Im Mittelpunkt des Projektes standen die Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel, ihre Lern- und Lebenschancen zu verbessern. Dies sollte erreicht werden durch

  • die qualitätsorientierte Selbststeuerung an Schulen
  • und die Entwicklung regionaler Bildungslandschaften.

Das Projekt startete zunächst mit 237 Schulen und ermöglichte kurz darauf 41 weiteren Schulen aus den Modellregionen den Einstieg in die Selbstständigkeit, sodass insgesamt 278 Schulen teilnahmen. Ab 2004 hatten weitere Schulen in den bestehenden Projektregionen die Möglichkeit, als Korrespondenzschulen von den inzwischen in den Regionen aufgebauten Unterstützungsleistungen zu profitieren. Bis 1. April 2008 nahmen 413 Schulen in den bestehenden Regionen dieses Angebot an. Insgesamt waren damit fast 800 Schulen am Projekt beteiligt. Von 54 potenziellen Regionen in NRW nahmen 19 am Projekt teil: 9 kreisfreie Städte, 8 Kreise und 2 »Sonderregionen« (Kooperationen kreisangehöriger Städte und Gemeinden ohne aktive Beteiligung der Kreise). Damit war es eines der größten Schulentwicklungsprojekte Deutschlands. Dies galt sowohl hinsichtlich der beteiligten Zahl an Schulen, als auch hinsichtlich des realisierten Ausmaßes einzelschulischer Gestaltungsfreiheit und der Verbindung von unterrichts- und verwaltungsbezogenen Maßnahmen. Es war zudem eines der ersten Projekte an der Schnittstelle zwischen staatlicher, kommunaler und einzelschulischer Bildungsentwicklung.

Ziel des Projektes war die Verbesserung der Qualität schulischer Arbeit und insbesondere des Unterrichts. Die Diskussion im Zusammenhang mit internationalen Schulleistungsvergleichen wie PISA bestärkte die Projektträger in ihrer Auffassung, dass jede Schulentwicklungsmaßnahme sich auf die Verbesserung des Lernens bei Schülerinnen und Schüler beziehen muss. Dazu sollten neu aufzubauende regionale Bildungslandschaften die Qualität von Bildung und Ausbildung einer Region verbessern.

»Selbstständige Schule« war ein Projekt, an dem Regionen aus NRW mit einer bestimmten Anzahl ihrer Schulen teilnehmen. Die Berücksichtigung der Region als wesentlicher Faktor für eine gelingende Schulentwicklung war eine Besonderheit dieses groß angelegten Schulentwicklungsprojektes. Regionale Beratungs- und Unterstützungsstrukturen sollten die Schulen bei ihrer Entwicklungsarbeit unterstützen. Der Aufbau einer staatlich-kommunalen Verantwortungsgemeinschaft als strukturelle Voraussetzung für eine regionale Bildungslandschaft, in der alle Akteure im Bereich Schule und Bildung zur Verbesserung der Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen kooperieren, wurde neben der Konsolidierung der bisherigen Entwicklungsprozesse für die zweite Projekthälfte fokussiert.

Das Projekt »Selbstständige Schule« wurde wissenschaftlich begleitet von einem Konsortium aus WissenschaftlerInnen der Universitäten Dortmund und Essen/Duisburg. Die wissenschaftliche Begleitforschung bezog sich auf die zentralen und übergeordneten Zielbereiche des Projektes. Es galt insbesondere herauszufinden, inwieweit erhöhte Eigenverantwortlichkeit von Schule auch das Lernen der Schülerinnen und Schüler verbessern hilft. Deshalb wurde ein umfangreiches Forschungsdesign entwickelt, das neben verschiedenen methodischen Untersuchungen auch den Einsatz von Leistungstests in einem Teil der Schulen vorsah.