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Chronologie

Die Historie der Bertelsmann Stiftung im zeitlichen Verlauf können Sie hier erforschen.

Errichtung der Bertelsmann Stiftung


Stifter und Gründer Reinhard Mohn mit seiner Frau Liz Mohn.

"In einer Demokratie muss der Staat auf die Initiative und Einsatzbereitschaft seiner Bürger zählen können." Gemäß dieser Überzeugung errichtet Reinhard Mohn am 8. Februar 1977 die gemeinnützige Bertelsmann Stiftung, die am 14. März 1977 genehmigt wird. Die Stiftung setzt das gesellschaftspolitische, kulturelle und soziale Engagement der Inhaberfamilien Bertelsmann und Mohn in institutionalisierter Form fort und soll zugleich die Unternehmenskontinuität sichern. Deshalb macht Reinhard Mohn die gemeinnützige Stiftung zur Mehrheitseigentümerin der Bertelsmann AG. 

Förderungsschwerpunkte sind zunächst die Bereiche Führungstechniken in Wirtschaft und Staat, Medien, Kultur, Bildung sowie das Sozial- und Gesundheitswesen. Als erste Veröffentlichung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erscheint 1978 die Untersuchung "Kommunikationsverhalten und Buch". Angesichts der schnell wachsenden Zahl von Aktivitäten richtet die Bertelsmann Stiftung zum 1. Januar 1979 eine Geschäftsführung ein. Erster Geschäftsführer ist bis 30. September 1990 Dr. Hans-Dieter Weger. Seine Büroräume befinden sich zunächst in einem Zweifamilienhaus in der Carl-Miele-Straße 198.


Grundlagenstudie "Kommunikationsverhalten und Buch"

Als eine intermediale Studie hatte die Untersuchung zum Ziel, die Stellung und Bedeutung des Buches als Kommunikationsmittel im Rahmen aller übrigen Medien zu erforschen. Einerseits sollten möglichst objektive Daten für die Nutzung des Buches im Vergleich zu anderen Medien gewonnen, andererseits sollte der subjektive Nutzen des Buches aus der Sicht seiner Leser/Nutzer deutlich werden. Zudem beschränkte sich die Untersuchung nicht allein auf die erwachsene Bevölkerung; ebenfalls Kinder und Jugendliche wurden einbezogen, um insbesondere auch die Bedeutung des Buches als Schul-, Lehr- und Fachbuch sichtbar zu machen. Zur Realisierung der Zielvorstellung wurde ein mehrstufiges Untersuchungsverfahren gewählt, das sich über Gruppendiskussionen, Aufbau des Fragebogens, Befragung von 2.015 Erwachsenen sowie 821 Kindern und Jugendlichen, schriftliche Zusatzerhebung, Typologie-Analysen und Auswertung erstreckte. Die Untersuchungsergebnisse legen medien- und gesellschaftspolitische Schlussfolgerungen nahe. Sie bestätigen, dass sich das Buch längst vom Medium einer kleinen Minderheit zum Massenmedium entwickelt hat. Unterscheidet man nach den verschiedenen Altersgruppen, so zeigt sich das Buch als ein Medium besonders der jüngeren Menschen. Die Ergebnisse belegen darüber hinaus, dass die elektronischen Medien und die Lese-Medien keineswegs Konkurrenten in dem Sinne sind, dass Fernsehen das Buch verdrängt.

Aktivitäten in Israel

1979 verabreden der Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem und Reinhard Mohn für das Jahr 1980 die Einführung des Studienprogrammes "Qualität des Arbeitslebens" an der Jerusalemer Universität. Diese Zusammenarbeit bildet nicht nur den Ausgangspunkt für langjährige Initiativen der Bertelsmann Stiftung in israelischen Schulen und Universitäten. Sie ist zugleich bedeutend für die Festigung der deutsch-israelischen Beziehungen und die Förderung des deutsch-jüdischen Dialoges, einem zentralen Anliegen der Bertelsmann Stiftung. Um durch offene und konstruktive Gespräche das Verständnis beider Seiten füreinander zu verbessern, lädt die Bertelsmann Stiftung seit 1992 zudem regelmäßig Persönlichkeiten des jüdischen Lebens aus aller Welt ein zu informellen Gesprächen mit deutschen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Medien.


Studienprogramm "Qualität des Arbeitslebens" an der Hebräischen Universität Jerusalem


Symposium "Labor Force Policy and Unemployment Prevention" an der Hebräischen Universität Jerusalem, 1982. Von links: Reinhard Mohn, Rivka Bar-Yosef, Israel Kessar und Naftali Blumenthal.

Unter dem umfassenden Thema "Qualität des Arbeitslebens" steht die langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen der Hebräischen Universität Jerusalem und der Bertelsmann Stiftung. Ein inzwischen aufgebautes Studienprogramm an dieser Hochschule befasst sich mit Einzelthemen wie "Humanisierung der Arbeit", "zeitgemäße Unternehmensstrukturen", "moderne Führungsgrundsätze", "Arbeitsgestaltung", "soziale Sicherung der Arbeitnehmer" oder grundsätzlich "Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern". Eine starke Praxisorientierung in Lehre und Forschung ist das besondere Anliegen der für dieses Programm verantwortlichen Wissenschaftler.


Umzug in die Hauptverwaltung

Im III. Quartal verlässt die Bertelsmann Stiftung ihr erstes Domizil in der Carl-Miele-Straße 198. Geschäftsführer Dr. Hans-Dieter Weger und seine Sekretärin Frau Mützlitz – damals neben Reinhard Mohn die einzigen Mitarbeiter der Stiftung – beziehen Büroräume in der Hauptverwaltung der Bertelsmann AG.


Untersuchung zur sozialen Integration von Ausländern am Beispiel Gütersloh

Insbesondere für Mittelstädte ist die Frage der Integration ausländischer Mitbürger bis zu diesem Zeitpunkt kaum ausführlich untersucht worden. Um diesem Defizit zu begegnen, fördert die Bertelsmann Stiftung seit 1980 die Erstellung einer Studie, die sie 1981 gemeinsam mit der Stadt Gütersloh herausgibt unter dem Titel "Integration von Ausländern – Illusion oder realistische Perspektive?". Zwischen 1980 und 1983 werden zudem Einrichtung und Arbeit von zwei Leseclubs für deutsche und ausländische Jugendliche in Gütersloh gefördert.

 

Medienpädagogisches Projekt am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh


Reinhard Mohn vor dem Gebäude des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh, 1986.

Inhalt der Zusammenarbeit ist eine stufenweise Ausstattung des Gymnasiums mit unterrichtswirksamen Medien. Die Ausgangsüberlegung zielte darauf ab, praktische Erfahrungen auf dem noch sehr diskutierten Gebiet der Mediendidaktik zu sammeln und einen Beitrag zu leisten zur Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit audiovisuellen Medien in Schulen. Die pädagogische Federführung und Verantwortung bei der Bestimmung des Projektinhaltes und bei dessen Realisierung liegen bei den Zuständigen und Verantwortlichen im Gymnasium. So ist denn auch das Konzept in der Schule - unter Mitwirkung sowohl der Lehrer als auch der Eltern und Schüler - entstanden, anschließend in beiderseitiger Abstimmung in Vertragsform gegossen und vom Kultusministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gutgeheißen worden. Das Konzept sieht drei Phasen vor zunächst die Einrichtung von Arbeitsplätzen. Das Ziel besteht darin, den Umgang mit einzelnen Medien zu erproben, didaktisch bewusst zu machen und Organisationsverfahren im überschaubaren Rahmen zu praktizieren. Danach folgt die Umrüstung des Altbaus auf die Zwecke des Projektes hin. Hier besteht die Aufgabe, ein breites Medienangebot in allen Fächern zu ermöglichen und umfassende Erfahrungen im Alltag des Unterrichts zu sammeln. Als Letzte erfolgten die Errichtung eines Neubaus und dessen Ausstattung mit einer Schulbibliothek und audiovisuellen Arbeitsplätzen, mit Sprachlaboren, einem Multimediaraum und einer Informatikabteilung.


Uveitis


Seit 1981 fördert die Bertelsmann Stiftung die Augenklinik der Universität Kiel bei der Erforschung der Diagnostik und Therapie der Uveitis, einer akuten und chronischen Entzündung der Aderhaut  Diese schweren Erkrankungen im Augeninneren können zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Verlust des Sehvermögens führen. Sie stellen nicht nur wegen der großen Zahl der beobachteten Fälle einen ophthalmologischen Problembereich dar, sondern auch wegen der Schwierigkeit, ihre Ursachen zu erkennen und eine adäquate Therapie zu finden. Chronische Aderhautentzündungen finden sich in jedem Lebensalter, jedoch sind je nach Entzündungstyp bestimmte Altersgruppen gehäuft betroffen. Im Rahmen eines Kleingruppenversuches zur Prüfung der Heilkraft eines Aufenthaltes in einem warmen und sonnigen Klima fuhren 1981 vier an Uveitis erkrankte Kinder mit Betreuern für drei Wochen an das Tote Meer in Israel. Die Krankheitsaktivität wurde registriert und nach einer anschließenden einjährigen Beobachtungsphase mit dem Krankheitsverlauf vor der Klimatherapie verglichen. Zur Unterstützung und Erleichterung der Uveitis-Diagnostik und -Therapie, aber auch zur Dokumentation von Netzhautbefunden wurde eine Spezialkamera angeschafft. Diese ermöglicht fluoreszenzangiographische Untersuchungen bei Entzündungen der vorderen und hinteren Anteile der Aderhaut. Mit Hilfe der Stiftungsförderung konnte auch eine umfassende Aufbereitung der Literatur zum Themenbereich "Uveitis" erfolgen -  spezielle Schwerpunkte lagen in den Gebieten "Corticosteroide", "Klimatherapie" und "kindliche Uveitis".

Vorstellung erster Tätigkeitsbericht


Erster Tätigkeitsbericht der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 1982.

Auf einer Pressekonferenz im Düsseldorfer Industrieclub wird am 22. Juni 1982 der erste Tätigkeitsbericht der Bertelsmann Stiftung vorgestellt. Nach zunächst zwei- bis dreijährlichem Erscheinen informiert seit 1990 ein jährlich veröffentlichter Bericht über die zunehmenden Projektaktivitäten und Stiftungsinitiativen.


Studie "Jugend und Medien"


Die Studie "Jugend und Medien" vermittelt ein facettenreiches Bild von den Beziehungen der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu den Massenmedien: Die junge Generation zeigt ein differenziertes und individualisiertes Verhalten gegenüber Fernsehen, Hörfunk, Kassetten und Platten, Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Kino. Die Studie liefert nicht nur Informationen über den Umfang und die Struktur der Mediennutzung, sie beantwortet auch Fragen nach den Funktionen und Images der verschiedenen Medien. Die zentrale Rolle der Medien im Alltag, vor allem in der Freizeit der jüngeren Generation, wird bestätigt.

Beirat der Bertelsmann Stiftung eingerichtet

Mit seiner konstituierenden Sitzung am 13. Januar 1983 nimmt der Beirat der Bertelsmann Stiftung seine Arbeit auf. Als erste Beiratsmitglieder tragen die Professoren Dr. Friedhelm Farthmann, Dr. Eberhard Witte und Dr. Kurt Biedenkopf sowie der Verleger Dr. Gerd Bucerius, Reinhard Mohn und Dr. Hans-Dieter Weger zur Qualitätssicherung der Stiftungsarbeit bei.


Symposium "Zeitgemäße Organisation und Gestaltung der Führungsspitze von Unternehmen"


Am 15. September 1983 veranstaltet die Stiftung in Düsseldorf ein Kolloquium zu diesem Thema. Führende Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, die im Aufsichtsrat oder im Vorstand eines Unternehmens tätig sind, nehmen an der Veranstaltung teil. Referate über die Führungsmodelle in deutschen und amerikanischen Unternehmen sowie über Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung der dualen Führungsspitze in den deutschen Aktiengesellschaften werden vorgetragen und erörtert.

Die Thematik dieses Kolloquiums wird behandelt in einer von der Bertelsmann Stiftung herausgegebenen Broschüre mit dem Titel "Zeitgemäße Gestaltung der Führungsspitze von Unternehmen - Gedanken und Anregungen".

Eröffnung der Stadtbibliothek Gütersloh


Die Stadtbibliothek Gütersloh um 1984.

Am 4. Mai 1984 wird der Öffentlichkeit die Stadtbibliothek Gütersloh GmbH übergeben. Die benutzerfreundliche, dreigeteilte Bibliothek beherbergt neben einer neu entwickelten Kinder- und Jugendbibliothek auch Medio- und Artothek sowie das Lesecafé. Die Gründung der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH geht auf einen Gesellschaftsvertrag zurück, den die Stadt Gütersloh und die Bertelsmann AG am 25. Juni 1979 geschlossen hatten. 1982 übernahm die Bertelsmann Stiftung die Anteile der AG. Im selben Jahr begann auch der Neubau des Bibliotheksgebäudes im Gütersloher Stadtzentrum.


Gefäßkrankheiten


Liz Mohn bei Vorführung der intracraniellen Doppler-Sonografie an der Neurologischen Universitätsklinik Düsseldorf, 1984. Von links: Liz Mohn, Michael Hennerici und Hans-Peter Hartung.

Hirngefäßkrankheiten stehen in der Bundesrepublik Deutschland nach den bösartigen Tumoren und dem Herzinfarkt an dritter Stelle der Todesursachen. Sie haben sich trotz zunehmender Diagnostik und pharmakologischer Möglichkeiten kaum vermindert. Die bisherige Erfassung von Gefäßkrankheiten des Gehirns konnte nur durch aufwendige und häufig auch belastende Untersuchungen erfolgen, die zudem mit Risiken durch die Untersuchungstechnik behaftet sind. Um einen Beitrag zur Früherkennung dieser lebensbedrohenden Krankheit zu leisten, fördert die Bertelsmann Stiftung seit 1984 drei Forschungsprojekte.


Internationales Bibliotheks-Kolloquium


Vom 29. Oktober bis zum 2. November 1984 veranstaltet die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh ein Kolloquium unter dem Thema "Öffentliche Bibliotheken heute und morgen - Neue Ansätze für Zielsetzungen und Management". Das Programm hatte ein mit sachkundigen Bibliothekaren aus dem In- und Ausland besetzter Arbeitskreis gestaltet. Die Behandlung von Fragen zu den neuen Medien, dem Einsatz des Computers in Bibliotheken, der Unterstützung von Bibliotheken durch zentrale Stellen, der Öffentlichkeitsarbeit und zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Bibliotheken vervollständigten das Programm des Kolloquiums. Unter der Leitung erfahrener Direktoren deutscher Großstadtbibliotheken findet ein intensiver Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen 25 in- und ausländischen Bibliotheksfachleuten statt. Teilnehmer sind Bibliotheksdirektoren, -wissenschaftler, -forscher und -berater aus acht Ländern mit Bibliothekstradition und mit heute äußerst fortschrittlichen Konzeptionen in verschiedenen Bibliotheksbereichen: Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Kanada, die Niederlande, Schweden, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Bundesrepublik Deutschland. Die genannten Themen werden in Referaten und Diskussionen gründlich bearbeitet und erörtert.

Verlag Bertelsmann Stiftung gegründet

Aus der Ausweitung der Stiftungstätigkeit resultiert eine stetig zunehmende Zahl von Publikationen. Im Herbst 1985 gründet die Bertelsmann Stiftung ihren eigenen Verlag, um die Projektarbeit besser zu dokumentieren und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Verlagsprogramm umfasst 2014 rund 150 lieferbare Print-Titel und 230 E-Books aus den Schwerpunkten Bildung, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Medizin. Jährlich erscheinen etwa 20 Neuveröffentlichungen.


Fünf Stiftungsmitarbeiter


Die Bertelsmann Stiftung beschäftigt im Herbst 1985 fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Kongress "Produktivvermögen in Arbeitnehmerhand"



Kongress "Produktivvermögen in Arbeitnehmerhand" am 17. Oktober 1985 in Hannover (v. l.): Helmut Schlesinger, Wolfgang Vogt, Birgit Breuel, Klaus Bernhardt, Helmut Geiger und Klaus-Joachim Kübler.

