Menschen, die sich über einen Stapel Fotos beugen
Besim Mazhiqi

In den Debatten über den Zustand von Wirtschaft und Gesellschaft dominiert heute oft das Schrille und das Extreme. Vorschnelle Urteile über den Zustand des Landes haben Konjunktur. Das Buch „Deutschland in Nahaufnahmen. Sozialreportagen aus dem Land der Sozialen Marktwirtschaft“ setzt einen Kontrapunkt. Es ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Journalistik der Technischen Universität Dortmund.

Ausgehend von einer empirischen Studie zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft haben junge Journalisten Deutschland bereist. Sie haben recherchiert, interviewt, kritisch hinterfragt. Das Ergebnis ihrer Arbeit sind acht Sozialreportagen. Die Reporter schlagen damit eine Brücke zwischen der statistisch messbaren gesellschaftlichen Realität und der individuell erlebbaren Wirklichkeit in Deutschland.

Die Sozialreportagen zeigen wie Menschen in Deutschland den sozialen und wirtschaftlichen Wandel heute erleben, was für Chancen sich daraus für sie ergeben und mit was für Herausforderungen sie umgehen müssen. Dabei werden zentrale Aspekte in den Blick genommen: Es geht um die Folgen von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Strukturwandel an so unterschiedlichen Orten wie Sonneberg und Leverkusen, Radevormwald und Leipzig, Berlin und Feuchtwangen. Es geht darum, wie Menschen heute mit den Folgen von Globalisierung und demographischem Wandel umgehen und wie kreativ sie selbst nach Möglichkeiten suchen, den Wandel mit zu gestalten und nicht einfach nur zu erdulden. Es geht aber auch um die Frage wie es sein kann, dass in Zeiten des Fachkräftemangels immer noch viele Menschen un- oder unterbeschäftigt sind.

Die Reportagen sind Schlaglichter. Zusammen ergeben sie ein Bild, das eine Gesellschaft zeigt, die in Bewegung ist: weit davon entfernt, sich saturiert zurückzulehnen; keineswegs rundum zufrieden und gerade deshalb aktiv damit beschäftigt, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Es ist das Porträt einer bunten Nation, die sich selbst manchmal verwundert betrachtet, weil sie sich so stark verändert hat – und sich doch wiedererkennt. Ein ermutigendes Resultat.