Frau mit Broschüren im Arm lächelt in die Kamera. Im Hintergrund sind schemenhaft ein Arbeitsplatz und 3 weitere Personen zu erkennen.
Arne weychardt / Bertelsmann-Sti

In Deutschland haben Millionen Menschen über 25 Jahren berufsrelevante Erfahrungen gesammelt, ohne einen entsprechenden Berufsabschluss vorweisen zu können. Diese informell und non-formal erworbenen Kompetenzen bleiben im schlimmsten Fall unsichtbar, im besten Fall kennt sie der aktuelle Arbeitgeber und fördert die Berufslaufbahn.  Spätestens wenn aber ein Arbeitgeberwechsel ansteht, gibt es in Deutschland keine ausreichenden Möglichkeiten, sie formal nachzuweisen, und dadurch einem drohenden beruflichen Abstieg vorzubeugen. Das muss sich ändern. Erstens, weil es nur so faire Teilhabe- und Aufstiegschancen für die Menschen gibt, die formal unterqualifiziert sind. Zweitens, weil es ineffizient ist, in zeit- und kostenintensiven Weiterqualifizierungen erneut die Kompetenzen zu vermitteln, die bereits vorhanden sind. Drittens, weil wir nur durch das Heben auch inländischer Potenziale die Fachkräftebedarfe der Zukunft werden decken können.

Gemeinsam mit Partnern aus der beruflichen Bildung entwickelt das Projekt daher Vorschläge für ein standardisiertes und skalierbares Verfahren zur Prüfung und Anerkennung von Kompetenzen in Form von Teilqualifikationen. Zunächst beleuchtet das Projekt dabei vorhandene Verfahren aus dem In- und Ausland. Das resultierende Verfahren soll anschlussfähig sein an bestehende deutsche Instrumente der Kompetenzerfassung.

Das Projekt möchte hiermit zu einer stärkeren Kompetenzorientierung im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt beitragen. Dazu entwickelt das Projekt auch Hinweise zu institutionellen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die für eine Skalierung notwendig sind.

Das Projekt veröffentlicht darüber hinaus Studien zum Umfang ungenutzter Kompetenzpotenziale. Einerseits, um zu erfahren, wie vielen Menschen ein System der Anerkennung beruflicher Kompetenzen gerechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnen kann. Andererseits, um den möglichen Beitrag eines Anerkennungssystems zur Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte zu eruieren. 

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