Um Konzepte und praktische Erfahrungen der Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen zu erörtern, veranstaltet die Niedersächsische Landesregierung, die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in der Wirtschaft (AGP) und die Bertelsmann Stiftung am 17. Oktober 1985 in Hannover einen Kongress zum Thema "Produktivvermögen in Arbeitnehmerhand - zweite Stufe". Der Kongress führt Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und Führungskräfte der Wirtschaft, Verwaltung und Verbände zusammen.

Umzug der Bertelsmann Stiftung


Erstes Stiftungsgebäude an der Moltkestraße in Gütersloh, 1991.

Durch die Intensivierung und Ausdehnung der Stiftungsarbeit wächst auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nachdem die Stiftung 1980 ihr erstes Domizil in der Carl-Miele-Straße 198 verlassen hatte, werden nun auch die Büroräume in der Hauptverwaltung der Bertelsmann AG zu eng. Im Mai 1986 bezieht die Stiftung daher ein repräsentatives Gebäude in der Gütersloher Innenstadt.

Berufung des ehemaligen Generalsekretärs der CDU, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, als Vorsitzenden des Beirates

Um die Qualität der Stiftungsarbeit zu verbessern, richtet Reinhard Mohn 1983 einen Beirat ein. Reinhard Mohn beruft Prof. Dr. Kurt Biedenkopf zum ersten Vorsitzenden des Gremiums.


Forschungsprojekt "Kulturraum Europa - Zwischen Einheit und Vielfalt. Strategien und Optionen für die Zukunft Europas"


Neue Herausforderungen im europäischen wie im globalen Rahmen verlangen von den Europäern engere Kooperation, effizientere Politik und schnellere Evolution der gesellschaftlichen Strukturen. Das Kernproblem der Europapolitik liegt in der Steigerung europäischer Entscheidungskapazität, die nur durch Fortschritte der europäischen Integration zu erreichen sein wird. Dabei gilt es, sowohl das aus der europäischen Tradition erwachsene freiheitliche Gesellschaftsbild zu wahren als auch die Identität der unterschiedlichen nationalen und regionalen Kulturen zu respektieren. In diesem Grundverständnis hat die Bertelsmann Stiftung das Projekt "Strategien und Optionen für die Zukunft Europas" initiiert.

Zielvorgabe des Projektes ist es, für anstehende Probleme in den unterschiedlichen Politikbereichen rationale Lösungsvorschläge mit Blick auf die langfristigen Perspektiven zu entwerfen und eine richtungweisende Aussage zur europäischen Integration zu erarbeiten. Hauptanliegen ist es, nach dem politisch Notwendigen zu fragen und sich nicht nur am politisch machbar Erscheinenden zu orientieren. Der Nachweis solcher Lösungsmöglichkeiten soll den Prozess der europäischen Integration ermutigen und zum anderen die Notwendigkeit der Formulierung einer europäischen Gesamtstrategie aufzeigen. Das Projekt ist somit strikt problemorientiert konzipiert und versteht sich auch als Beitrag zur Politikberatung.


1. Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 1987 und Symposium "Kultur zwischen Staat und Kommerz"


1. Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN am 24. Oktober 1987 in der Stadthalle Gütersloh. Preisträger mit Reinhard Mohn und Jurypräsident August Everding. Von links: August Everding, Tania Christova, Nathalie Stutzmann, Andrzej Dobber und Reinhard Mohn.

Dieser Europäische Sängerwettstreit NEUE STIMMEN möchte Gesangstalenten aus dem Opernfach die Chance geben, bereits während des Wettbewerbs mit Orchesterbegleitung - ein Novum in der bisherigen Geschichte von Gesangswettbewerben - vor der Fachöffentlichkeit aufzutreten. Der mittlerweile alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb hat sich als ein wichtiger und fester Bestandteil weltweiten Opernkalender etabliert. Zur ersten Auflage des Wettstreites kommen 29 Sängerinnen und Sänger aus 13 Nationen nach Gütersloh. Die Französin Nathalie Stutzmann, Kontralto, gewinnt den mit 10.000 DM dotierten 1. Preis. Den 2. Preis (5.000 DM) erhält Tanja Christova, lyrischer Sopran, aus Bulgarien. Der 3. Preis (3.000 DM) wird Andrzej Dobber, Bass/Bariton, aus Polen zuerkannt.

Anlässlich des Europäischen Sängerwettstreites NEUE STIMMEN veranstaltet die Bertelsmann Stiftung jeweils ein Symposium. Das Thema "Kultur zwischen Staat und Kommerz" diskutieren im Jahr 1987 Dr. Klaus von Dohnanyi, Prof. Hilmar Hoffmann, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, Prof. Dr. Alexander Kluge, Filmemacher, Filmproduzent und Schriftsteller, Hellmuth Matiasek, Intendant des Münchener Staatstheaters am Gärtnerplatz, sowie Reinhard Mohn. An dem Symposium, das von Prof. August Everding geleitet wird, nehmen etwa 200 Repräsentanten aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Medien teil.

Carl Bertelsmann-Preis 1988: Wegweisende Beiträge zur Entwicklung des Tarifsystems


Festakt des ersten Carl Bertelsmann-Preis am 15. April 1988 im Parkhotel Gütersloh. Reinhard Mohn mit Preisträgern (v. l.): Werner Stumpfe, Franz Steinkühler, Paul Brochier, Klaus Hochheim, Reinhard Mohn, Konrad Carl, Hermann Rappe und Karl Molitor.

Die Bertelsmann Stiftung richtet 1988 den Carl Bertelsmann-Preis ein, um herausragende gedankliche Innovationen und Erfolg versprechende Initiativen auszuzeichnen. Diese sollen einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Evolution der demokratisch verfassten Gesellschaft leisten, insbesondere der Institutionen und Strukturen in den Bereichen der Wirtschaft und der Kommunikation. Die Preisverleihung findet am Sitz der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh statt und ist verbunden mit einem Symposium zum Thema der auszuzeichnenden Initiative. Der Preis trägt den Namen des Unternehmensgründers. Das unternehmerische Handeln von Carl Bertelsmann und sein soziales, gesellschaftsbezogenes Engagement vor etwa 150 Jahren waren von Offenheit, Leistungsorientierung, Zukunftsdenken und Humanität geprägt. Damit steht der mit 300.000 DM dotierte Preis in der Tradition der Familien Bertelsmann und Mohn. Erste Preisträger sind 1988 die Tarifparteien in den Wirtschaftsbereichen Bau, Chemie und Metall aufgrund ihrer wegweisenden Beiträge bei der Entwicklung des Tarifsystems. Mit der Vergabe des Preises an die Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. und den Zentralverband des Baugewerbes e. V. würdigt die Jury die zahlreichen sozialen und verteilungspolitisch wichtigen Errungenschaften, die sich insbesondere in den Institutionen der Sozialkassen und der Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand konkretisiert haben. Die Auszeichnung der Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik und des Bundesverbandes Chemie e. V. erkennt den entscheidenden Durchbruch beim Abbau überkommener sozialer Differenzierung zwischen Arbeitern und Angestellten an. Mit der Verleihung des Preises an die Industriegewerkschaft Metall und den Gesamtverband der metallindustriellen Arbeitgeberverbände e. V. stellt die Jury die zahlreichen tarifpolitischen Innovationen und insbesondere die wirkungsvollen Maßnahmen zur humanen Gestaltung der Arbeitsbedingungen heraus. Mit der Preisverleihung verbunden ist ein Symposium zum Thema "Zwischen Konflikt und Kooperation: Der Beitrag der Tarifparteien zur Entwicklung der Gesellschaft". Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Fragen zu Tarifautonomie und Tarifpolitik als gesellschaftspolitisches Instrument, Möglichkeiten der Konfliktbegrenzung und die tarifpolitischen Herausforderungen in den kommenden Jahren. Die von Prof. Dr. Ralf Dahrendorf geleitete Diskussion zwischen führenden Repräsentanten der Tarifparteien, Fachleuten des Arbeits- und Tarifrechtes und Wissenschaftlern wurde angereichert durch Erfahrungen in Großbritannien und der Schweiz.


2. Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN


Liz Mohn mit August Everding (Vorsitzender der Jury) auf dem Finale des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN am 22. Oktober 1988 in der Stadthalle Gütersloh.

An dem im Jahr 1988 zum zweiten Mal veranstalteten Sängerwettstreit beteiligen sich 31 junge Opernsängerinnen und -sänger aus Ost- und Westeuropa und den USA. Den 1. Preis gewinnt die Sopranistin lzabela Labuda aus Polen. Den 2. Preis erhält Heike Thea Terjung, Lyrischer Mezzosopran, Bundesrepublik Deutschland. Der 3. Preis wird der Koloratursopranistin Ingrid Kertesi aus Ungarn zuerkannt.

Aspekte der Führung, Motivation und Wirtschaftlichkeit im Bereich der Kunst und der Kultur stehen im Mittelpunkt des Symposiums zum Thema "Welche Impulse bestimmen die Arbeit im Kulturbereich?". Unter der Leitung von Prof. August Everding diskutieren die verschiedenen Perspektiven dieses Themas Prof. Justus Frantz, Pianist und Intendant des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, Dr. Volker Hassemer, der damalige Senator für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, und Reinhard Mohn.


Kongress "Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmenskultur und Sozialpartnerschaft"

Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmenskultur und Sozialpartnerschaft, Führung und Motivation sind Eckpfeiler in der Diskussion zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Für die private Wirtschaft und für die öffentliche Verwaltung sind die Mitverantwortung der Arbeitnehmer und deren Mitgestaltung Voraussetzungen für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben. Die Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs und des EG-Binnenmarktes erfordern vermehrte Anstrengungen für eine menschengerechtere Strukturierung der Arbeitswelt. Mit Fragen zu Mitarbeiterbeteiligung und Sozialpartnerschaft sowie den Konsequenzen für die Tarifautonomie befassen sich in Referaten und Diskussionsrunden vor über dreihundert Teilnehmern u. a. Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht, DGB-Vorsitzender Ernst Breit, Wirtschaftsminister Walter Hirche, DAG-Vorsitzender Roland Issen, Reinhard Mohn, BDA-Präsident Dr. Klaus Murmann, Dr. Hermann Solms, finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Prof. Dieter Weidemann, Erster Vorsitzender der AGP, sowie die Wissenschaftler Prof. Dr. Volker Beuthien und Prof. Dr. Horst Siebert.


Fundació Bibliotheca Can Torró Alcúdia, Mallorca


Bibliothek Can Torró in Alcudia auf Mallorca.

Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit gehören zum Erfolgsrezept der Stadtbibliothek Gütersloh. Angepasst an die spanischen Lese- und Lebensgewohnheiten soll diese bewährte Konzeption in der Bibliothek Can Torró in Alcúdia umgesetzt werden. Bereits 1987 hatten Gespräche zwischen Vertretern der Bertelsmann Stiftung und der mallorquinischen Gemeinde zu einer Kooperation im Bereich von Bibliotheksarbeit und Leseförderung geführt. Mit der Unterzeichnung des Stiftungsvertrages am 29. Dezember 1988 im Rathaus von Alcúdia errichten die Projektpartner gemeinsam die "Fundació Biblioteca d'Alcúdia". Am 23. April 1990 wird das Medienhaus eröffnet. Träger sind die Bertelsmann Stiftung und die Gemeinde Alcúdia. 1997 übernimmt die Kommune die Verantwortung für ihre Bibliothek; die Bertelsmann Stiftung stellt jedoch bis 2002 ihr Fachwissen zur Verfügung und trägt die Kosten für Mitarbeiterfortbildungen und Einzelprojekte.

Carl Bertelsmann-Preis 1989: Partnerschaftliche Unternehmenskultur

Den Carl Berteismann-Preis 1989 erhalten der US-amerikanische Büromöbelhersteller Herman Miller Inc. und der schwedische Konzern Volvo. Vor über 700 Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien werden in der Gütersloher Stadthalle die Urkunden an die Vorstandsvorsitzen, Richard H. Ruch und Dr. Pehr G. Gyllenhammar, übergeben. In seiner Laudatio begründete Reinhard Mohn die Preisverleihung mit der von Volvo und Herman Miller seit vielen Jahren human und erfolgreich praktizierte partnerschaftliche Unternehmenskultur. Mit ihrer Auszeichnung soll die Idee der Partnerschaft im Unternehmen gefördert werden. Beide Unternehmen erfüllen alle wichtigen Voraussetzungen eines partnerschaftlichen Unternehmens.


3. Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN


Finale des 3. Internationalen Gesangswettbewerbes NEUE STIMMEN am 4. November 1989 in der Stadthalle Gütersloh. Preisträger auf der Bühne. Von links: Bernhard Lombardo, Vesselina Kasarova und René Pape.

Der große Erfolg des Sängerwettstreites im Jahr 1989 beweist, dass der Wettbewerb in der internationalen Opernwelt inzwischen zu einer festen Größe geworden ist. Über 140 Sänger sandten ihre Bewerbungsunterlagen ein, unter ihnen allein 80 Sopranistinnen. Erstmals wurde eine Vorauswahl für dieses Stimmfach erforderlich, die im September in München stattfindet.

Zum eigentlichen Wettbewerb, der um einen auf nunmehr drei Tage verlängert wurde, reisen 64 junge Opernsängerinnen und -sänger aus 21 Ländern nach Gütersloh. Auch die in den drei Jahren kontinuierlich gestiegene Zahl der teilnehmenden Intendanten, Agenten und Musikkritiker untermauert die zunehmende Anerkennung in der Fachöffentlichkeit. Den 1. Preis holt sich zum dritten Mal eine junge Sängerin, die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarowa. Der 2. Preis wird René Pape, Bass, aus der damaligen Deutschen Demokratischen Republik zuerkannt. Den 3. Preis erhält der französische Tenor Bernard Lombardo.

Wie in den Jahren zuvor bildet ein Symposium den Schlusspunkt des Sängerwettstreites - diesmal zum Thema "Die Chancen unseres künstlerischen Nachwuchses - Karriereeinflüsse der modernen Medien und des entstehenden europäischen Kulturraumes". Bei dieser Diskussion, die wiederum von Prof. August Everding geleitet wurde, spielt die Misere der Ausbildung für das Opernfach in der Bundesrepublik die herausragende Rolle. Das Podium bildet Kammersängerin Lucia Popp, Günter Hensler, Präsident der Bertelsmann Music Group Classics, New York, Dr. Gustav Kuhn, Direktor des Opernhauses Rom, und Gérard Mortier, Direktor des Königlichen Theaters in Brüssel.


Koteret-Schule: Journalisten Ausbildung in Israel

Die Bertelsmann Stiftung erklärt sich 1989 bereit, an der Errichtung und dem Betrieb einer Journalisten-Schule in Tel Aviv fördernd mitzuwirken. Im Dezember wird das "Israeli Institute of Journalism and Communication" als Träger einer solchen Schule gegründet. Am 21. März 1991 wird die Koteret-Schule für Journalismus und Kommunikation in Tel Aviv eröffnet und ist damit die einzige professionelle Schule ihrer Art in Israel. Die Schule bietet zwei Studiengänge an: zum einen die Kombination einer wissenschaftlichen Disziplin mit fachspezifischer Journalistenausbildung, zum anderen eine journalistische Zusatzausbildung nach Abschluss des Universitätsstudiums.

Reinhard Mohn übernimmt den Vorsitz im Beirat der Bertelsmann Stiftung

Nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf als Vorsitzenden des Beirats übernimmt der Stifter Reinhard Mohn den Beiratsvorsitz.


Carl Bertelsmann-Preis 1990 - Evolution im Hochschulbereich


Mit der Vergabe des Carl Bertelsmann-Preises 1990 sollen Anstöße für längst überfällige Weiterentwicklungen im Hochschulbereich gegeben werden. Die Auszeichnung von beispielhaften Initiativen zeigt Entwicklungsmöglichkeiten einer wirkungsvollen und fortschrittlichen Hochschulpolitik und Hochschularbeit. Gerade die westlichen Hochschulen weisen in jeder Hinsicht gewachsene quantitative Dimensionen auf. Zunehmende Ausdifferenzierung, Komplexität und Interdisziplinarität der zu vermittelnden und geforderten Wissensbereiche stellen besondere und neuartige Herausforderungen an das Hochschulsystem.
Diese beziehen sich gleichermaßen auf das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Hochschule, auf die Institution Hochschule und auf die Verfassung und Führung von Universitäten.

