Durchlaessigkeit_A0075283_3hell_Lu_1240x600px.jpg Chance Ausbildung
Veit Mette

Arbeitnehmer, die akademisches Wissen mit praktischen Erfahrungen verknüpfen, werden auf dem Arbeitsmarkt zunehmend gebraucht. Bislang sind die berufliche und die akademische Bildung jedoch zwei voneinander getrennte Wege, die zudem nur wenig durchlässig sind. Gerade einmal 1,6 Prozent beträgt der Anteil beruflich Qualifizierter ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung unter allen Studierenden in Deutschland. Eine Berufsausbildung sollte in Zeiten des lebenslangen Lernens jedoch keine Einbahnstraße sein. Deshalb gilt es, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern.


Dabei geht es nicht nur darum, jungen Menschen mit beruflichem Abschluss einen besseren Einstieg in ein Hochschulstudium zu ermöglichen, sondern auch darum, Studienabbrecher für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. In beide Richtungen stellt sich die Frage, wie bereits erlernte Inhalte einfacher anerkannt werden können

Studienintegrierende Ausbildung

In dem Positionspapier der Initiative Chance Ausbildung zum Thema Durchlässigkeit zwischen Ausbildung und Studium wurde ein neues Kombinationsmodell zwischen Ausbildung und Studium vorgeschlagen. Nach dem Modell können Jugendliche in einer integrierten Grundstufe zunächst über ein oder zwei Jahre sowohl Teile einer Berufsausbildung als auch eines Studiums absolvieren, bevor sie sich dafür entscheiden, den ein oder anderen Weg bis zum Abschluss fortzuführen oder sogar einen Doppelabschluss zu erwerben. Ziel ist es jungen Menschen eine erfahrungsbasierte Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium zu ermöglichen.


Die Bertelsmann Stiftung konkretisiert das Modell der studienintegrierenden Ausbildung mit Veröffentlichungen und unterstützt zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Pilotprojekte, in denen das Modell umgesetzt wird.