Jürgen Rüttgers diskutiert Studie zu Inklusivem Wachstum
Kai Uwe Oesterhelweg

Jürgen Rüttgers wurde im Herbst 2017 von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zum Vorsitzenden der "High-Level Strategy Group on Industrial Technologies" ernannt, einem Gremium, das Empfehlungen für die Forschungs- und Industriepolitik in Europa macht. Nun legt er Juncker im Rahmen des heutigen "Industry Day" in Brüssel einen Zwischenbericht vor, in dem Rüttgers die Studie "Technological Innovation and Inclusive Growth in Germany" des Projektes Inclusive Growth zitiert.

"Die Studie sagt ganz klar: Das wichtigste ist die Steigerung der Produktivität".

Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Vorsitzender der High-Level Strategy Group on Industrial Technologies

Produktivität ist laut der Studie eine wichtige Bedingung für inklusives Wachstum, denn: Zuwächse in der Produktivität – und zwar für viele Beschäftigte und nicht nur für die Spitze – sind Voraussetzung für gute Arbeit und breite Lohnsteigerungen in Deutschland und Europa. Investitionen in Wissenskapital und die Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette hätten laut Rüttgers sogar das Potenzial, bereits ausgelagerte Arbeitsplätze wieder zurückzuholen.

Im Gespräch mit unserem Vorstandsvorsitzenden Aart De Geus und unserem Vorstand Dr. Brigitte Mohn wurden weitere Bezüge zur Stiftungsarbeit deutlich. So betonten die beiden, dass inklusives Wachstum künftig mehr Produktivität braucht, um gerade den Herausforderungen der Megatrends Globalisierung, Digitalisierung und dem demographischen Wandel gerecht zu werden. Dabei ist entscheidend, dass Deutschland und Europa zu einem Wirtschaftsstandort werden, an dem Politik zwar den Rahmen setzt, aber insbesondere junge Menschen befähigt werden, Markt und Wettbewerb zu gestalten und so Teilhabe möglich wird. Dazu gehören neben einem zukunftsfähigen industriellen Kern und guter Bildung etwa auch eine bessere Gründungs- und Innovationskultur.

Denn eine stabile Wirtschaft ist nicht nur die Basis für Wohlstand, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Produktivitätsfortschritte und Wachstum – so die einhellige Meinung – müssten demnach allen Menschen, Unternehmen und Regionen in Europa zugutekommen und nicht nur einigen Wenigen an der Spitze. Auf diese Weise kann aktuellen Herausforderungen wie etwa dem zunehmenden Populismus oder der mangelnden Krisenfestigkeit der Wirtschaft langfristig begegnet werden. Für diese Ziele, so die Runde, könnte die Stiftung mit ihren langfristigen, unternehmerischen und manchmal auch unkonventionellen Lösungsansätzen Impulse für staatliche Rahmensetzung geben.

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