Der Carl Bertelsmann-Preis 1990 wird auf der Grundlage umfangreicher Recherchen im In- und Ausland der Universität Warwick in Coventry, Großbritannien, in Anerkennung ihrer beispielhaften Umsetzung sachgerechter Grundsätze der Universitätsarbeit verliehen. Außerdem erhält die Auszeichnung Prof. Dr. Arnfinn Graue und Magne Lerheim, beide von der Universität Bergen in Norwegen, für ihre besonderen Verdienste um die Gestaltung einer leistungsfähigen Universitätsarbeit und Hochschulpolitik.


Europakonferenz in Rom "Die Zukunft Europas – Kultur und Verfassung des Kontinents"


Konferenz "Die Zukunft Europas – Kultur und Verfassung des Kontinents" am 17. Oktober 1990. Empfang im Quirinalspalast in Rom. Gruppenaufnahme u.a. mit Liz und Reinhard Mohn und Staatspräsident Francesco Cossiga.

Die Arbeitsgruppe "Europäische Verfassung" hat als Diskussionsgrundlage einen Entwurf für die Weiterentwicklung Europas formuliert, der die grundlegenden normativen, funktionalen und materiellen Kriterien einer Verfassung enthält. Mehr als 150 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien nutzen unter der Gesprächsleitung von Prof. Dr. Werner Weidenfeld die Gelegenheit, unmittelbar vor Beginn der europäischen Gipfelkonferenzen über die künftige Gestalt der Europäischen Gemeinschaft zu diskutieren. Mit Senatspräsident Giovanni Spadolini, Ministerpräsident Giulio Andreotti und Außenminister Gianni De Michelis sind die Spitzen der italienischen Politik als Referenten vertreten. Außerdem sprechen der katalanische Ministerpräsident Jordi Pujol, der ehemalige belgische Ministerpräsident Leo Tindemans und der Vorsitzende des Päpstlichen Rates für die Kultur, Paul Kardinal Poupard. Das zweite große Thema der Tagung ist die Zukunft der Europäischen Kultur als der ungeschriebenen Verfassung Europas. Die Konferenzteilnehmer befassen sich mit dem Zusammenhang von politisch-sozialem Wandel und kultureller Identitätswahrung, mit dem Entstehen eines "kulturellen Binnenmarktes" und mit den praktischen Erfordernissen einer europäischen Kulturpolitik. Auch zu dieser Fragestellung hat die Stiftung eine von den Professoren Hermann Lübbe, Werner Maihofer und Joseph Rovan erstellte Diskussionsgrundlage vorgelegt.


Medienpädagogisches Projekt an der Athens Academy in Georgia, USA


Vertragsunterzeichnung des medienpädagogischen Projekts an der Athens Academy am 11. Oktober 1990 in Athens, USA. Reinhard Mohn (l.) und Robert Chambers (r.) am Tisch, dahinter stehend Hans-Dieter Weger (l.) und John Wilkins (r.).

Um die Medienerziehung auch im internationalen Kontext zu fördern, wird an der Athens Academy ein weiteres Modellprojekt zur Medienerziehung initiiert. In der Praxis einer amerikanischen Schule sollen beispielhaft der sachgerechte Einsatz von Medien im Unterricht und die Erziehung zu kompetenten Mediennutzern erprobt werden. Der Zeitplan des auf sechs Jahre angelegten Projektes gliedert sich in mehrere Phasen. In den Phasen 1 und 2 wurden die Konzeptionen für die Aufgabenbereiche Leseförderung, Mediendidaktik, Medienanalyse und Medienerziehung entwickelt. Darüber hinaus wird das Projekt in die bestehenden Zielsetzungen der Schule integriert und das Kollegium in internen und externen Fortbildungsseminaren auf seine neuen Aufgaben vorbereitet. So entstanden in der Mittelschule ein Computer Übungsraum und in der Oberschule ein sogenannter "Smart Classroom", dessen technische Ausstattung breite Möglichkeiten zur Erprobung des medienunterstützten Unterrichtes bietet. Diese Räumlichkeiten ergänzen die Funktionen einer Mediothek, mit deren Bau im Sommer 1992 begonnen wird. Den Mittelpunkt dieses Media-Library-Center wird eine großzügig ausgestattete Bibliothek bilden. Zu den angegliederten Arbeitsräumen werden ein Sprachlabor, ein Computerdepartment, ein Videostudio, ein Raum zur Produktion von Printmedien, ein Medienanalyseraum sowie eine Aula mit Möglichkeiten zum Theaterspiel und zur Medienpräsentation gehören.

Horst Teltschik wird Geschäftsführer


Horst Teltschik am Schreibtisch sitzend beim signieren seines Buches "329 Tage", 1992.

Am 1. Januar 1991 übernimmt Horst Teltschik, langjähriger Berater von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, die Geschäftsführung der Bertelsmann Stiftung.


Neubau Carl-Bertelsmann-Straße 256


Richtfest der Pavillon 1 und 2 der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh am 08. November 1990.

Die Ausweitung der Projektarbeit und die steigende Anzahl von Mitarbeitern lassen das Stiftungsgebäude in der Gütersloher Innenstadt schon bald zu klein werden. Im Juni 1991 zieht die Bertelsmann Stiftung in einen modernen Neubau in direkter Nähe der Konzernzentrale um.


4. Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN

In Zusammenarbeit mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, Prof. August Everding, veranstaltet die Bertelsmann Stiftung im Oktober 1991 zum vierten Mal ihren Europäischen Sängerwettstreit NEUE STIMMEN. Dieser inzwischen weltweit anerkannte Wettbewerb soll jungen Künstlern aus dem Opern- und Operettenfach den Weg in eine internationale Karriere ebnen. Dazu bieten die Veranstalter den Teilnehmern ein optimales Forum: Neben nahezu allen Intendanten deutscher Bühnen - die parallel zum Wettbewerb zu ihrer Jahrestagung - treffen sind auch zahlreiche Intendanten europäischer Opernhäuser, Vertreter großer Agenturen und die Medien anwesend. 70 Talente aus 19 Nationen können sich bei der Vorauswahl in München unter mehr als 200 Kandidaten für die Endrunde in Gütersloh qualifizieren.

Die Bulgarin Sonia Zlatkova, Koloratursopran, gewinnt den mit 10.000 DM dotierten 1. Preis. Den 2. Preis (6.000 DM) erhält der deutsche Bariton Michael Volle; der 3. Preis (3.000 DM) wird Annette Seiltgen, lyrischer Mezzosopran aus Deutschland, zuerkannt. Der mit 6.000 DM dotierte Sonderpreis wird von der Jury geteilt und vergeben an Hadar Halevi, Mezzosopran, Israel, sowie an den Tenor Youriy Zhur, Ukraine. Vier weitere Sängerinnen und Sänger erhalten einen Förderpreis in Form eines jeweils zweiwöchigen Meisterkurses.

Der Sängerwettstreit wird mit einem Symposium zum Thema "Grenzen der Kunstfreiheit" abgeschlossen. Ausgangspunkt der Diskussion ist die Frage, was in einer pluralistischen und freiheitlichen Gesellschaft Kunst und Publikum voneinander erwarten und was sie einander zumuten dürfen. Zu den Wechselbeziehungen zwischen der Entwicklung von Gesellschaft und Kunst sowie den ästhetischen, ethischen und rechtlichen Normen sprechen unter der Moderation von Prof. August Everding der Publizist und Autor Dr. Hellmuth Karasek, der ehemalige Kultusminister von Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Paul Mikat, Reinhard Mohn als Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Prof. Dr. Claus Roxin, Strafrechtler aus München, und Prof. Dr. Rainer Volp, Theologe an der Universität Mainz.


Carl Bertelsmann-Preis 1991: Wegweisende Ansätze einer erfolgreichen Beschäftigungspolitik

Der mit 300.000 DM dotierte Carl Bertelsmann-Preis wird im September 1991 an die Schweiz und das sächsische Unternehmen "Hoch-, Tief- und Montagebau GmbH, Plauen" verliehen. Mit der Auszeichnung soll auf wegweisende Ansätze in der Beschäftigungspolitik hingewiesen werden. Vor über 900 Gästen in der Gütersloher Stadthalle überreicht Reinhard Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, die Urkunden an den Schweizer Wirtschaftsminister, Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz, und an den Geschäftsführer des ostdeutschen Baubetriebes, Gerd-Rainer Grundmann. Die Auszeichnung wird jährlich für herausragende Gedanken und Beiträge zur Ausgestaltung und Weiterentwicklung demokratisch verfasster Gesellschaften vergeben. Damit will die Stiftung auf Lösungsansätze für akute gesellschaftliche Problemstellungen hinweisen sowie der öffentlichen und politischen Diskussion neue Impulse geben.


Europakonferenz "Herausforderung Mittelmeer – die europäische Antwort"


Konferenz "Herausforderung Mittelmeer – die europäische Antwort" am 7. Oktober 1991 in Barcelona (v. l.): Pieter Dankert, Reda Shehata, Jordi Pujol, Horst Teltschik, Werner Weidenfeld, Francisco Villar y Ortiz de Urbina und Reinhard Mohn.

Das zentrale Ereignis im Rahmen des Projektes "Strategien und Optionen für die Zukunft Europas" ist die Konferenz "Herausforderung Mittelmeer - die europäische Antwort", die auf Einladung und in Zusammenwirken mit dem katalanischen Ministerpräsidenten Dr. Jordi Pujol i Soley stattfand. Etwa 120 geladene Teilnehmer aus fast allen europäischen und außereuropäischen Anrainerstaaten des Mittelmeeres, dem übrigen Europa, Russland und den USA nehmen an der Veranstaltung teil. Als Redner können unter anderem gewonnen werden: der italienische Außenminister Gianni De Michelis, der Staatssekretär im niederländischen Außenministerium, Pieter Dankert, der ehemalige Außenminister der Türkei, Vahit Halefoglu, Prinz Mohamed Bin Talal von Jordanien und der Theologe Prof. Hans Küng. Bundespräsiden Dr. Richard von Weizsäcker und Seine Majestät, Juan Carlos I., König von Spanien, unterstreichen durch die Übernahme der Schirmherrschaft die Bedeutung der Konferenz. Die drei Plenarsitzungen befassen sich mit dem Nachbarschaftsverhältnis zwischen Europa und den außereuropäischen Mittelmeerländern, den Perspektiven für eine Zusammenarbeit im Mittelmeerraum und den Voraussetzungen für einen friedlichen Dialog zwischen den Kontinenten.


Unternehmenskultur zwischen Partnerschaft und Mitbestimmung

Der gesamtgesellschaftliche Wertewandel, ein verändertes Selbstverständnis der Menschen sowie gewandelte Erwartungen von Unternehmern, Managern und Mitarbeitern haben dazu geführt, dass "Unternehmenskultur" - eines der facetenreichste Konzepte der modernen Management- und Führungspraxis -  zunehmend die Diskussionen um Unternehmenserfolg und innerbetriebliche Sozialbeziehungen bestimmt und hierdurch die Voraussetzungen unternehmerischen Handelns und Erfolges nachhaltig verändert. Neue Potenziale für eine menschengerechte Ordnung im Unternehmen und andere Formen der Unternehmenssteuerung und –Organisation sind entstanden. In dem mit der Hans-Böckler-Stiftung gemeinsam geförderten Projekt wird untersucht, wie sich die Veränderungen des ökonomisch-technischen und sozialstrukturellen Wandels auf die betriebliche Realität auswirken und ob sie eine Neuordnung unternehmensinterner Führungs-, Arbeits- und Sozialbeziehungen auslösen können. Die unter der Leitung von Prof. Dr. Hans G. Nutzinger anhand von Fallstudien und Unternehmensbefragungen durchgeführten Projektarbeiten konzentrieren sich auf die Frage nach den Funktionen von "Unternehmenskultur" angesichts steigender Steuerungskomplexität und Kontrollprobleme. Zudem werden die vielschichtigen Wechselbeziehungen untersucht zwischen sozialökonomischem Strukturwandel, technischer und sozialer Unternehmensorganisation, Normen, Werten, Verhaltensweisen und Unternehmenserfolg. Im Vordergrund des Projektes stehen dabei die Auswirkungen von verschiedenen Ausprägungen der Unternehmenskultur auf Produktivität, Arbeitsmotivation und Zufriedenheit der Beschäftigten sowie die Praxis der innerbetrieblichen und gewerkschaftlichen Interessenvertretung.

Gorbatschow Gast der Bertelsmann Stiftung


Michail Gorbatschow im Foyer der Bertelsmann Stiftung am 10. März 1992. Von links: Michail Gorbatschow, Reinhard und Liz Mohn.

Auf seiner ersten Auslandsreise nach Auflösung der Sowjetunion besucht das ehemalige Staatsoberhaupt Michail Gorbatschow die Bertelsmann Stiftung. Als Präsident der von ihm gegründeten Gorbatschow-Stiftung diskutiert er in Gütersloh mit den Vorständen verschiedener deutscher Stiftungen über Möglichkeiten der Kooperation und Unterstützung.


Carl Bertelsmann-Preis 1992: Fortschrittliche Einwanderungs- und Integrationspolitik

Migrationen und die damit einhergehenden Folgen für die einzelnen Staaten und Gesellschaften sind zu einem zentralen Problem der internationalen Politik geworden. Insbesondere die westeuropäischen Staaten werden durch den Fall des Eisernen Vorhanges, die Vollendung des Binnenmarktes sowie ihren Wohlstand zum Ziel von Wanderungsbewegungen. Handlungsfähige Konzepte zur Steuerung der Einwanderung und zur Integration von Ausländern liegen in den seltensten Fällen vor. Die Jury des Carl Bertelsmann-Preises beschließt daher einstimmig in ihrer Sitzung im Januar 1992, auf wegweisende Beiträge zur Förderung des Zusammenlebens in einem multikulturellen Staat hinzuweisen. Für ihre beispielgebenden Gesetze und politischen Rahmenbedingungen bei der Integration von ausländischen Mitbürgern wird die Auszeichnung 1992 dem Königreich Schweden zuerkannt.


1. International Bertelsmann Forum "Die Zukunft Europas: Alternativen – Strategien – Optionen"


1.  International Bertelsmann Forum auf dem Petersberg bei Bonn 1992.

Das herausragende Ereignis des Jahres 1992 im Bereich der "Internationalen Beziehungen" ist das erste International Bertelsmann Forum, das vom 3. bis 5. April im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn stattfindet. Unter der Überschrift "Die Zukunft Europas" ist hier ein hochkarätiger Teilnehmerkreis, darunter zehn gegenwärtige und ehemalige Staats- und Regierungschefs sowie der Präsident der Europäischen Kommission, zusammengekommen, um über Alternativen, Strategien und Optionen für das Europa der 1990 Jahre zu diskutieren.

Abseits des hektischen politischen Tagesgeschäftes will das International Bertelsmann Forum europäischen Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien die Gelegenheit zum informellen Dialog bieten. Angesichts der zerbrechlichen Lage, in der sich Gesamteuropa trotz des Endes des Ost-West-Konfliktes befindet, erscheint der gesamteuropäische Gedankenaustausch heute dringlicher denn je.


