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Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf gutes Aufwachsen und Teilhabe – unabhängig von ihrer sozialen und ökonomischen Herkunft oder der Familienform, in der sie leben. In Deutschland gehört aber für rund zwei Millionen Kinder Armut zum Alltag. Für die meisten von ihnen ist Armut dabei Dauerzustand. Sie erleben tagtäglich materielle Einschränkungen, Ausgrenzungen und fehlende Chancen auf Bildung und Teilhabe. Die Möglichkeit, ihre Situation aus eigener Kraft zu verändern, haben sie nicht. Die Politik muss daher mehr Verantwortung für die nachwachsenden Generationen übernehmen und Kinder- und Familienarmut wirksam bekämpfen!

Ein neues Konzept gegen Kinderarmut

Wir haben gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein neues Konzept entwickelt, das wir auf der Tagung vorstellen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft diskutieren wollen. Im Zentrum des Konzepts stehen die Bedarfe, Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen, die in drei ineinandergreifenden Bausteinen gewährt werden sollen:

  1. Einer neuen und kontinuierlichen Bedarfserhebung mit und für Kinder und Jugendliche. Wir brauchen eine solche belastbare Datengrundlage, um Aussagen darüber treffen zu können, was junge Menschen heute brauchen, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
  2. Dem Teilhabegeld für Kinder und Jugendliche. Es bündelt und ersetzt bestehende familienpolitische Leistungen und deckt die altersgerechten Bedarfe für gutes Aufwachsen und Teilhabe. Mit steigendem Einkommen der Eltern wird es abgeschmolzen. So kann Armut gezielt vermieden werden.
  3. Einer guten Infrastruktur und wirksamen Unterstützung vor Ort. Kinder, Jugendliche und ihre Eltern brauchen erreichbare, kompetente und vertrauensvolle Anlaufstellen. Dort erhalten sie Beratung, Unterstützung und Begleitung in allen Belangen rund um Kindheit und Jugend.

Verfolgen Sie die Podiumsdiskussion im Livestream

In der abschließenden Podiumsdiskussion fragen wir Politiker von Bundes-, Länder- sowie kommunaler Ebene, was sie von unserem Konzept halten und wie sie Kinderarmut vermeiden wollen. Dazu diskutieren Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann, der Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens Bernhard Matheis und unser Vorstandsmitglied Jörg Dräger.

Die Podiumsdiskussion können Sie als Live-Übertragung am 5. Juli von 15.45 Uhr bis zirka 17 Uhr auf unserem Facebook-Kanal und auf unserem YouTube-Kanal verfolgen. Wir werden den Livestream auch direkt hier in der Meldung anbieten. Außerdem begleiten wir die Tagung auf Twitter unter dem Hashtag #StopptKinderarmut.


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