Bundesländerflaggen vor blauem Himmel
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Die Studie „Wie inklusiv ist Wachstum in Deutschland?“ zeigt: Wirtschaftlich hat Deutschland die Krise von 2008 gut überwunden. Die Wachstumszahlen der Vorkrisenzeit wurden rasch wieder erreicht. Analog dazu haben sich zentrale Teilhabespekte zwischen 2006 und 2015 positiv entwickelt. In den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Generationengerechtigkeit stand Deutschland 2015 sogar besser da als vor der Krise im Jahr 2009.

Verschlechtert hat sich allerdings die Einkommensverteilung. Und auch in punkto Armutsvermeidung sah es in Deutschland 2015 schlechter aus als noch vor der Krise. Wachstum kommt also nicht bei allen Menschen an.

Für die Studie „Wie inklusiv ist Wachstum in Deutschland?“ wurden Daten für alle 16 Bundesländer ausgewertet und zu einem Index sozialer und generationaler Teilhabe verdichtet. Anschließend wurde für jedes Bundesland geprüft, in welchem Maß die Entwicklung der Teilhabe mit der wirtschaftlichen Dynamik seit 2006 korrespondiert.

Die Studie zeigt, dass es zwischen der Wirtschaftsentwicklung und der Wohlstandsverteilung in den Bundesländern einen positiven Zusammenhang gibt. In Ländern mit einer stärkeren Zunahme der Wirtschaftsleistung nimmt im Durchschnitt auch die Teilhabe stärker zu.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Es sind vor allem ostdeutsche Bundesländer, in denen sich soziale und generationale Teilhabe insgesamt positiver entwickelt hat als im Westen. Zudem haben sich Wohlstandsverteilung und wirtschaftliche Dynamik hier in den zurückliegenden Jahren eher im Gleichschritt entwickelt als in westlichen Bundesländern. Vor allem in den Bereichen Armutsvermeidung, Arbeitsmarkt und Bildung gab es in ostdeutschen Länder nennenswerte Fortschritte.

Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wiesen zwischen 2006 und 2015 ein überdurchschnittlich inklusives Wirtschaftswachstum auf. In diesen Ländern nahm die gesellschaftliche Teilhabe relativ zur Wirtschaftsentwicklung besonders stark zu. Auch in Sachsen und Thüringen geht die günstige wirtschaftliche Entwicklung mit einer positiven Entwicklung der Teilhabe einher, auch wenn diese moderater ausfällt als in den drei anderen Ländern.

Im Gesamtindex sozialer und generationaler Teilhabe liegen Sachsen und Thüringen im Jahr 2015 noch vor den westdeutschen Flächenländern Bayern und Baden-Württemberg. Neben den Bereichen Generationengerechtigkeit und Armutsvermeidung ist es die ausgeglichene Einkommensverteilung, die Sachsen und Thüringen hier besser dastehen lässt.

In allen anderen Bundesländern entwickeln sich zwischen 2006 und 2015 zentrale Teilhabeaspekte nicht im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum. So schlug sich das starke Wirtschaftswachstum in Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg nicht in einer entsprechenden Ausweitung sozialer und generationaler Teilhabe nieder.