1. Deutsch-Jüdischer Dialog


1. Deutsch-Jüdischer Dialog in der Konferenzzone der Bertelsmann Stiftung 1992. Von links: Liz  und Reinhard Mohn, Roman Herzog, Lord George Weidenfeld, Horst Teltschik und Herbert Schnoor.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums ist auch das europäische Judentum wieder ins allgemeine Bewusstsein zurückgekehrt. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Trennung haben sich einige Millionen Juden im Osten wieder mit den jüdischen Gemeinden im Westen verbunden. Das europäische Judentum hat daher die Chance, neben Israel und den in Amerika lebenden Juden, wieder zu einer der drei Säulen des jüdischen Volkes zu werden. Die Europäische Integration, der sich entwickelnde Friedensprozess im Nahen Osten und Israels stärker werdenden wirtschaftlichen Beziehungen zur Europäischen Union lassen die zukünftigen Beziehungen zwischen europäischen Juden, Israel und dem neuen Europa zu einer existenziellen Priorität werden. Zu den Themen, denen sich der Dialog in Zukunft widmen wird, gehören: Erziehung, Kulturaustausch, die Rolle der Medien und die interreligiösen Beziehungen. Die jüdischen Teilnehmer äußerten bei dem sehr offenen Dialog stets ihre eigene Meinung und sprachen nicht im Namen von Organisationen oder Regierungen, denen sie angehören. Unter den Teilnehmern von jüdischer Seite waren: Sir Leon Brittan, Lord Rothschild, Lord Wolfson, Prof. Peter Pulzer, Lord Justice Woolf und Lord Beioff aus Großbritannien; Prof. Ady Steg, Dominique Schnapper, Beatrice Rosenberg, Pierre Lellouche und Baron Eric de Rothschild aus Frankreich; Arrigo Levi aus Italien; Prof. Victor Halberstadt aus Holland; Prof. Paul Lendvai aus Österreich; Dr. Mikhail Chlenov aus Russland; Mavric Wulfson aus Lettland und Justice Foighel aus Dänemark; aus Deutschland gehörten Ignatz Bubis und Prof. Ernst Cramer zu den Teilnehmern. Aus den Vereinigten Staaten nahmen Lloyd Cutler, Prof. Richard Pipes, Prof. Joel Fleishman und Martin Peretz teil. Aus Israel David Kimche, Arnos Oz, Prof. Ben-Ami und Aharon Dovrat.


Start Gemeinschaftsinitiative Weiterentwicklung und Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft

Die Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft ist ein Dauerthema in der deutschen politischen Debatte. Aktueller Finanz- und Reformdruck in Einzelbereichen, die Betroffenheiten von Interessengruppen sowie parteipolitische Abhängigkeiten versperren dabei jedoch allzu oft den Blick auf den übergeordneten Reformbedarf. Die 1992 gegründete Gemeinschaftsinitiative Soziale Marktwirtschaft von Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung und Ludwig-Erhard-Stiftung hat sich daher das Ziel gesetzt, den ordnungspolitischen Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft im Rahmen der aktuellen Reformdiskussionen Gehör zu verschaffen. Die Initiative der drei Stiftungen arbeitet mit ihren Projekten daran, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit kontinuierlich neue Impulse zur Erneuerung und Fortschreibung der Sozialen Marktwirtschaft zu geben.


Akademie für Manuelle Medizin nimmt ihre Arbeit auf

Die Ziele liegen in der Förderung der Manuellen Medizin in Forschung, Lehre und Therapie. Außerdem soll durch Aufzeigen des Kosten- und Nutzeneffektes ein höheres Maß an Akzeptanz und Verständnis bei niedergelassenen Ärzten erreicht werden, um dadurch die Voraussetzung für ein qualifiziertes, flächendeckendes Versorgungsangebot der Manuellen Medizin zu erreichen. Längerfristiges Ziel ist es, die bei den Gesundheitskosten mittlerweile an erster Stelle stehenden Kosten für die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates zu senken. Mit der Akademie für Manuelle Medizin will die Bertelsmann Stiftung die Integration der Manuellen Medizin in Forschung, Lehre und Praxis fördern. Es ist ein besonderes Anliegen, durch den hoch qualifizierten Einsatz manueller Diagnostik und vielfältiger konservativer Therapieverfahren einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit zu leisten und belastende Eingriffe zu verhindern.


Errichtung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe


Das erste Infomobil der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe 1997 bei der Vorführung mit Liz und Reinhard Mohn (rechts).

Bis zu 200.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall, nur ca. 10 Prozent von ihnen werden wieder beschwerdefrei. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist im erwerbsfähigen Alter. Für die Betroffenen und deren Angehörige bedeutet der Schlaganfall eine massiv isolierende Wirkung, verbunden mit einem oft großen Pflegeaufwand. Der Volkswirtschaft entstehen durch den Schlaganfall erhebliche Belastungen. In der Medizin bestehen immer noch deutliche Mängel in der Erkennung, Behandlung, Rehabilitation und sozialen Integration. Allein durch die Früherkennung von Verengungen der Halsschlagadern und eine gezielte Behandlung könnten in Deutschland jährlich bis zu 50.000 Menschenleben gerettet werden. Auf Initiative von Liz Mohn entstand aus einem Projekt (Neurologie) der Bertelsmann Stiftung 1992 die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Neues Gremium für die Bertelsmann Stiftung


Erster Vorstand und Geschäftsführung 1993 der Bertelsmann Stiftung (v. l.): Werner Weidenfeld, Liz und Reinhard Mohn, Frank Trümper, Ulrich Saxer und Wolfgang Koeckstadt.

Reinhard Mohn installiert zum 1. Januar 1993 einen Vorstand. Der Schweizer Medien- und Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Saxer und Prof. Dr. Werner Weidenfeld, Politologe an der Universität Mainz, werden als Mitglieder des Vorstandes berufen. Der Vorstandsvorsitz bleibt weiterhin bei Reinhard Mohn.


Frank Trümper wird Geschäftsführer

Am 1. Juli 1993 wird Frank Trümper neuer Geschäftsführer der Bertelsmann Stiftung, die mittlerweile 47 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Am selben Tag wird Wolfgang Koeckstadt zum stellvertretenden Geschäftsführer und Leiter des Bereichs "Verwaltung und Personal" ernannt.


Aktienübertragung an die Stiftung

Am 16. September übernimmt die Bertelsmann Stiftung 68,8 Prozent Aktienanteile an der Bertelsmann AG, die im Besitz der Familie Mohn sind. Die daraus resultierenden Dividenden erhöhen den Etat der Bertelsmann Stiftung und ermöglichen eine Ausweitung der operativen Projektarbeit.


Erste Ausgabe des Newsletter "FORUM" erscheint


Erste Ausgabe des deutschsprachigen Newsletter "FORUM".

Der deutschsprachige Newsletter berichtet vierteljährig über die Projektarbeit und die wichtigsten Aktivitäten der Bertelsmann Stiftung.


Verleihung des Ehrentitels "Ne'eman Yerushalayim" an die Bertelsmann Stiftung durch den Rat der Stadt Jerusalem


Urkunde der Ehrung der Stadt Jerusalem an die Bertelsmann Stiftung, 1993.

Im Juni 1993 wird der Bertelsmann Stiftung die höchste Auszeichnung des Rates der Stadt Jerusalems verliehen. Reinhard und Liz Mohn nehmen die Ehrung persönlich in Jerusalem entgegen. In der Verleihungsurkunde heißt es "Die Bertelsmann Stiftung hat ihre Treue zu Israel und besonders zu Jerusalem bewiesen durch viele unterschiedliche Bemühungen zur Förderung der Entwicklung des Landes auf dem Gebiet der Bildung und der Medien, zur Förderung des kulturellen Austausches von Ideen und demokratischen Werten, wie Toleranz und friedlichem Zusammenleben."


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN

Bereits zum fünften Mal richtete die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, dem Staatsintendanten Prof. August Everding, und dem Vorsitzenden der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, Prof. Hellmuth Matiasek, Intendant des Bayerischen Staatstheaters am Gärtnerplatz, den internationalen Sängerwettstreit NEUE STIMMEN aus. Die Endrunde wird vom 13. bis 16. Oktober 1993 in Gütersloh durchgeführt. Erstmalig übernimmt der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Richard von Weizsäcker, die Schirmherrschaft. Siegerin des Wettbewerbes wird die Russin Marina Ivanova, Sopran, die den mit 10.000 DM dotierten 1. Preis gewinnt. Der 2. Preis (6.000 DM) geht an Laura Polverelli, Sopran, aus Italien. Der deutschen Sopranistin Nicola Beller wird der 3. Preis (3.000 DM) zuerkannt.


Carl Bertelsmann-Preis 1993: Demokratie und Effizienz in der Kommunalverwaltung

Die angespannte Situation der deutschen Kommunalverwaltungen, gekennzeichnet durch die sich verschärfende Finanzkrise, die zunehmenden Ansprüche der Bürger an öffentliche Dienstleistungsunternehmen und der Wunsch der Mitarbeiter nach Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz bilden die Ausgangslage für den Carl Bertelsmann-Preis 1993. Die öffentliche Verwaltung befindet sich derzeit in der schwierigen Situation, gleichzeitig unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden zu müssen: einer sich verschärfenden Finanzkrise, den zunehmenden Ansprüchen der Bürger an öffentliche Dienstleistungen und dem Wunsch der Mitarbeiter nach Selbstverwirklichung am Arbeitsplatz. Die wachsende Kritik am System der öffentlichen Verwaltung zwingt die Verantwortlichen immer häufiger dazu, die überkommenen Strukturen auf Effizienz und Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Insbesondere im Bereich der Kommunalverwaltung bemüht sich die Bertelsmann Stiftung, exemplarische Konzepte dafür zu entwickeln, wie sich traditionelle Behörden zu demokratisch kontrollierten Dienstleistungsunternehmen entwickeln können. Praxisorientierte Projekte, die die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit kompetenten Partnern und engagierten deutschen Städten durchführt, konzentrieren sich auf hoheitliche und freiwillige kommunale Leistungen. In der Projektarbeit wird deutlich, dass ein enormer Handlungsbedarf besteht, Verwaltungsstrukturen in Richtung auf Effizienz, Bürgernähe, Flexibilität und Mitarbeiterorientierung zu entwickeln. Aus den Händen von Reinhard Mohn erhalten die Bürgermeisterin von Christchurch (Neuseeland), Vicki Buck, und Calvin C. Goode, Mitglied des Rates der Stadt Phoenix (USA), die Urkunden. Über 700 Gäste aus Verwaltung, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und den Medien nahmen am Festakt zur Preisverleihung in der Gütersloher Stadthalle teil. Die umfassenden Recherchen wurden im Auftrag der Bertelsmann Stiftung unter der Leitung von Prof. Banner in Zusammenarbeit mit international ausgewiesenen Verwaltungsexperten und externen Unternehmensberatern durchgeführt.


2. International Bertelsmann Forum "Die Zukunft Europas – Die politische Agenda für die neunziger Jahre"

Den Höhepunkt im Bereich Politik bildet das zweite International Bertelsmann Forum unter dem Thema "Die Zukunft Europas - Die politische Agenda für die neunziger Jahre", zu dem sich für ein Wochenende Spitzenpolitiker aus ganz Europa im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn versammeln.

Westeuropa, so die einhellige Meinung der Versammelten, muss sich endlich als Kern einer gesamteuropäischen Ordnung verstehen. Die Umwälzungen in Osteuropa und die Probleme struktureller Modernisierung in Westeuropa müssen gemeinsam von Ost und West bewältigt werden. In die Vorbereitung der Konferenz sind die Fragestellungen, Analysen und Arbeitsergebnisse aus allen Projekten im Bereich Politik eingeflossen. Diskussionsgrundlage für die insgesamt fünfzig Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, darunter 26 amtierende Staats- und Regierungschefs, Außen-, Verteidigungs-, Wirtschafts- und Finanzminister ist ein umfassendes Strategiepapier mit dem Titel "Was Europa leisten soll".


Akademie des Deutschen Buchhandels

Um die systematische Qualifizierung und Fortbildung von Führungs- und Führungsnachwuchskräften im Buchhandel "aus der Branche heraus" zu entwickeln, gründet die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels in München eine Akademie, die seit Herbst 1993 überbetriebliche und praxisnahe Fortbildung anbietet. Dabei sollen Mitarbeiter aus Buchverlagen und Buchhandlungen sowohl in bezug auf fach- als auch auf führungsspezifische Themen fortgebildet werden. Themen der zwei- bis dreitägigen Kurzseminare sind Personalführung, Controlling, Organisation, Recht, Projekt- und Selbstmanagement. Ab 1999 hat die Akademie zehn Gesellschafter und die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH.


Gründung des Centrum für Krankenhausmanagement

Krankenhäuser sind heute gefordert, die medizinischen, pflegerischen und administrativen Leistungsprozesse wirtschaftlicher zu erbringen, ohne dass Prozess-, Sozial- und Ergebnisqualität des Versorgungsauftrages eingeschränkt werden. Bisher galt die Maxime, dass Qualität Geld kostet, Innovationen Zeit beanspruchen und eine kürzere Verweildauer im Krankenhaus nur mit zusätzlichen Kapazitäten sichergestellt werden kann. Dieses Credo wird nun durch ein neues Management-Paradigma abgelöst. Danach müssen zukünftig eine höhere Qualität und patientenwirksame Innovationen in kürzerer Zeit mit tendenziell sinkenden Kosten realisiert werden. Damit ist das Krankenhaus-Management gefordert, vermeintlich gegensätzliche Ziele durch intelligente Organisations- und Führungskonzepte miteinander in Einklang zu bringen.

Carl Bertelsmann-Preis 1994: Gesellschaftliche Verantwortung im Fernsehen

Die von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit Medienexperten entwickelten Hauptkriterien zur Sicherung der gesellschaftlichen Verantwortung im Fernsehen waren politische Unabhängigkeit, Meinungspluralität, publizistische Professionalität und Fairness. Ferner wurden die Verankerung der Verantwortung im Management sowie Publikumserfolg und Wirtschaftlichkeit untersucht. Eine vorbildliche, gesellschaftlich verantwortliche Programmleistung kann nur in einem angemessenen gesellschaftlichen und politischen Umfeld erbracht werden. Der britische Preisträger Channel 4 zeichnet sich durch einen anspruchsvollen Programmauftrag aus, der durch die Verpflichtung zu größtmöglicher Programmvielfalt, zur Berücksichtigung von Interessen unterschiedlicher Zuschauergruppen und zur innovativen Weiterentwicklung von Programminhalten und -formen gekennzeichnet ist. Der westaustralische Sender TV W7 Perth setzt seit seiner Gründung im Jahr 1959 auf gesellschaftliche Verantwortung als Leitlinie seiner Programmarbeit. Mit vielen Eigenproduktionen in der Unterhaltung und einem umfangreichen Dokumentations- und Diskussionsangebot hält der erklärte Familiensender engen Kontakt zu seinem Publikum. Darüber hinaus stellt TV W7 Wohlfahrtsorganisationen Sendezeit und technische Ausstattung zur Verfügung, unterstützt Schulen bei der Herstellung von Unterrichtsmaterialien, engagiert sich mit einer Job-Börse im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und mit Kampagnen für die Verkehrssicherheit.


Auftaktveranstaltung "Modern und Bürgernah – Reform der saarländischen Kommunalverwaltung" mit Oscar Lafontaine und Reinhard Mohn


Auftaktveranstaltung "Modern und Bürgernah – Reform der saarländischen Kommunalverwaltung" am 1. Juni 1994 in der Kongresshalle Saarbrücken (v. l.): Innenminister Friedel Läpple, Reinhard Mohn und Ministerpräsident Oskar Lafontaine.

Die Bertelsmann Stiftung führt in Kooperation mit dem saarländischen Innenministerium ein Projekt mit dem Titel "Modern & Bürgernah" durch, an dem sich 53 von 58 saarländischen Gemeinden und Gemeindeverbänden beteiligen. Anhand der Bewertungskriterien des Carl Bertelsmann-Preises 1993 zum Thema "Demokratie und Effizienz in der Kommunalverwaltung" wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Höhepunkt die Prämierung der Preisträger im Herbst 1996 ist. Um den teilnehmenden Kommunen Hilfestellung auf dem Weg zum "Dienstleistungsunternehmen Kommunalverwaltung" zu geben, wurde ein breit angelegtes Seminarprogramm entwickelt und durchgeführt, das die wesentlichen Bausteine des "neuen Steuerungsmodelles" für Verwaltungen abbildet.

