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Thomas Kunsch, Bielefeld

Als ab 2005 während der ersten Projektphase 44 Schulen an den Start gingen, und das Konzept „Musikalische Grundschule“ erstmalig in einem Bundesland erprobt wurde, konnte noch niemand den musikalischen "Dauerbrenner“  voraussehen. Ab 2008 folgten in einer zweiten Projektphase 53 weitere Schulen. Ziel war es in dieser Phase, die begonnene Entwicklungsarbeit an den Projektschulen zu verstetigen und natürlich weitere Schulen für die Idee zu gewinnen. Knapp zehn Jahre später hat sich die Musikalische Grundschule  in Hessen etabliert. Sie ist an 90 Schulen fester Bestandteil des Schulprogrammes und sogar vom Projektstatus in die Regelpraxis überführt. Was genau ist das Erfolgsrezept?

Starke Kooperationsstrukturen und Netzwerke – das Rückgrat der Musikalischen Grundschule

Das Hessische Kultusministerium und die Bertelsmann Stiftung entwickelten im engen Schulterschluss das Konzept "Musikalische Grundschule“. Unterstützt von Praktikern entstand so ein Modell, das auf starke Kooperationsstrukturen und ein starkes, nachhaltiges Praxisnetzwerk setzt. So finden die Schulen im Alltag in ihren regionalen Verbünden Unterstützung, die die zuständigen staatlichen Schulämter mit aufbauten. Musik-Koordinatoren, Schulleitungen sowie die jeweiligen Grundschuldezernenten sind hier vertreten. Die Verbünde gewährleisten eine langfristige Entwicklungsarbeit an den einzelnen Schulen und eine gute Zusammenarbeit der Schulen untereinander. 

Musizierende Kinder

Ein vom Hessischen Kultusministerium eingesetzter Landeskoordinator sorgt für den notwendigen Informationsfluss und die Koordination zwischen allen regionalen Verbünden. Jährlich organisiert er die Fachtagung "Musikalische Grundschule", die die landesweite Vernetzung der Projektschulen unterstützt. In Workshops tauschen die Musikkoordinatoren und Schulleitungen ihre Erfahrungen aus und bilden sich gemeinsam zu aktuellen Themen weiter.

Was genau bringt aber ein "Mehr" an Musik in allen denkbaren Bereichen des Schulalltages?

Das Team um Prof. Dr. Frauke Heß von der Universität Kassel ging dieser Frage zur Musikalischen Grundschule Hessen von 2005 bis 2010 in einer ersten und zweiten Evaluation nach. Und die Ergebnisse  lassen aufhorchen:  Sie zeigen, dass …

  • die Musikalisierung des Schulalltages sich positiv auf die Schulkultur auswirkt; dies gilt besonders für die Beziehungskultur und die pädagogische Kultur
  • das Projekt die Kommunikation im Kollegium zu gemeinsamen pädagogischen Zielen anstößt
  • die Qualität der Absprachen und die Zusammenarbeit im Kollegium sich verbessern
  • die Wahrnehmung des kollegialen Zusammenhalts sich steigert
  • die Identifikation mit der Schule sich erhöht

Und eine weitere Studie zur Nachhaltigkeit von Prof. Dr. Andreas Lehmann-Wermser von der Universität Bremen belegt, dass auch nach dem Ausstieg der Bertelsmann Stiftung das Projekt auf unverändert hohem Niveau weiterläuft!

 

 

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