Berufliche Kompetenzen erkennen
Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit entwickeln wir Kompetenztests für 30 Berufe, um Geflüchtete, Zuwanderer und Arbeitslose ohne Berufsabschluss leichter in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
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Frank Frick

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Dr. Stefan Empter

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Über das Projekt

MYSKILLS - Berufliche Kompetenzen erkennen

Bundesagentur für Arbeit und Bertelsmann Stiftung haben den Test MYSKILLS entwickelt. Der Test macht berufliches Handlungswissen sichtbar. Er soll auf dem Arbeitsmarkt die Chancen der Menschen erhöhen, die ihre informell oder non-formal erworbenen Kompetenzen bislang kaum belegen konnten. Arbeitsagenturen und Jobcenter bieten MYSKILLS künftig für 30 Berufe in jeweils sechs Sprachen an.

KFZ Werkstatt

Qualifizierung

MYSKILLS – Neuer Test macht berufliches Wissen sichtbar

Ohne Abschluss auch kein Job – so ergeht es vielen Menschen in Deutschland, auch wenn sie bereits jahrelang gearbeitet haben. Doch wie kann man Flüchtlinge und Arbeitslose ohne Berufsabschluss leichter in den Arbeitsmarkt integrieren? Der neue Test MYSKILLS, den wir gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit entwickelt haben, soll dabei helfen. weiterlesen

Plenumssaal Forum MYSKILLS 28.06.2018

Veranstaltung

Forum MYSKILLS

Am 28. Juni 2018 fand das gemeinsam von Bertelsmann Stiftung, Bundesagentur für Arbeit und Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) organisierte „Forum MYSKILLS: Berufliche Kompetenzen erkennen. Qualifikationen fördern. Fachkräfte sichern.“  im Humboldt Carré in Berlin statt.  weiterlesen


MYSKILLS - Berufliche Kompetenzen erkennen - Fragen und Antworten

Der Test ist für alle Arbeitssuchenden geeignet, die mehrjährige Erfahrung in einem der Berufe von MYSKILLS mitbringen, aber keinen Berufsabschluss haben. Er wendet sich auch an Geflüchtete und Migranten, die aus ihrem Herkunftsland berufliche Kompetenzen mitbringen, dafür aber keine Nachweise vorlegen können. Ihre Fähigkeiten waren bislang für die Vermittler der Arbeitsagenturen und Jobcenter sowie für potenzielle Arbeitgeber nur schwer einzuschätzen, was eine Integration in den Arbeitsmarkt erschwerte. Das Testverfahren MYSKILLS liefert jetzt eine verlässliche Standortbestimmung, was jemand in einem Beruf kann.

Ausschließlich Arbeitsagenturen und Jobcenter bieten die Tests an. Wer einen Test in einem der angebotenen Berufe absolvieren möchte, muss sich an seinen Berater in der Arbeitsagentur oder Jobcenter wenden.

Jeder computergestützte Test enthält rund 120 berufsspezifische Fragen und dauert ungefähr vier Stunden. Die Teilnehmer sehen Videos und Bilder von typischen betrieblichen Praxissituationen und erhalten dazu fachliche Fragen. Die Testergebnisse werden automatisch generiert und können bereits in den folgenden Tagen in einem Beratungsgespräch besprochen werden. Es entsteht ein differenziertes Bild, in welchen Tätigkeitsbereichen der Teilnehmer handlungssicher ist. 

Die Kompetenztests helfen den Beratern in den Arbeitsagenturen und Jobcentern, die individuelle Vermittlung gezielter zu gestalten. Aus den Testergebnissen lässt sich ableiten, ob eine frühzeitige direkte Arbeitsmarktintegration angestrebt werden oder zunächst eine Qualifizierung erfolgen sollte. 

Die Kompetenztests werden für insgesamt 30 Berufe entwickelt. Für acht Berufe sind die Tests bereits deutschlandweit im Einsatz: KFZ-Mechatroniker/in, Verkäufer/in, Koch/Köchin, Fachkraft für Metalltechnik - Konstruktionstechnik, Tischler/in, Hochbaufacharbeiter/in, Bauten- und Objektbeschichter/in (Maler/in) sowie Landwirt/in.

MYSKILLS wird auf 30 Berufe erweitert. Die Gesamtliste der Berufe finden Sie hier:

·       Kfz-Mechatroniker/in

·       Verkäufer/in

·       Koch/Köchin

·       Hochbaufacharbeiter/in – Schwerpunkt Maurerarbeiten

·       Fachkraft für Gastgewerbe

·       Landwirt/in

·       Fachkraft für Metalltechnik – Fachrichtung Konstruktionstechnik

·       Ausbaufacharbeiter/in – Schwerpunkt Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten

·       Tischler/in

·       Elektroniker/in – Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik

·       Bauten- und Objektbeschichter/in (Maler/in)

·       Friseur/in

·       Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

·       Altenpflegehelfer/in

·       Änderungsschneider/in

·       Fachlagerist/in

·       Bäcker/in

·       Berufskraftfahrer/in

·       Fachinformatiker/in – Fachrichtung Systemintegration

·       Industrieelektriker/in – Fachrichtung Betriebstechnik

·       Maschinen- und Anlagenführer/in – Schwerpunkt Metalltechnik

·       Tiefbaufacharbeiter/in – Schwerpunkt Straßenbauarbeiten

·       Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice

·       Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk – Schwerpunkt Bäckerei

·       Klempner/in

·       Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik

·       Hauswirtschafter/in

·       Gärtner/in – Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau

·       Gebäudereiniger/-in

·       Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Für eine schnelle Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Migranten ist es wichtig, deren berufliche Kompetenzen frühzeitig zu erfassen. Deshalb werden die Tests nicht nur in Deutsch, sondern auch in Hocharabisch, Persisch (Farsi), Russisch, Türkisch und Englisch angeboten. So kann die Arbeitssuche früher beginnen, und Deutschkurse können berufsbegleitend belegt werden.