Für die am Modernisierungsprozess beteiligten Zielgruppen - Verwaltungschefs, Amtsleiter, Personalräte und Politiker - wurden zunächst Einführungsseminare gehalten, um die Idee des Wettbewerbes und die Kriterien zu vermitteln. Die nachfolgenden Basisseminare zu den Themen Leitbildentwicklung, Definition und Beschreibung von Produkten, Budgetierung, dezentrale Ressourcenverantwortung, Controlling und Berichtswesen sowie Personalführung und Mitarbeitermotivation wurden fast ausnahmslos von erfahrenen Praktikern durchgeführt. Insgesamt wurden über 100 Seminare veranstaltet, an denen rund 2.500 Personen teilnahmen.


Gründung des CHE Gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung GmbH


Zweites CHE-Hochschulranking, 1999.

Das CHE versteht sich als eine Reformwerkstatt für das deutsche Hochschulwesen. Das CHE will die Eigenverantwortlichkeit für den wirtschaftlichen Einsatz von Ressourcen in den Hochschulen fördern. Dies bedeutet nicht, dass die wirtschaftlich denkende Hochschule auf Gewinnmaximierung ausgerichtet oder dem Primat der Wirtschaftlichkeit unterstellt ist. Sie sollte aber eine Optimierung der Zweck-Mittel-Relation anstreben. Dazu ist die Entwicklung eines Kostenbewusstseins gefragt. Gesellschafter sind die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz.

Andreas Schlüter wird neuer Geschäftsführer der Bertelsmann Stiftung

In der Nachfolge von Frank Trümper übernimmt Dr. Andreas Schlüter am 1. Juli 1995 die Geschäftsführung der Bertelsmann Stiftung. Um die Arbeitsfähigkeit der dynamisch wachsenden Stiftung weiter zu gewährleisten, wird die Organisationsstruktur modifiziert: Sieben operativen stehen nun zwei zentrale Stabsbereiche gegenüber. Dies erleichtert die Delegation von Verantwortung und schafft die strukturelle Grundlage für die optimale Nutzung des Stiftungswachstums.


Richtfest Pavillon 3 und 4

Die rasante Entwicklung der Mitarbeiterzahl zu Beginn der 1990er macht schon bald Planungen für eine Erweiterung der Stiftungsgebäude notwendig, die im Oktober 1993 anlaufen. Am 2. Juni 1995 feiern die Mitarbeiter das Richtfest für die Erweiterungspavillons 3 und 4, die zu Beginn des Jahres 1996 bezogen werden können.


Carl Bertelsmann-Preis 1995: Methoden und Instrumente erfolgreicher Beschäftigungspolitik

Vor diesem Hintergrund wird der Carl Bertelsmann-Preis 1995 zum Thema "Methoden und Instrumente erfolgreicher Beschäftigungspolitik" vergeben. Der portugiesische Premierminister, Aníbal Cavaco Silva, nimmt die Auszeichnung im September 1995 aus den Händen des Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn, vor 800 geladenen Gästen in der Stadthalle in Gütersloh entgegen. Die europaweiten Recherchen unter der Federführung des Instituts für Wirtschaftspolitik und Konjunkturforschung an der Universität Witten/Herdecke stützen sich auf Analysen verschiedener Forschungsinstitute, Expertisen ausgewiesener Wirtschaftsfachleute und Fachinstitutionen sowie intensive Gespräche mit nationalen Korrespondenten und Vertretern aus Politik, Tarifparteien und Wirtschaft. Zur Begutachtung einer sachgerechten Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik war es erforderlich, alle für die Beschäftigungssituation relevanten Einflussfaktoren zu berücksichtigen.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 1995


Plakat zum Aufruf des Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN 1995.

Zum sechsten Mal richtet die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, dem Staatsintendanten Prof. August Everding, den Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN aus. Ziel des Wettbewerbes ist es, jungen Gesangstalenten aus dem Opern- und Operettenfach die Chance zur Präsentation vor einer breiten Fachöffentlichkeit und zu realitätsnahen Auftritten zu geben. Die Schirmherrschaft hat Bundespräsident Roman Herzog übernommen. Sieger des Wettbewerbes wird der walisische Tenor Gwyn Hughes Jones, der den mit 15.000 DM dotierten 1. Preis erringt. Der 2. Preis von 10.000 DM wird an den deutschen Bariton Hanno Müller-Brachmann vergeben. Sami Luttinen, Bass aus Finnland, wird der 3. Preis über 5.000 DM zuerkannt.


1. Kronberger Gespräch "Europa und der Nahe Osten – Perspektiven für eine zukünftige Zusammenarbeit"


Erstes Kronberger Gespräch am 18. Januar 1995 im Schlosshotel Kronberg. Gruppenaufnahme der Teilnehmer u. a. Liz Mohn und Lord George Weidenfeld.

Noch zwei Jahre zu vor wäre es unmöglich gewesen, dass israelische und arabische Konferenzteilnehmer einander zur Begrüßung in die Arme fallen. Nun verhandeln sie nicht nur über Zölle, Grenzen und Wahlen, sie sprechen miteinander auch über eine gemeinsame Zukunft in ihrer Region und über eine gemeinsame Zukunft mit dem mächtigen Nachbarn im Norden, der Europäischen Union. Im Januar 1995 hat die Bertelsmann Stiftung nahöstliche, nordafrikanische und europäische Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu einer zweitägigen Nahostkonferenz nach Kronberg eingeladen. Die Tagung ist der Auftakt für das Projekt "Europa und der Nahe Osten - Perspektiven für eine zukünftige Zusammenarbeit".


Bildungswege in der Informationsgesellschaft

Schlüssel zum erfolgreichen Medieneinsatz im Bildungswesen sind Lehrer, die neue Professionalität erwerben müssen. Bertelsmann Stiftung und Heinz Nixdorf Stiftung haben 1995 ein umfassendes Projekt gestartet, um durch das Lehren und Lernen mit neuen Medien Bildungsinnovationen anzustoßen: Die Initiative "B.I.G. - Bildungswege in der Informationsgesellschaft" richtet sich mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Etat von insgesamt 8 Mio. DM an Schulen, Hochschulen und Software-Produzenten. Die B.I.G.-Projekte werden in wachsendem Maße mit Partnern in den USA kooperieren, darunter dem Media Workshop New York.


Errichtung der Fundación Bertelsmann, Barcelona

Nachdem die Bertelsmann Stiftung 1990 bereits die Bibliotek Can Torró auf Mallorca eröffnet hat, will sie nun die Entwicklung des Bibliothekswesens in Spanien systematisch voranbringen. Daher gründet Reinhard Mohn im Jahr 1995 die Fundación Bertelsmann mit Sitz in Barcelona. Die Stiftung kann dabei auf in Deutschland bewährte praxisorientierte Modelle zur Reform öffentlicher Bibliotheken zurückgreifen. Ziele der Fundación sind die Entwicklung der spanischen Lese- und Medienkultur, die Förderung öffentlicher Bibliotheken im Land sowie die Aus- und Weiterbildung ihrer Führungskräfte. Im zehnten Jahr ihres Bestehens beschließt das Patronat der Fundación Bertelsmann, sich vermehrt Projekten zu widmen, die ein größeres bürgerschaftliches Engagement in Spanien freisetzen sollen. Seit 2013 befasst sich die Fundación mit der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien. Sie unterstützt die spanischen Bildungs- und Arbeitsmarktakteure darin, das System der Ausbildung und Beschäftigung von jungen Menschen dauerhaft zu verbessern.


Errichtung der Bertelsmann Wissenschaftsstiftung

Zur Ergänzung der Aktivitäten der Bertelsmann Stiftung wird durch die Bertelsmann AG eine Stiftung unter dem Namen "Bertelsmann Wissenschaftsstiftung" errichtet. Die Bertelsmann Wissenschaftsstiftung ist eine selbständige Stiftung des privaten Rechts mit einem Stiftungskapital von 1,0 Mio. DM. Sie setzt sich in verschiedenen Projekten für den Fortschritt in unserer Gesellschaft ein. Sie erarbeitet Problemlösungen, erprobt sie in der Praxis und stellt der Allgemeinheit das Wissen zur Verfügung

Erste Internet-Präsenz der Bertelsmann Stiftung

Am 10. März 1996 ist die Bertelsmann Stiftung erstmals im Internet präsent. Die Homepage (damals noch unter der Adresse www.stiftung.bertelsmann.de) informiert in deutscher und englischer Sprache über Projekte, Organisation und Arbeitsbereiche der Stiftung.


Mitarbeiteranzahl ist erstmals dreistellig


Am Ende des Jahres 1996 beschäftigt die Bertelsmann Stiftung 106 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Carl Bertelsmann-Preis 1996: Innovative Schulsysteme im Vergleich


Vor diesem Hintergrund wird der Carl Bertelsmann-Preis 1996 zum Thema "Innovative Schulsysteme im internationalen Vergleich" vergeben. Die mit 300.000 DM dotierte Auszeichnung erhält das im kanadischen Ontario tätige Durham Board of Education, eine unkonventionelle und leistungsstarke Schulbehörde, die sich zu einer Zukunftswerkstatt mit umfassendem Dienstleistungscharakter für die Schulen ihrer Region entwickelt hat. Ferner erhalten sieben deutsche Schulen einen mit jeweils 10.000 DM ausgestatteten Sonderpreis, weil sie sich trotz der unflexiblen Rahmenbedingungen durch große Innovationsfreude auszeichnen.


International Bertelsmann Forum 1996 "Das neue Europa – Strategien differenzierter Integration"

Zu ihren Ideen für eine intensive Weiterentwicklung der Europäischen Union erhält die Bertelsmann Stiftung 1996 auf ihrem Europa-Gipfel viel Zustimmung. Beim International Bertelsmann Forum auf dem Bonner Petersberg diskutieren Regierungschefs und Minister aus Europa und den USA in freimütiger und vertraulicher Atmosphäre über das vorgelegte Strategiepapier. Die Teilnehmerliste des International Bertelsmann Forum, das in dieser Form zum dritten Mal stattfindet, liest sich wie ein Who's Who der europäischen Politik: Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog, Außenminister Dr. Klaus Kinkel, der sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfgang Schäuble, der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und zahlreiche Wirtschaftsführer vertreten die deutsche Seite. Zu den ausländischen Gästen zählen u. a. der Präsident der EU-Kommission, Jacques Santer, der tschechische Ministerpräsident Dr. Vaclav Klaus, der slowakische Ministerpräsident Vladimir Meciar, der finnische Premierminister Paavo Lipponen, der Präsident der Republik Estland, Lennart Meri, der Außenminister Ungarns, Läszlö Koväcs, der russische Reformpolitiker Dr. Grigorij Jawlinskij, die ehemaligen Ministerpräsidenten der Niederlande und Schwedens, Dr. Ruud F. M. Lubbers und Carl Bildt, sowie die ehemaligen Außenminister der USA und Großbritanniens, Dr. Henry A. Kissinger und Lord Geoffrey Howe.


Internationales Stiftungssymposium 1996: Operative Stiftungsarbeit - Strategien - Instrumente – Perspektiven


Internationales Stiftungssymposium am 16. April 1996 in der Konferenzzone der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Referentenpodium (v. l.) Craig Kennedy, Rien van Gendt, Reinhard Mohn, Werner Weidenfeld, Joel Fleishman, Shannon St. John und Wolfgang Reinicke.

Mit der Globalisierung wirtschaftlicher, politischer und kultureller Zusammenhänge stellen sich auch die gesellschaftlichen Probleme zunehmend im internationalen Rahmen. Als Agenturen des Wandels stehen Stiftungen vor der Aufgabe, Arbeitsmethoden und Lösungskonzepte dieser Entwicklung anzupassen. Dies setzt internationalen Informationsaustausch und grenzüberschreitende Kooperation voraus. Zu seinem 75. Geburtstag hat sich Reinhard Mohn daher ein internationales Symposium gewünscht, das die bedeutendsten Stiftungen weltweit an einen Tisch bringen soll. Ein internationaler Erfahrungsaustausch über Führung, Strategien und Management von Stiftungen, über Effektivität und Legitimität und nicht zuletzt über die Kooperation von Stiftungen führt im April 1996 rund 80 Repräsentanten von Stiftungen und Stiftungsexperten aus aller Welt in Gütersloh zusammen. Im Vordergrund stehen dabei der Typus der operativen Stiftung, die in Eigeninitiative gesellschaftliche Probleme aufgreift, modellhafte Lösungen erarbeitet und sie in die Praxis umsetzt.


Stadt Stiftung Gütersloh (Bürgerstiftung Gütersloh)


Erstes Logo der Stadt Stiftung Gütersloh, 1996.

Die Stadt Stiftung Gütersloh ist eine Gemeinschaftsstiftung Gütersloher Bürger für die Bürger. Als Instrument bürgerschaftlichen Engagements ist sie Ausdruck der Stärke und des Wachstums der Bürgergesellschaft in unserer Stadt. Sie fördert vor allem soziale und kulturelle Anliegen, die den Bürgerinnen und Bürgern in besonderer Weise am Herzen liegen, und trägt so bei zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt und Region Gütersloh. Dabei ist sie auf die breite Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger durch persönliches und finanzielles Engagement angewiesen. Im Gegenzug bekennt sich die Stadt Stiftung Gütersloh zu den Grundsätzen der Transparenz und Offenheit.

Carl Bertelsmann-Preis 1997: Eigenverantwortung und Solidarität. Neue Wege in der Sozial- und Tarifpolitik


Festakt Carl Bertelsmann-Preis am 18. September 1997 in der Stadthalle Gütersloh. Preisträger Lodewijk de Waal und Hans Blankert.

Die Bertelsmann Stiftung hat sich dieses drängenden gesellschaftlichen Problems angenommen und den Carl Bertelsmann-Preis 1997 zum Thema "Eigenverantwortung und Solidarität - Neue Wege in der Sozial- und Tarifpolitik" vergeben. Die Jury entschied sich auf der Basis einer umfangreichen internationalen Recherche einstimmig, den mit 300.000 DM dotierten Preis an die niederländische "Stiftung der Arbeit" zu vergeben. Die gemeinsam von den Tarifpartnern getragene und paritätisch besetzte Einrichtung habe den Umbau des niederländischen Sozialstaates maßgeblich vorangetrieben und dadurch das inzwischen weltweit beachtete "Beschäftigungswunder" erst möglich gemacht, heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Mit der "Stiftung der Arbeit" haben sich die niederländischen Tarifpartner eine gemeinsame, schlagkräftige Institution geschaffen, die auf dem Wege des vertraulichen Dialoges zentrale Weichen für die Sozial- und Tarifpolitik stellt. Als Bindeglied sorgt die Stiftung darüber hinaus für eine enge Abstimmung der politischen Strategie zwischen Regierung und Tarifpartnern. Die einflussreichen Empfehlungen der Stiftung haben großen Anteil daran, dass es den Niederlanden im Laufe der letzten 15 Jahre gelungen ist, sich von europäischen Negativtrends abzukoppeln: Damals bekannt für die "holländische Krankheit", werden die Niederlande heute weithin für ihr erfolgreiches "Poldermodell" gerühmt.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 1997

Die Bertelsmann Stiftung verfolgt mit ihrem Gesangswettbewerb das vorrangige Ziel, jungen Opernsängerinnen und -sängern zum Durchbruch in eine internationale Karriere zu verhelfen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Wettbewerben bieten die Veranstalter den jungen Künstlern ein optimales Forum und vielfältige Kontaktmöglichkeiten: Zahlreiche Intendanten deutscher und europäischer Opernhäuser, Vertreter der Musikindustrie und großer Agenturen sowie die Medien begleiten, sichten und fördern die NEUE STIMMEN. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk, der bundesweit eine längere Reportage über den Wettbewerb ausstrahlt, können sich die Sänger einem breiten Publikum vorstellen. Um den jungen Opernsängerinnen und -sängern möglichst realitätsnahe Bedingungen zu bieten, werden sie bereits während des Semifinales vom Rundfunk-Sinfonie Orchester des WDR unter der Leitung von Steven Sloane begleitet. Den mit 15.000 DM dotierten 1. Preis errang die russische Sopranistin Eteri Gvasava. Den 2. Preis über 10.000 DM erhält der Bass Tigran Martirossian aus Armenien; der 3. Preis von 5.000 DM wird dem koreanischen Bariton Soon-Won Kang zuerkannt. Mit weiteren Sonderpreisen bedenkt die Jury Haitao Wang, Xiaoliang Li und Jia Lin Zhang (alle Volksrepublik China), sowie Petia Petrova (Bulgarien) und Kikuko Teshima (Japan). Den Förderpreis der Felicitas-Vössing-Stiftung erhält Anke Vondung aus Deutschland. Der Förderpreis der Stadt Yokosuka wird an Regina Zona (USA) vergeben.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN - Erster Internationaler Meisterkurs 1997

In Zusammenarbeit mit dem Kölner Rundfunk- Sinfonie-Orchester des WDR führt die Bertelsmann Stiftung erstmals einen Workshop für junge Sängerinnen und Sänger durch. Insgesamt zwölf jungen Teilnehmern aus sechs Nationen wird hier die Gelegenheit gegeben, mit dem Dirigenten Steven Sloane und dem Leiter der Vorauswahlen, August Haltmayer, ihr stimmliches und künstlerisches Potential weiterzuentwickeln. Die jungen Talente werden ausnahmslos aus den Vorauswahlen des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN rekrutiert. Mit dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester studieren die jungen Sänger über drei Tage lang in der Kölner Philharmonie Arien aus den unterschiedlichen Stimmfächern ein. Zwischen den einzelnen Kurselementen bietet sich die Gelegenheit zur Repetition und zum Feedback. Aufgrund des großen Erfolges des Orchesterworkshops beabsichtigt die Bertelsmann Stiftung, auch in Zukunft weitere Kurse in dieser Form anzubieten.


