen Personals, können im Rahmen der Grundausstattung berücksichtigt werden.

Eine wirksame KiTa-Finanzierung ist bedarfsgerecht:
Individuelle Bildungsprozesse der Kinder erfordern eine Vielfalt der Bildungspraxis. Damit die pädagogische Praxis an den individuellen Voraussetzungen und Vorerfahrungen der Kinder ansetzen kann, brauchen KiTas unterschiedliche Ressourcen. Nur eine solche „ungleiche“ Mittelverteilung kann allen Kindern gleiche Bildungschancen eröffnen. Auch besondere Angebotsprofile wie z.B. Familienzentren können durch einen bedarfsgerechten Miteeleinsatz gezielt gefördert werden.

 Weitere Details zur Finanzierung der frühkindlichen Bildung in Deutschland erläutert die Kollegin, Kathrin Bock-Famulla, in ihrem Interview mit erzieherin.de: Interview: Woher kommt das Geld für die KiTas?

 

 

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