Testteilnehmer/innen können auf Basis des Testergebnisses besser einschätzen, welche Anforderungen ein Beruf in Deutschland stellt und in welchen Bereichen ihre Stärken liegen. Sie erhalten einen Eindruck von etwaigen Qualifizierungslücken und können sich gezielt um Weiterbildungen bemühen.

Die Kompetenztests erleichtern die passgenaue Vermittlung in Qualifizierung, Probearbeit, Praktikum oder Beschäftigung. 

Arbeitgeber erhalten ein differenziertes Bild über das berufliche Handlungswissen, das ein Bewerber aufgrund seiner Erfahrung mitbringt, auch wenn anerkannte Zeugnisse fehlen. Dadurch können Unternehmer besser einschätzen, ob jemand auf eine offene Stelle in ihrem Betrieb passt.

Nein. Das Testergebnis wird einzig und allein zur Unterstützung bei der Arbeitssuche verwendet. Die Teilnahme am Test ist freiwillig. Ebenso entscheidet der Teilnehmer selbst, ob er das Testergebnis seinen Bewerbungsunterlagen beifügt. Alle sonstigen Rechte und Pflichten bleiben von Testteilnahme und Testergebnis unberührt.

Die Tests werden von Experten der jeweiligen Berufe und Wissenschaftlern entwickelt. Sie werden unter Einbezug von Arbeitgebern, Prüfern, Ausbildern, Berufschullehrern, Berufsfachverbänden und Kammervertretern entwickelt.

Wissenschaftler/innen des Forschungsinstituts für berufliche Bildung (f-bb), der Humboldt- und der Freien Universität Berlin, der Universität Ulm, der Universität Potsdam und des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (DIPF) begleiten und überprüfen jeden Schritt der Entwicklung und Umsetzung des Testverfahrens (Psychometrie, Kompetenzmodellierung, Testscoring, Itemkonstruktion, Testheftentwicklung, statistische Analysen, Evaluation). Zusätzlich wird das Projekt von einem Projektbeirat mit Vertretern und Vertreterinnen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, der Kammern (ZDH, DIHK) und aus Bundesministerien begleitet.

MYSKILLS ergänzt bestehende Instrumente zur Kompetenzfeststellung von Migrant/innen. Bislang fehlte ein schnell durchzuführendes, aussagekräftiges und bundesweit einheitliches Instrument, das informell erworbene Kompetenzen für die Ausübung von beruflichen Tätigkeiten erfasst.

Wer bei MYSKILLS gut abschneidet, kommt eventuell für formale Anerkennungsverfahren wie ValiKom oder eine Externenprüfung in Frage, die getestete Kompetenzen am Standard von ganzheitlichen Berufsabschlüssen bewerten.

Die Bertelsmann Stiftung will Teilhabe fördern. Mit unseren Studien analysieren wir, wo und für wen es an Chancen mangelt, zeigen Gründe für Defizite auf und entwickeln Lösungsvorschläge. Diese Studien sind aber nur ein Bestandteil unserer Arbeit, wenn auch der öffentlich meist stärker wahrgenommene. Ein anderer wichtiger Teil unserer Arbeit besteht darin, die Lösungsvorschläge in Pilotprojekten zu testen und in die Praxis umzusetzen. Das gilt etwa für einen unserer Arbeitsschwerpunkte, der besseren Integration von arbeitssuchenden Menschen, insbesondere mit Fluchthintergrund, in den Arbeitsmarkt.

Aus ihrer langjährigen Programmarbeit hat die Bertelsmann Stiftung viele wissenschaftliche Erkenntnisse und empirischen Beobachtungen zu den Themen Aus- und Weiterbildung, Kompetenzanerkennung sowie Migration zusammengetragen. In den vergangenen Jahren hat die Stiftung zum Beispiel die sogenannten Kompetenzkarten entwickelt, die in der Integrationsberatung sehr stark nachgefragt werden. Diese Erfahrungen nutzt die Bertelsmann Stiftung, um gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Kompetenzfeststellung zu standardisieren und sprachunabhängig zu ermöglichen. Berufserfahrung von Geflüchteten und Migranten schnell und einfach zu erkennen, ist nach unserer Überzeugung ein Meilenstein auf dem Weg zu schnellerer und besserer beruflicher und gesellschaftlicher Integration.

Publikationen


 

Publikation

Potenziale erkennen - Kompetenzen sichtbar machen

Die Broschüre ist in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) und in enger Kooperation mit den Spitzenverbänden ... weiterlesen

Publikation

Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen: bestehende Praxisansätze und weiterführende Empfehlungen

Deutschland steht vor der Herausforderung, Hunderttausende Flüchtlinge ins Erwerbsleben zu integrieren. Die vorliegende Studie von Jutta Aumüller ... weiterlesen

Publikation

Die Arbeitsintegration von Flüchtlingen in Deutschland

Kaum ein Thema bewegt die Menschen im Land zurzeit so sehr wie die aktuelle Flüchtlingskrise. Qualifikationen, Fähigkeiten, Motivation und ... weiterlesen

Publikation

Wenn aus Kompetenzen berufliche Chancen werden

Deutschland braucht ein verbindliches Anerkennungssystem für non-formal oder informell erworbene Kompetenzen, um Chancengerechtigkeit auf dem ... weiterlesen

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