Zehnter Deutsch-Jüdischer Dialog


Zweimal jährlich treffen sich auf Initiative der Bertelsmann Stiftung und des Londoner Verlegers Lord George Weidenfeld Persönlichkeiten des jüdischen Lebens aus aller Welt zu informellen Gesprächen mit verantwortlichen Politikern aus Bund und Ländern sowie mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien. Dabei geht es um tagesaktuelle Fragen im deutsch-israelischen Verhältnis ebenso wie um die Reflexion der Folgerungen aus der gemeinsamen Geschichte und der besonderen Verantwortung Deutschlands. Zentrale Themen in diesem Jahr sind der Friedensprozess im Nahen Osten, verbunden mit der Frage des deutschen Beitrages, und die internationale Debatte um das Buch von Daniel J. Goldhagen, "Hitlers willige Vollstrecker", die unter dem Titel "Die Gegenwart der Vergangenheit" fortgeführt wurde. An den Gesprächen nahmen u. a. teil: Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder, der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, der inzwischen verstorbene israelische Staatspräsident a. D., Chaim Herzog, sowie die Bürgermeister von Tel Aviv und Jerusalem, Roni Milo und Ehud Olmert.


Schule & Co. - Stärkung von Schulen im kommunalen und regionalen Umfeld


Vertragsunterzeichnung des Projekts Schule & Co. in der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Reinhard Mohn (r.) mit NRW-Schulministerin Gabriele Behler (l.).

"Schule & Co." basierte einerseits auf Anregungen der Bildungskommission NRW und der daraus hervorgegangenen Denkschrift "Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft" von 1995 und andererseits auf Erfahrungen, die in Kanada in der Schulregion von Durham (Toronto) gemacht wurden. Für seinen innovativen Weg einer Schulreform von unten wurde die Schulbehörde von Durham 1996 mit dem Carl Bertelsmann-Preis ausgezeichnet. "Schule & Co." ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, der Bertelsmann Stiftung, des Kreises Herford und der Stadt Leverkusen, das im Herbst 1996 vorgestellt und im Sommer 1997 gestartet wurde. Die Projektpartner stimmen mit der Forderung der von Ministerpräsident Johannes Rau eingesetzten Bildungskommission überein, Gestaltungskraft und Selbstverantwortung der einzelnen Schule zu stärken und die Schule deutlicher als bisher in den Kontext regionaler Entwicklung zu stellen. Eine stärkere Vernetzung der Bildungs- und Erziehungsarbeit mit anderen kommunalen Dienstleistungen und privaten Einrichtungen soll dazu beitragen, die Entwicklung "regionaler Bildungslandschaften" zu unterstützen. Bei diesem, für die Bundesrepublik Deutschland einmaligen Schulprojekt sollen innerschulische Entwicklungsprozesse mit Reformansätzen kommunaler Verwaltungen verknüpft werden. In beiden Modellregionen haben sich insgesamt 52 Schulen aller Schulformen nach intensiven und teilweise kontroversen Diskussionen zwischen Lehrern, Schülern und Eltern zu einer Teilnahme entschlossen. Im Kreis Herford wird das Projekt dauerhaft weitergeführt.


Gründung der Medienakademie Köln

Ziel des Unternehmens ist die Förderung der Wissenschaft, Forschung und Aus- und Fortbildung im Multimediabereich durch den Betrieb einer entsprechenden Akademie. Sie soll Medien-Innovationen fördern und durch die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte die Einführung und Verbreitung neuer Medientechnologien fördern. Im Mittelpunkt stehen die Qualifikation für neue Medienberufe sowie die Beratung von Firmen bei der Anwendung neuer Medien. Das Angebot wird abgerundet durch Fachtagungen und Managementkonferenzen.

Dr. Mark Wössner wird Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung


Mark Wössner am Schreibtisch in der Bertelsmann AG, 1996.

Am 1. November 1998 gibt Reinhard Mohn den Vorstandsvorsitz der Bertelsmann Stiftung ab. Sein Nachfolger wird Dr. Mark Wössner, seit 1976 im Vorstand der Bertelsmann AG tätig und von 1983 bis 1998 dessen Vorsitzender. Reinhard Mohn selbst bleibt dem Vorstand als einfaches Mitglied erhalten.


Carl Bertelsmann-Preis 1998: Kommunikationsordnung 2000

Die Industriestaaten sind auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Digitalisierung ist das Stichwort für gesellschaftliche Umwälzungen, die von vielen mit denen der Industrialisierung verglichen werden. Die Inhalte und Informationen stellen die Medienpolitik vor neugelagerte Aufgaben: Der Staat kann die schiere Menge an Medienangeboten nicht mehr kontrollieren; die globale Vernetzung der Kommunikation stellt die Wirksamkeit nationalstaatlicher Regulierung zusätzlich in Frage. Hier entsteht ein Verantwortungsdefizit.

Die Medienanbieter können durch Selbstkontrolle dieses Defizit in wichtigen Teilen ausgleichen. Gleichzeitig müssen die Medienkompetenz der Nutzer sowie deren Zugang zu Kommunikationsangeboten gefördert werden, sodass die Bürger verstärkt selbst Verantwortung übernehmen können. Der Staat erhält dabei eine neue Rolle als Förderer von Innovation und Selbstregulierung. Die Medienmarktaufsicht hat bei dieser Entwicklung ein besonderes Potenzial für Marktöffnung und eine besondere Verantwortung für Vielfalts- und Qualitätssicherung. Durchsetzungskraft verleiht ihr ein staatliches Sanktionsrepertoire, das zwar eindeutig hinter Selbstkontrollmechanismen zurücktritt, diese jedoch absichert und den gemeinwohlorientierten Rahmen zukünftiger Medienpolitik bildet.

Den mit insgesamt 300.000 DM dotierten Preis teilen sich 1998 die "Canadian Radiotelevision and Telecommunications Commission" (CRTC) und der "Recreational Software Advisory Council" (RSAC). Die kanadische Medienaufsichtsbehörde "Canadian Radiotelevision and Telecommunications Commission" ist sowohl für den Rundfunk- als auch für den Telekommunikationsmarkt in Kanada zuständig. Ihre Aufgaben umfassen die Eigentums-, Konzentrations- und Fusionskontrolle sowie inhaltliche Überwachung. Im Rundfunkmarkt obliegt ihr die Lizenzvergabe. Intern führt die Behörde die Rundfunk- und Telekommunikationsabteilungen mit sehr unterschiedlichen Kulturen zusammen. Unter den Selbstkontrollinitiativen sticht der "Recreational Software Advisory Council" (RSAC) mit Sitz in Washington D. C. mit seinem Modell zum Jugendschutz im Internet hervor. RSAC ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die ein Schema zur Selbstklassifizierung von Inhalten im World Wide Web entwickelt hat: Die Inhalte-Anbieter ordnen im Netz eigenständig ihre Web-Seiten nach einem festen Kriterienraster ein. Die Web-Seiten werden in fünf Stufen hinsichtlich jugendgefährdender Inhalte klassifiziert und mit einem Label gekennzeichnet. Internet-Nutzer entscheiden anschließend selbst, was auf ihre bzw. die Bildschirme ihrer Kinder gelangen soll. Internet Browser wie die Produkte von Microsoft oder Netscape lesen die Label und lassen dann, je nach individueller Voreinstellung, die Web-Seite passieren oder blenden sie aus. Damit greift der Filter nur minimal in die basisdemokratische, freiheitliche Struktur des Internet ein und leistet dennoch einen effektiven Jugendschutz.


Internationales Symposium "Aufgaben des dualen Rundfunksystems"


Konferenz "Aufgaben des dualen Rundfunksystems" am 5. Februar 1998 in der Konferenzzone der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Von links: Mark Wössner, Reinhard Mohn, Kurt Biedenkopf und Kurt Beck.

Im Februar 1998 stellt die Bertelsmann Stiftung in einem Symposium Ergebnisse ihrer Studie "Fernsehen auf dem Prüfstand" vor. Der Systemvergleich zwischen Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, den USA und Deutschland, der auch eine Befragung zu Angebot, Nutzung und Zuschauereinschätzungen zum deutschen dualen Rundfunk enthält, macht dabei vor allem deutlich, dass Systeme mit starken öffentlich-rechtlichen wie privaten Fernsehanbietern ein Programm von größerer Vielfalt und höherer Qualität bereitstellen als solche, die vornehmlich auf private Anbieter setzen. Deutlich wurde jedoch auch, dass es in einem Vielfaltsmarkt mit Hunderten von Programmen einer Präzisierung der Rolle öffentlich-rechtlicher Anbieter innerhalb des dualen Systems bedarf. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet daher an der Entwicklung eines Funktionsauftrages für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland etwa nach dem Vorbild der Selbstverpflichtung der britischen BBC. Podiumsteilnehmer sind u. a. Kurt Beck, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Dr. Mark Wössner und Dr. Ingrid Hamm.


International Bertelsmann Forum 1998 "Europa vor der Vollendung"

"Reformen im Innern sind Bedingung für europäische Handlungsfähigkeit in der Zukunft.." Dieses Fazit zog Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog, in dessen Berliner Amtssitz Schloss Bellevue die zweitägige Konferenz stattfindet. "Weniger Brüsseler Kompetenzen in Bereichen, die besser auf anderer Ebene entschieden werden, wären in der Tat ein Fortschritt", so der Bundespräsident. Der Forderung nach einer weitreichenden Reform der Europäischen Union schließt sich auch Jacques Santer der Präsident der EU-Kommission an. Beide sprechen sich für die Ausweitung des Prinzips der Mehrheitsentscheidung in der Europäischen Union aus. Insbesondere bei Entscheidungen zur Währungs-, Umwelt-, Außen- und Sicherheitspolitik komme die Europäische Union nicht umhin, teilweise vom Prinzip der Einstimmigkeit Abstand zu nehmen. Rund 50 ranghohe Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien stimmen darin überein, dass die Europäische Union die notwendigen Reformschritte noch vor der anstehenden Erweiterung um die mittel- und osteuropäischen Staaten durchführen müsse.


Internationales Stiftungssymposium 1998: Die Zukunft des Stiftungswesen in einer freien Gesellschaft

Die zunehmende internationale Verflechtung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge verlangt auch von Stiftungen globales Denken und Handeln. Dies setzt internationalen Dialog und grenzüberschreitende Kooperation voraus. Daher veranstaltet die Bertelsmann Stiftung im Mai 1998 ein internationales Stiftungssymposium mit dem Thema "Die Zukunft des Stiftungswesens in einer freien Gesellschaft". Rund 70 Repräsentanten von Stiftungen und Stiftungsexperten aus aller Welt sowie Unternehmer und Vertreter internationaler Organisationen folgen der Einladung nach Gütersloh und diskutieren zwei Tage lang über die Rolle von Stiftungen in einer modernen pluralistischen Gesellschaft. Die gesellschaftliche Funktion von Stiftungen sowie Fragen zur Legitimität und öffentlichen Akzeptanz ihrer Tätigkeit stehen dabei im Mittelpunkt.


Start der bundesweiten "Initiative für Beschäftigung"


Logo der bundesweiten Initiative für Beschäftigung.

Die derzeitige Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt erfordert einen lager-, partei- und organisationsübergreifenden Spitzenkonsens zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten. In dieser Überzeugung haben Prof. Dr. Jürgen Strube (BASF), Hubertus Schmoldt (IG BCE) und Reinhard Mohn 1998 die "Initiative für Beschäftigung!" gegründet. In verschiedenen Regionen Deutschlands sind bislang 19 Netzwerke entstanden, in denen Programme und Projekte zur Vorbereitung, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen entwickelt und umgesetzt werden. In den Netzwerken engagieren sich rund 2.000 Personen – sie konnten in den letzten Jahren über 200 Projekte verwirklichen.

Dr. Mark Wössner wird Vorsitzender des Beirates der Bertelsmann Stiftung

Der langjährige Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, Dr. Mark Wössner, löst Reinhard Mohn als Vorsitzenden des Beirats der Bertelsmann Stiftung ab.


Die Bertelsmann Stiftung beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


Im Jahr 1999 steigt die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 201.


Internationales Stiftungssymposium 1999: Die Rolle von Bürgerstiftungen in der Zivilgesellschaft


Bürgerstiftungen sind eines der am schnellsten wachsenden Segmente der internationalen Stiftungswelt. Was 1914 als lokales Experiment in den USA begann, ist seither in vielen anderen Kommunen, Städten und Regionen weltweit übernommen worden und stößt seit geraumer Zeit auch in Europa auf zunehmendes Interesse. Aus diesem Grunde haben sich die Bertelsmann Stiftung und die Charles Stewart Mott Foundation zusammengetan, um die Entwicklung von Bürgerstiftungen in Deutschland und Europa zu fördern und einen internationalen Erfahrungsaustausch anzustoßen. Als Auftakt dieser Initiative führt die Bertelsmann Stiftung am 9. und 10. März 1999 in Gütersloh ein internationales Symposium durch zum Thema "Die Rolle von Bürgerstiftungen in der Zivilgesellschaft".

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Beiträge, die Bürgerstiftungen zur Gestaltung und Entwicklung der Zivilgesellschaft leisten, sowie Strategien, Methoden und Instrumente effektiver Stiftungsarbeit. Welche Rolle können Bürgerstiftungen beim Aufbau vitaler lokaler Gemeinwesen übernehmen? Was sind aus internationaler Perspektive gute Vorbilder und Erfolg versprechende Vorgehensweisen für die Arbeit von Bürgerstiftungen? Diese Fragen werden mit Experten aus den USA, Kanada und Europa erörtert, die über ihre jeweiligen Erfahrungen auf diesem Gebiet berichte.


Carl Bertelsmann-Preis 1999: Berufliche Bildung der Zukunft


Festakt des Carl Bertelsmann-Preis am 16. September 1999 in der Stadthalle Gütersloh. Von links: Mark Wössner, Margrethe Vestager, Liz und Reinhard Mohn, im Hintergrund Lothar Späth.

Um der beruflichen Bildung in Deutschland neue Impulse zu geben, wird Dänemark für sein vorbildliches Ausbildungssystem mit dem Carl Bertelsmann-Preis 1999 ausgezeichnet. Die dänische Bildungsministerin Margrethe Vestager nimmt den Preis zum Thema "Berufliche Bildung der Zukunft" stellvertretend für ihr Land entgegen.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 1999


Finale des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN am 9. Oktober 1999 in der Stadthalle Gütersloh. Gruppenaufnahme mit Liz Mohn und Preisträgerin Tina Schlenker. Von links: Dirigent Johannes Wildner, Tina Schlenker, Gustav Kuhn und Liz Mohn.

