Industriehalle Arbeit
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In den letzten vier Jahrzehnten hat sich ein massiver Strukturwandel am Arbeitsmarkt vollzogen. Insbesondere der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien hat zu einem deutlichen Rückgang von Beschäftigung mit einem hohen Anteil an Routinetätigkeiten und typischerweise mit mittlerem Qualifikations- und Lohnniveau geführt. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach kognitiven Nicht-Routinetätigkeiten.   

 Arbeitslosigkeitsrisiko und geringe Beschäftigungsstabilität in Routinejobs

Bisher gab es jedoch wenig Informationen dazu, welche Folgen der Rückgang der Nachfrage nach Routinetätigkeiten auf einzelne Beschäftigte hat. Insbesondere stellt sich die Frage, ob Beschäftigte in Routineberufen durch den technologischen Wandel verstärkt von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder ob es ihnen durch Arbeitsplatz- und Berufswechsel gelingt, in von der Automatisierung weniger betroffene Tätigkeitsbereiche zu wechseln. Anhand eines administrativen Paneldatensatzes für Deutschland wurde diese Fragestellung über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten untersucht. Die Auswertung zeigt deutlich, wie stark Beschäftigte mit einem höheren Routineanteil mit einem höheren Risiko konfrontiert sind, sowohl kurzfristig (nach einem Jahr) als auch mittelfristig (fünf Jahre) nicht erwerbstätig zu sein. Diese Beschäftigungsnachteile für Arbeitsplätze mit hohem Routineanteil haben in den letzten vier Jahrzehnten zugenommen.

 Weiterbildung als Schlüssel zur Bewältigung des Strukturwandels

Insgesamt scheint der technologische Wandel dennoch nur bedingt disruptiv auf den Arbeitsmarkt zu wirken. Zwar ging die Nachfrage nach Routinetätigkeiten zurück, aber in der aggregierten Arbeitslosenrate zeigt sich insgesamt kein Rückgang an Beschäftigung. Arbeitnehmern mit routineintensiven Tätigkeitsfeldern ist es offensichtlich gelungen, auch nach einem Jobverlust aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder einen Job zu finden und teilweise auch in höherwertige Beschäftigung aufzusteigen. Um die Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten an den technologischen Wandel zu fördern, ist darum eine zielgerichtete Qualifizierungs- und Weiterbildungsstrategie unerlässlich. Denn generell gilt: Je besser qualifiziert, desto einfacher fällt es Arbeitnehmern, komplexe Nicht-Routinetätigkeiten auch in anderen beruflichen Kontexten zu finden.

Publikation

Long-run Patterns of Labour Market Polarisation

The past four decades have seen dramatic changes in the structure of employment. The increase in computational power has led to reductions in ... weiterlesen