Mädchen und Junge am Laptop im Hörsal
Veit Mette

Traditionell stehen Hochschulen für die Vermittlung abstrakt-theoretischen Wissens, die berufliche Bildung hingegen für die Lehre berufspraktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. In der Praxis stehen sich akademische und berufliche Bildung heute jedoch nicht mehr ganz so diametral gegenüber: Hochschulen bieten zunehmend beruflich orientierte Studiengänge an, während bei einigen anspruchsvollen Ausbildungsberufen eine Verschiebung zu theoretisch-wissenschaftlichen Inhalten beobachtet werden kann. Eine Entwicklung, die auch den veränderten Anforderungen in den Betrieben entspricht. Viele junge Menschen wünschen sich zudem höhere Bildungsabschlüsse, möchten aber dennoch nicht auf den Praxisbezug verzichten. Statt also die Berufs- und die Hochschulbildung gegeneinander auszuspielen, sind Modelle gefragt, die berufliche Ausbildungspraxis im Betrieb mit der akademischen Ausbildung an der Hochschule sinnvoll verbinden.

Die Initiative „Chance Ausbildung“, bestehend aus elf Ministerien aus acht Bundesländern, der Bundesagentur für Arbeit und der Bertelsmann Stiftung, hat im Jahr 2015 ein Positionspapier zum Thema „Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung“ vorgelegt, in dem unter anderem das Modell einer studienintegrierenden Ausbildung vorgeschlagen wird. Dieses Modell ermöglicht es, vom „Entweder-oder“ zum „Sowohl-als-auch“ zu kommen, indem es berufliche Ausbildung mit akademischen Inhalten verzahnt.