Mit einer Rekordzahl von 1.022 Anmeldungen endet die Bewerbungsfrist für den Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 1999. Was vor zwölf Jahren auf Initiative von Liz Mohn als "Europäischer Sängerwettstreit" ins Leben gerufen wurde, hat sich inzwischen als "Olympiade der schönen Stimmen" etabliert. Der Internationale Gesangswettbewerb, der über die Grenzen Europas hinaus bekannt ist und Anerkennung genießt, hat sich damit zu einer der wichtigsten und renommiertesten Veranstaltungen zur Förderung junger Talente entwickelt. Die Gewinnerin, Tina Schlenker, kommt erstmals aus Deutschland. Mit dem 2. Platz wird Andrei Dounaev (Russland) und mit dem 3. Platz Paul Gay (Frankreich) ausgezeichnet.


International Bertelsmann Forum 1999 "Mittel- und Osteuropa auf dem Weg in die Europäische Union"


Einweihung des renovierten Chopin-Denkmals im Warschauer Lazienki Park anlässlich des International Bertelsmann Forums 1999 in Warschau. Von links: Henry Kissinger, Richard von Weizsäcker, Liz Mohn und Ryszard Kalisz.

1955 wurde im ehemaligen "Statthalterpalais" und jetzigen Präsidialpalast in Warschau der Warschauer Pakt geschlossen - am demselben Ort, wo 1989 die polnische Regierung und Opposition über Polens Demokratisierung berieten. Derselbe runde Tisch, von dem seinerzeit wichtige Impulse für die Transformation Mittel- und Osteuropas ausgingen, dient nun mehr als 50 Entscheidungsträgern und Experten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien zum Austausch darüber, wie die Europäische Union die Beziehungen zu den Staaten Osteuropas definieren kann, die nach der Erweiterung direkte Nachbarn der Union werden.


5. Kronberger Gespräche "Europe and the Middle East and North Africa Steps Towards Comprehensive Stability"

Europas Nahost- und Nordafrikapolitik stehen im Mittelpunkt der fünften Kronberger Gespräche vom 7. bis 9. Dezember 1999. Dieser transmediterrane Dialog begleitet kritisch das Ziel der Europäischen Union, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum von Finnland bis Marokko und von Irland bis Jordanien zu schaffen. Darüber hinaus werden Wege und Ziele definiert, um den Friedensprozess zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zu stärken.


Initiative für Beschäftigung - Regionalnetzwerk OWL

Ziele des Netzwerkes sind die strukturelle Förderung der Arbeitsmarktregion Ostwestfalen-Lippe und die Entwicklung von Lösungen für arbeitsmarktpolitische Probleme. Die wissenschaftliche Entwicklung umfasst auch die Erprobung dieser Konzepte, die Bewertung und die Veröffentlichung der Ergebnisse hieraus.

Die Initiative für Beschäftigung OWL e. V. ist ein von regionalen Unternehmen und Institutionen getragener, unabhängiger und parteipolitisch neutraler Verein. Sie bietet Unternehmen und arbeitsmarktpolitischen Akteuren in OWL eine Plattform zur regionalen Vernetzung. Ziel der Initiative ist es, die Arbeitsmarktregion Ostwestfalen-Lippe zu fördern und so die Beschäftigungssituation in der Region zu verbessern.


Deutscher Bildungskongress des Initiativkreis Bildung mit Prof. Dr. Roman Herzog

Bildung ist der Schlüssel zur Wissensgesellschaft. Digitalisierung, Globalisierung und gesellschaftliche Umbrüche stellen im 21. Jahrhundert neue Herausforderungen an das Bildungssystem. Der Initiativkreis Bildung der Bertelsmann Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten hat in einem Memorandum Leitlinien für das Bildungssystem der Zukunft vorgelegt.


Preisverleihung Wettbewerb des Netzwerkes "Bürgerorientierte Kommune – Wege zur Stärkung der Demokratie"

Zentrales Anliegen der kommunalen Reformarbeit der Bertelsmann Stiftung ist ein stärkeres Einbeziehen bürgerschaftlicher Kompetenz in lokale Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse. Für eine moderne Kommune reicht es heute nicht mehr aus, allein auf rechtmäßig hoheitliches Handeln oder effiziente Dienstleistungen zu setzen. Um Verbesserungen im kommunalen Miteinander zu erzielen, bedarf es einer systematischen Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik mit einer aktiven Bürgerschaft. Die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren beispielhaft am Ort zu fördern – dies haben sich die Bertelsmann Stiftung und der Verein "Aktive Bürgerschaft" aus Münster mit ihrem Projekt "Bürgerorientierte Kommune - Wege zur Stärkung der Demokratie" vorgenommen. Im Frühsommer 1998 initiieren die Projektträger einen bundesweiten Wettbewerb, um erfolgreiche Beispiele bürgerorientierten Handelns aufzuspüren. Nach intensiven Beratungen der Wettbewerbsjury präsentieren die Projektträger am 28. Oktober 1999 einen ersten und zwei zweite Preisträger: Dabei wird das Engagement der Stadt Nürtingen mit dem ersten Preis besonders hervorgehoben, Bremen und Leipzig werden für ihre Bemühungen um Bürgerorientierung gemeinsam mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Der Abschluss des Wettbewerbs markiert zugleich den Beginn für die nächste Projektphase: Unter dem Arbeitstitel "CIVITAS - Netzwerk bürgerorientierter Kommunen in Deutschland" werden ausgewählte Bürgerkommunen in konkreten Modellprojekten unterstützt, die weitere Impulse auf dem Weg zur Bürgerkommune geben.

Neuordnung der Stiftungsgremien

Reinhard Mohn ordnet zum 1. November 2000 die Gremien der Bertelsmann Stiftung neu. Er übernimmt nach dem Ausscheiden von Dr. Mark Wössner den Vorsitz im fünfköpfigen Präsidium, das an der Spitze eines Kuratoriums steht, sowie den Vorsitz des Kuratoriums. Das Präsidium ist das Exekutiv-Organ der Bertelsmann Stiftung: Das Kuratorium übernimmt Beratungs- und Kontrollfunktion. Mit dem Ausscheiden des Geschäftsführers Dr. Andreas Schlüter am 30. Oktober 2000 ist für die Projektarbeit eine Geschäftsleitung zuständig, deren Vorsitz Dr. Gunter Thielen übernimmt. Gerd Schulte-Hillen wird stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums. Weitere Mitglieder des Präsidiums sind Liz Mohn und Prof. Dr. Werner Weidenfeld.


Carl Bertelsmann-Preis 2000: Reformen im Gesundheitswesen

Dem Patienten "deutsches Gesundheitswesen" geht es schlecht. Obgleich seit längerem ernsthaft erkrankt, haben jahrzehntelange Therapieversuche noch nicht ausreichend angeschlagen - obwohl die Krankheitsursachen lange bekannt sind, die Politiker zarte strukturelle Reformen eingeleitet haben und sogar endlich den Versuch unternehmen, von der Symptom- zur Ursachenbekämpfung überzugehen. Trotz aller Bemühungen: Das Kostenwachstum lässt sich scheinbar nicht aufhalten, während die Einnahmeseite weiter unter Druck gerät. Gefragt sind also konkrete Lösungsansätze für konkrete Zukunftsfragen. Die Entscheidung der Bertelsmann Stiftung, den diesjährigen Carl Bertelsmann-Preis für international innovative gesundheitspolitische Modelle auszuloben, dient daher auch dem Ziel, den Reformdruck auf die Entscheidungsträger hierzulande zu erhöhen. Vom Ausland lernen - eine begründete Hoffnung, die, durchaus begründet ist. Betrachtet man die große Resonanz auf die Preisträger der vergangenen zwölf Jahre aus den Bereichen Bildungswesen, Tarif- oder Hochschulpolitik. In diesem Jahr wird der Carl Bertelsmann-Preis an zwei Preisträger verliehen. Dabei wird jeweils ein spezielles Segment des Gesundheitswesens ausgezeichnet und nicht das Gesundheitssystem der jeweiligen Länder insgesamt. Der erste Preisträger ist das Schweizerische Krankenversicherungsgesetz. Der zweite Preisträger ist die Vereinigung der Hausärzte in den Niederlanden. Ein neues Modell zur Qualitätssicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung haben die Niederlande entwickelt. Gerade für die sogenannten "Hausärzte", die normalerweise die erste Anlaufstation für die Patienten sind, ist es schwer, sich fortzubilden und über die neuesten Forschungen und Behandlungsmethoden auf dem Laufenden zu bleiben.


1. Berliner Forum


Erstes Berliner Forum "Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland" am 29. Mai 2000 in Berlin.

Das Berliner Forum will auf nationaler Ebene Entscheidungsträgern und Sachverständigen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein herausragendes Gesprächsforum für aktuelle Reformprojekte und Themen anbieten.

Das Berliner Forum ist ein Veranstaltungsformat der Bertelsmann Stiftung, das am 28. - 29. Mai 2000 zum Thema "Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland" erstmals stattgefunden hat. Mit dieser hochkarätig besetzten Konferenz hat sich die Bertelsmann Stiftung erfolgreich in der Hauptstadt positioniert und ihren Willen zum Ausdruck gebracht, die "Berliner Republik" mit ihren Reformideen und Impulsen unmittelbar mitzugestalten. Die Veranstaltung bietet einem ausgewählten Kreis von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Möglichkeit, aktuelle Reformthemen der Berliner Republik in einem vertraulichen Gesprächsforum zu diskutieren. Das Round-Table-Format der Veranstaltung erlaubt ein offenes und aktives Gespräch über innenpolitische Herausforderungen für die deutsche Gesellschaft.


Gründung der it-akademie ostwestfalen


Gebäude und Logo der it-akademie ostwestfalen in Gütersloh.

An der im selben Jahr gegründeten it-akadmie beginnt der erste Kurs. Gesellschafter sind die Bertelsmann Stiftung mit 90 Prozent und die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld mit 10 Prozent. Im Februar 2001 wird die Akademie durch den Minister für Wirtschaft und Mittelstand des Landes Nordrhein-Westfalen, Ernst Schwanhold, offiziell eröffnet. Ziel sind Aufklärung und Förderung der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung auf allen Gebieten im Bereich der Informationstechnologie. Besonders macht die Akademie, dass es kein herkömmliches Kursangebot gibt, sondern punktgenaue Qualifizierung für den konkreten Arbeitsplatz. 2004 wird die Akademie zur Förderung der Informations-Technologie gGmbH umfirmiert und danach in eine GmbH & Co.KG umgewandelt.

Fertigstellung des Pavillon 5


Gebäudeteil Pavillon 5 der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh.

Nachdem das Stiftungsgebäude bereits 1996 um die Pavillons 3 und 4 erweitert wurde, wird im Sommer 2001 der dritte Ergänzungsbau der Bertelsmann Stiftung fertiggestellt und am 7. September feierlich eingeweiht. 1999 war die Zahl der Stiftungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter erstmals auf über 200 gestiegen. 160 von ihnen finden nun ihren Platz im neuen Pavillon.


Dr. Gunter Thielen übernimmt Präsidiums- und Kuratoriumsvorsitz


Präsidiumsvorsitzender Gunter Thielen.

Am 1. Oktober 2001 übernimmt Dr. Gunter Thielen, bislang Mitglied im Präsidium der Bertelsmann Stiftung und Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann AG sowie Vorstandschef von Arvato, den Vorsitz in Präsidium und Kuratorium der Bertelsmann Stiftung. Reinhard Mohn bleibt Mitglied in beiden Gremien der Stiftung.


Carl Bertelsmann-Preis 2001: Den Wandel gestalten - Strategien der Transformation

Die Bilder des Jahres 1989 haben längst historische Symbolkraft gewonnen: Der Fall der Berliner Mauer, die Zerschneidung des ungarisch-österreichischen Grenzzaunes, die friedlichen Revolutionen in Osteuropa. Mit der Überwindung des Kommunismus und dem Ende der Ost-West-Gegensätze keimten weltweit euphorische Hoffnungen auf eine neue Staaten- und Gesellschaftsordnung des Friedens und Wohlstands. Die historische Erfahrung dieser zurückliegenden Epoche ist fundamental: Nur die Kombination aus Demokratie und Marktwirtschaft kann dauerhaft die Option auf Stabilität, Gerechtigkeit und Frieden innerhalb einer Gesellschaft und in der internationalen Zusammenarbeit der Staaten gewähren. Weder Marktwirtschaften ohne politische Freiheit noch Demokratien ohne Marktwirtschaft sind ihrerseits dauerhaft funktionsfähig. Der Carl Bertelsmann-Preis 2001 wird an folgende Akteure verliehen: Polen und Bolivien.

Leszek Balcerowicz, erster Finanzminister der Republik Polen und gegenwärtiger Präsident der Zentralbank, für seine ökonomische Transformationsleistung. Tadeusz Mazowiecki, erster Premierminister der Republik Polen, für seine politische Integrationsleistung, seinen Einsatz für die Verfassungsreform und den institutionellen Aufbau. Mazowiecki verstand es, die politischen Kräfte zu bündeln und eine gesellschaftliche Spaltung des Landes zu vermeiden.

Dr. René Blattmann Bauer, parteiloser Justizminister der Regierung Gonzalo Sanchez de Losada (1993 - 1997), für seinen Beitrag zur Grundlegung von Rechtsstaatlichkeit und zur Ausweitung von Partizipation über umfassende Justizreformen. Ana Maria Romero de Campero als Ombudsfrau (defensora) der 1998 gegründeten Volksanwaltschaft (defensoria del pueblo) für den weiteren Ausbau der Rechtsstaatlichkeit im Sinne einer kritischen Überprüfung der Einhaltung der Gesetze und die Ausweitung partizipatorischer Mechanismen durch Dialogprogramme und Vermittlung in Konflikten.


International Bertelsmann Forum 2001 "Das entgrenzte Europa"

Im Weltsaal des Auswärtigen Amtes in Berlin findet im Januar 2001 das diesjährige International Bertelsmann Forum statt. Die Teilnahme ranghoher Regierungsvertreter aus 21 europäischen Staaten, den USA und Israel bestätigt das Profil der Stiftungsarbeit. Anwesend sind die Staatspräsidenten der Ukraine, Sloweniens und Litauens, der deutsche und der österreichische Bundeskanzler sowie der spanische Ministerpräsident, neun Außen- und Verteidigungsminister und ranghohe Vertreter der Europäischen Kommission.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2001


Sieger des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN 2001 Burak Bilgi mit Liz Mohn.

Der Internationale Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN hat sich zur ersten Adresse für junge Sängerinnen und Sänger entwickelt und bietet heute einen Überblick über die weltweite Entwicklung im Opern- und Operettenfach. Beeindruckend ist die schnell gewachsene Zahl der Teilnehmer. Waren es 1987 noch 36 Sängerinnen und Sänger, aus denen die Jury die drei Preisträger auswählen konnte, wurden 2001 mehr als 1.200 junge Menschen aus fast 50 Nationen gehört. Wie kein anderer Wettbewerb schaffen es die Neuen Stimmen mit ihren 17 Vorauswahlen, Sänger aus der ganzen Welt nach Gütersloh zu holen und somit höchstes Niveau zu garantieren. Dieses Prinzip gewährleistet es, die ganz großen Stimmen zu entdecken. Sängern wie Nathalie Stutzmann, Vesselina Kasarowa, Roman Trekel oder Eteri Gvasawa gelang durch die Neuen Stimmen der Sprung in die große internationale Karriere. Der türkische Bass Burak Bilgili holt sich beim diesjährigen Wettbewerb den 1. Platz. Den 2. Platz sichert sich Wo-Kyun Kim vor Anna Samuil aus Russland.


1. Internationales Kulturforum in Kairo

Mit dem Projekt sollen die interkulturelle Verständigung gefördert und ein kulturübergreifendes Dialognetzwerk zwischen Ägypten und Deutschland aufgebaut werden. Ziel ist es außerdem, gemeinsame Lösungsansätze zu den Zukunftsfragen der Globalisierung zu entwickeln. Mit dem ägyptisch-deutschen Kulturforum am 21. Februar 2001 in Kairo eröffnet die Bertelsmann Stiftung eine neue Gesprächsreihe auf internationaler Ebene. Parallel zum Kulturforum findet in der Kairoer Oper ein Meisterkurs für ägyptische und europäische Opernsängerinnen und -sänger statt. Dessen Abschlusskonzert am Abend des 21. Februars in der Oper ist auch Abschluss des Kulturforums.


