Veit Mette

Vor drei Jahren haben sich das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung und die Bertelsmann Stiftung im Projekt "Vielfalt fördern" zusammengetan, um gemeinsam die Lehrerfortbildung zu stärken. Unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Münster hat eine Gruppe ausgewiesener Unterrichtspraktiker und Fortbildner ein Qualifizierungsangebot entwickelt, das inzwischen ca. 60 Schulen in zehn Regionen NRWs für ihre Schul- und Unterrichtsentwicklung nutzen. Jetzt haben die Projektinitiatoren, das Land NRW und die Stiftung, eine Fortsetzung der gemeinsamen Aktivitäten beschlossen und eine neue Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Damit ist gewährleistet, dass weitere Regionen und weitere Schulen am Projekt teilnehmen können – und die Qualifizierung auch langfristig auf der "Menükarte" der Fortbildungsangebote für Schulen in NRW angeboten wird.

Mit dem gemeinsamen Qualifizierungsangebot "Vielfalt fördern" möchten das Ministerium für Schule und Weiterbildung und die Bertelsmann Stiftung Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützen, besser mit immer heterogeneren Klassen umzugehen, damit alle Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale entfalten können. Die Fortbildung vermittelt Konzepte, Instrumente und Methoden zur Weiterentwicklung von Unterricht. Sie setzt dabei auf die Teamentwicklung im Kollegium und regt die systematische Reflexion des eigenen unterrichtlichen Handelns an. 

Schüler arbeiten mit ihren Textbüchern an unterschiedlichen Orten im Schulgebäude Zum offenen Unterreicht gehören auch neue Lernformen und Lernorte

Mit der Fortbildung wollen wir langfristig alle Schulformen und ihre Lehrkräfte dabei unterstützen, den Unterricht so weiterzuentwickeln, dass sie alle Kinder und Jugendliche besser individuell fördern können

Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung

Seit dem Schuljahr 2012/13 wird die Fortbildung Schulen mit Sekundarstufe I in den fünf Pilotregionen Bonn, Borken, Düsseldorf, Gütersloh und Hamm angeboten. Die Bezirksregierungen haben die Erprobung zum Schuljahr 2013/14 auf fünf weitere Kreise und Städte ausgeweitet – und im Herbst 2013 sind acht weitere Regionen hinzugekommen. In den inzwischen 18 Projektregionen in NRW können sich alle Schulen mit Sekundarstufe I (bis auf Gymnasien) um eine Teilnahme an der Fortbildungsmaßnahme bewerben. 

Mit der neuen Kooperationsvereinbarung haben sich die Vertragspartner darüber verständigt, das Projekt bis zum Ende des Schuljahres 2016/17 fortzusetzen. Die Teilnahme weiterer Regionen ist vorgesehen, so dass am Ende der Projektlaufzeit Schulen in mehr als der Hälfte der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen Zugang zu der Fortbildung haben.