Drei Personen in einer Arbeitsgruppe vor einem Laptop in einer Bibliothek.
Arne Weychardt

Kompetenzen, die für den Erwerb eines Berufsabschlusses noch fehlen, können in einem System modularer Nachqualifizierung schrittweise über Teilqualifikationen erworben werden. Bestehende Initiativen, beispielsweise der Industrie- und Handelskammern, der Arbeitgeber sowie kommunaler Anbieter zeigen, wie die modulare Qualifizierung organisiert werden kann. Sie zeigen auch, dass diese Form der Qualifizierung funktioniert. 

So gibt es viele verschiedene Initiativen zur Teilqualifizierung in Deutschland. Allerdings sind die meisten Ansätze nur für wenige Berufe und zudem nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar. Darüber hinaus sind die Module für Teilqualifikationen der verschiedenen Ansätze untereinander nicht anschlussfähig. Bevor eine Skalierung modularer Nachqualifizierung stattfinden kann, gilt es daher, kritische Erfolgsfaktoren vorhandener Ansätze zur Nachqualifizierung zu identifizieren. Aus ihnen lassen sich Empfehlungen ableiten, die zeigen, wie durch gemeinsame Standards sowohl die Abschlussquoten als auch die Reichweite der Ansätze optimiert werden können.

Projektaktivitäten

Das Kölner Bildungsmodell  zeigt, wie modulare Qualifizierung erfolgreich sein kann. Es wurde 2014 auf Basis einer nutzerbasierten Konzeption im Kommunalen Bündnis für Arbeit entwickelt und anschließend ins Leben gerufen. Finanziert durch das Jobcenter Köln wurden bisher (Stand Februar 2017) 625 Teilnehmer gefördert. Mittlerweile ist das Angebot Teil der Regelförderung. Gemeinsam mit dem Jobcenter Köln und der Stadt Köln führt die Stiftung eine Evaluation des Kölner Bildungsmodells durch. Ziel ist es, Erfolgsfaktoren und Empfehlungen mit Blick auf Reichweite und Abschlussquoten herauszuarbeiten, die zeigen, wie ein flächendeckendes und anschlussfähiges Angebot zur modularen Qualifizierung gestaltet werden kann.

Aufbauend auf dieser und bereits vorhandenen Evaluationen von Ansätzen zur Teilqualifizierung werden in einer Reihe thematischer Workshops mit Stakeholdern aus dem Bereich Nachqualifizierung Fragen thematisiert, die für die wirkungsvolle Gestaltung von Teilqualifizierungen zentral sind, z.B.:

  • Welche Modelle von Teilqualifizierung gibt es in Deutschland?
  • Was sind Erfolgsfaktoren gelingender Nachqualifizierung?
  • Wie lassen sich diese durch geschicktes Monitoring erfassen?
  • Wie sehen sinnvolle Finanzierungsmodelle für Teilqualifikationsansätze aus?
  • Welche Formen der begleitenden Beratung sind notwendig?
  • Welche Einbettung der Qualifizierung in Unternehmen ist erfolgsversprechend?

Anschließend sollen gemeinsam mit Arbeitsverwaltung, Kammern, Sozialpartnern und Bildungsträgern auf Basis der identifizierten Erfolgsfaktoren modulare Qualifizierungen für ausgewählte Berufe entwickelt werden. Dabei zeigt das Projekt Aufstieg durch Kompetenzen am Beispiel mehrerer Berufe auf, wie ein flächendeckendes, anschlussfähiges Angebot zur modularen Qualifizierung konkret gestaltet werden kann, das Menschen erfolgreich zum Berufsabschluss führt.

Mit Studien zur öffentlichen Finanzierung der Weiterbildung zeigt Projekt, dass staatliche Förderansätze nötig sind, um die Weiterbildungsbenachteiligung von Menschen ohne Berufsabschluss zu verringern. Dabei macht der bereits 2015 und 2016 erschienene Deutsche Weiterbildungsatlas zweijährlich die sozial und regional ungleiche Verteilung von Weiterbildungschancen und -angeboten transparent. 

 

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