2. Internationales Kulturforum in Tokio

Auch das deutsch-japanische Kulturforum stand in Verbindung zum Wettbewerb. Ein Galakonzert in Yokosuka bildete den Schlusspunkt der asiatischen Vorauswahlen zu den NEUE STIMMEN 2001. Am folgenden Tag findet in Tokio die Konferenz des zweiten Kulturforums zum Thema "Unternehmenskultur und Wirtschaft: ein Deutsch-Japanischer Vergleich" statt. Aus Sicht der Wirtschaft und aus wissenschaftlicher Perspektive wird über die Bedeutung der Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich ergeben aus der Wechselbeziehung zwischen der Bewahrung nationaler Identität und zunehmender Globalisierung. Als Referenten konnten unter anderem gewonnen werden: Prof. Yoshiaki Takahashi, Chuo Universität Tokio, Takuma Yamamoto, Fujitsu Ltd. Tokio, Takashi Nawa, Mc Kinsey Tokio, Dr. Ekkehardt Wesner, Aufsichtsratsmitglied der Volkswagen AG, Prof. Florian Coulmas, Universität Duisburg und Prof. Wolfgang Dorow, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.

Prof. Dr. Heribert Meffert neuer Präsidiumsvorsitzender

25 Jahre nach Gründung der Stiftung beruft Reinhard Mohn Prof. Dr. Heribert Meffert zum neuen Vorsitzenden des Präsidiums und des Kuratoriums. Der international anerkannte Marketing-Experte löst am 1. Oktober 2002 Dr. Gunter Thielen ab, der sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG antritt.


25 Jahre Bertelsmann Stiftung


Gastredner Bundespräsident Johannes Rau anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Bertelsmann Stiftung am 13. März 2002 in der Stadthalle Gütersloh.

Am 14. März 2002 wird die Bertelsmann Stiftung 25 Jahre alt. Gastredner beim Jubiläumsfestakt am 13. März in der Stadthalle Gütersloh ist Bundespräsident Johannes Rau. Der Bundespräsident würdigt in seiner Laudatio die Stiftung mit den Worten: "Die Bertelsmann Stiftung hat sich immer als Akteur im gesellschaftlichen und politischen Leben der Zeit verstanden. Sie möchte mit den Worten Reinhard Mohns eine Reformwerkstatt sein".


Carl Bertelsmann-Preis 2002: Transparenz: Grundlage für Verantwortung und Mitwirkung


Wie können moderne Gesellschaften reformfähig bleiben? Wie lassen sich Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit erreichen? Und wie ist sicherzustellen, dass die dabei notwendigen Übergänge menschengerecht und gesellschaftsverträglich gestaltet werden? Diesen grundlegenden Fragen widmete sich der Carl Bertelsmann-Preis 2002. Die Non-Profit-Organisation Transparency International hat mit ihrer erfolgreichen Bekämpfung von Korruption gezeigt, wie drängende Probleme beim Versagen des Staates und des Marktes bewältigt werden können. In diesem Beispiel führt die Kooperation zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Win-win-Ergebnis -  insbesondere, weil Transparenz und Offenheit neben Selbstorganisation und individueller Verantwortungsübernahme zu den grundlegenden Elementen der gemeinsamen Arbeit gehören.


Zehn Jahre Deutsch-Jüdischer Dialog "Zum Verhältnis von Polen, Deutschen und Juden"

Deutschland hat aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung für das Schicksal der jüdischen Gemeinden in aller Welt und für die Zukunft des Staates Israel. Die Bertelsmann Stiftung stellt sich dieser Verpflichtung und engagiert sich dazu in mehrfacher Hinsicht: Der von ihr initiierte "Deutsch-Jüdische Dialog" hat sich in den vergangenen Jahren zu einem bewährten Forum des vertraulichen Dialoges entwickelt. Im März 2002 findet der Dialog auf Einladung des polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski zum ersten Mal in Warschau statt. Die Veranstaltung bringt Schlüsselpersönlichkeiten des polnischen und des deutschen öffentlichen Lebens zu einem intensiven Austausch mit international führenden Vertretern der jüdischen Kultur zusammen.


Wettbewerb zur Integration von Zuwanderern - Eine Initiative des Bundespräsidenten


Preisverleihung des Wettbewerbs Integration von Zuwanderern am 22. August 2002 im Präsidentengarten des Schloss Bellevue in Berlin. Liz Mohn mit Bundespräsident Johannes Rau.

Die erste Berliner Rede seiner Amtszeit widmete Bundespräsident Johannes Rau am 12. Mai 2000 der Integration von Zuwanderern in Deutschland. Darin beschrieb er die Förderung der Integration als eine "gesellschaftspolitische Aufgabe allererster Ordnung". Die Bertelsmann Stiftung hatte bereits 1992 mit ihrem Carl Bertelsmann-Preis auf die "neue" Einwanderungsrealität in Deutschland aufmerksam gemacht. Bundespräsident Johannes Rau gab 2001 den Anstoß für einen gemeinsamen Wettbewerb mit der Bertelsmann Stiftung, durch den modellhafte Initiativen bei der Integration von Zuwanderern identifiziert und prämiert werden sollten. In der Vorbereitungsphase erstellten Prof.  Dr. Dietrich Thränhardt und Dr. Uwe Hunger im Auftrag der Bertelsmann Stiftung die Expertise "Was kann die Bürgergesellschaft zu einer gelungenen Integration von Ausländern beitragen?" Zu dieser Frage findet am 18. Juli 2001 auch ein Expertengespräch im Schloss Bellevue statt.

Der Wettbewerb wird am 31. Januar 2002 im Schloss Bellevue ausgelobt. Prominente Persönlichkeiten mit Zuwanderungsgeschichte engagieren sich als "Botschafter" für den Wettbewerb: die Schauspieler Miroslaw Nemec und Erol Sander, die Boxer Wladimir und Vitali Klitschko sowie die Popband Bro´Sis. Die Resonanz auf den Wettbewerb ist überwältigend. Über 1300 Initiativen aus ganz Deutschland bewerben sich.

Die Jury wählt am 11. Juli 2002 in Berlin zehn Preisträger aus. Weitere 180 Bewerber erhalten eine besondere Auszeichnung für ihr Engagement.

Die Preisträger werden von Bundespräsident Johannes Rau und Liz Mohn im Präsidentengarten von Schloss Bellevue am 22. August 2002 geehrt. In einer im Fernsehen übertragenen und von Jörg Pilawa moderierten Veranstaltung wird einer breiten Öffentlichkeit das Engagement der erfolgreichen Initiativen vorgestellt.

Dr. Johannes Meier wird Mitglied des Präsidiums und Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung

Der Medien- und Informationswissenschaftler Dr. Johannes Meier wird als Mitglied in das Präsidium und Kuratorium der Bertelsmann Stiftung berufen. In seiner Präsidiumsfunktion hat er außerdem die kaufmännische Geschäftsführung inne.


Offizielle Eröffnung der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin


Gebäude der Bertelsmann Repräsentanz Unter den Linden 1 in Berlin.

In der ehemaligen Alten Kommandantur, der Hauptstadt Repräsentanz, der Bertelsmann AG bezieht die Bertelsmann Stiftung einige Büroräume. Für die Nutzung des Gebäudes hatte der Berliner Senat verbindliche Auflagen gemacht. Verlangt wurden die Wiedererrichtung des alten Baukörpers und die genaue Rekonstruktion der historischen Fassade. Die Gestaltung des Gebäudeinneren wurde freigestellt.


Aktion Demographischer Wandel

Demographischer Wandel - das Megathema der gesellschaftlichen Debatte in unserem Land. Kaum eine politische Diskussion bleibt ohne Verweis auf die Folgen der Alterung für unsere Gesellschaft. Demographischer Wandel - das ist zurzeit eher Schreckensvision als Aufforderung zu entschlossenem Handeln. Die Aktion Demographischer Wandel der Bertelsmann Stiftung will gegensteuern. Wir sind überzeugt: Eine alternde Gesellschaft hat Potenziale, die genutzt werden müssen. Mehr noch: Der demographische Wandel birgt die historisch seltene Chance, unsere Gesellschaft grundlegend zu reformieren. Die großen Produktivitätspotenziale von alternden Menschen können genutzt werden, wenn das Altenbild und die institutionellen Rahmenbedingungen verändert werden.

Neue Familienbilder, neue positive Altenbilder, neue Modelle der Arbeitsteilung im Sinne einer neuen, intelligenten Wertschöpfung, die Elemente der persönlichen Sinnstiftung und des gesamtgesellschaftlichen Nutzens stärker berücksichtigt, müssen verbreitet werden, um zu einer Stärkung der Bürgergesellschaft zu führen. Innovative Beispiele für neue Verhaltensweisen und Werte, die bereits lokal und partiell existieren, müssen weitreichend verbreitet werden, um Akzeptanz zu finden.


Bertelsmann Transformation Index (BTI)

Der Transformationsindex der Bertelsmann Stiftung analysiert und bewertet die Qualität von Demokratie, Marktwirtschaft und politischem Management in 128 Entwicklungs- und Transformationsländern. Gemessen werden Erfolge und Rückschritte auf dem Weg zu rechtsstaatlicher Demokratie und sozialpolitisch flankierter Marktwirtschaft. Detaillierte Ländergutachten von knapp 250 international anerkannten Experten mit fast 7.000 Einzelbewertungen sind die Grundlage für die Bewertung des Entwicklungsstandes und der Problemlagen sowie der Fähigkeit politischer Akteure, Reformen konsequent und zielsicher umzusetzen. Der BTI ist der einzige international vergleichende Index, der die Qualität von Regierungshandeln mit selbst erhobenen Daten misst und eine umfassende Analyse von politischen Gestaltungsleistungen in Transformationsprozessen bietet. Aus dem Bertelsmann Transformationsindex entstehen später die Sustainable Governance Indicators (SGI) als Schwesterprojekt, mit denen alle OECD-Länder und seit 2014 auch alle EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich guter Regierungsführung bewertet und verglichen werden.


Carl Bertelsmann-Preis 2003: Unternehmenskultur und Führungsverhalten als Erfolgsfaktoren

Unter dem Titel "Unternehmenskultur und Führungsverhalten als Erfolgsfaktoren" soll der Carl Bertelsmann-Preis 2003 verliehen werden. Mit dieser Auszeichnung sollen innovative Gestaltung und vorbildliche Umsetzung der partnerschaftlichen Führungs- und Dialogkultur eines Unternehmens oder einer anderen Einrichtung gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei partnerschaftliche Zusammenarbeit auf der Basis von Dialogfähigkeit und Transparenz, Identifikation mit Zielen und Aufgaben, Dezentralisation und Delegation von Verantwortung als Prozess mit Rechten und Pflichten sowie die Sicherung der Führungsfähigkeit und Kontinuität. Weitere wesentliche Kriterien sind der Respekt vor Kulturen und Menschen sowie die Etablierung eines Berichtswesens zur Weiterentwicklung von Unternehmen und Unternehmenskultur als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens.
Die Nominierten: BMW Group, Hilti und Novo Nordisk
Der Preisträger: Hilti Aktiengesellschaft


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2003


Finale des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN in der Stadthalle Gütersloh. Der Sieger Franco Fagioli, Gérard Mortier (Vorsitzender der Jury), Liz Mohn und Gustav Kuhn (künstlerischer Leiter).

Den zehnten internationalen Gesangswettbewerb im Oktober 2003 gewinnt der Argentinier Franco Fagioli (22). Der Countertenor überzeugt die internationale Jury unter dem Vorsitz von Gérard Mortier. Der 2. Preis wird dem russischen Tenor Maxim Mironov (22) zugesprochen; der 3. Preis geht an den lyrischen Bariton Song-Hu Liu (28) aus China. Über 1.200 Nachwuchskünstler aus 50 Nationen sind 2003 bei den NEUEN STIMMEN dabei. 18 Vorauswahlen wurden u. a. in Berlin, Brüssel, Buenos Aires, London, Moskau, München, New York, Peking, Sydney und Yokosuka (Japan) ausgetragen. Zum ersten Mal sangen auch Talente aus Armenien, Kuba, Equador und dem Iran vor. 48 Sänger aus 18 Nationen schafften den Sprung in die Endausscheidung nach Gütersloh.


Balance von Familie und Arbeitswelt. Pressekonferenz zum Start mit Liz Mohn und Renate Schmidt

Familienpolitik rangiert auf der politischen Agenda weit vorn und gilt als Zukunftspolitik. Allerdings passen die Anforderungen von Arbeitswelt und die individuelle Lebensorientierung von Beschäftigten oft noch nicht zusammen. Erwartungen und Erfordernisse von Menschen und Unternehmen müssen daher aus beruflicher, familiärer und individueller Sicht zusammengebracht werden. Dazu ist eine realistische Architektur der Infrastruktur ebenso notwendig wie die Bereitschaft der Arbeitnehmer, eigene Initiativen in Work-Life-Balance Konzepte einzubringen.

Die Bertelsmann Stiftung will diese Prozesse unterstützen. Wir helfen Führungskräften in Unternehmen, wie sie sich zu Experten für eine familien- und Work-Life-Balance orientierte Personalpolitik qualifizieren können. Wir zeichnen einzelne Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für kreative und innovative Lösungen in der Balance von Beruf, Familie und Privatleben aus. Stakeholder aus Wirtschaft, Verbänden, Kammern und Kommunen werden qualifiziert, ihrerseits regionale Informations-, Beratungs- und Weiterbildungsprogramme zu etablieren.


3. Internationale Kulturforum in Peking

Deutschland und China begrüßen den Einsatz der Bertelsmann Stiftung und der chinesische Gesellschaft für internationalen Kulturaustausch und würdigen ihr Engagement. Das Internationale Kulturforum Peking zur Förderung des chinesisch-europäischen Kulturdialoges findet am 14. und 15. Mai 2003 in Peking statt. Vom 9. bis 12. Mai erfolgt hier auch die chinesische Vorauswahl für den Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN Die besten Künstler dieser Vorentscheidung werden an der Opern-Gala zum Abschluss des Internationalen Kulturforums auftreten. Unter der Leitung von Maestro Gustav Kuhn stehen sie zusammen mit dem Wagner-Tenor Siegfried Jerusalem, den Neue-Stimmen-Stars Eteri Gvazava und Xiaoliang Li sowie der chinesischen Sopranistin Ma Mei auf der Bühne.

Über 300 Mitarbeiter arbeiten erstmals für die Bertelsmann Stiftung

Ende 2004 werden in der Bertelsmann Stiftung 312 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.


1. Salzburger Trilog

Die Projektreihe der internationalen Kulturforen hat deutlich gemacht, dass dem europäischen Kontinent in seiner kulturellen Vielfalt und aufgrund der Integrationsleistungen seiner politischen Kultur eine Schlüsselrolle zukommt bei der Vermittlung, dem Dialog und der Toleranz zwischen den Kulturen. Gleichwohl gibt es auch in Europa kein einheitliches Verständnis von Inhalt und Grenzen der Toleranz. Dies stellt den sozialen Zusammenhalt unserer pluralen Gesellschaften zunehmend in Frage. Die aktuellen Diskussionen um Kopftuch, europäischen Antisemitismus, Diskriminierung und Terror belegen dies eindringlich. Die Schlüsselfrage kulturell diversifizierter und pluralistischer Gesellschaften lautet, wie ein gesellschaftlicher Konsens zu erreichen ist, ohne dass notwendigerweise ein gemeinsames Werteverständnis besteht. Toleranz gewinnt zunehmend an Bedeutung bei der Lösung ethnischer, religiöser, kultureller und geschlechterspezifischer Konflikte. Vor diesem Hintergrund vereint der Salzburger Trilog im August 2004 ranghohe Entscheidungsträger und Meinungsbildner aus ganz Europa, um ein zukunftsorientiertes Toleranzmodell zu entwickeln. Sie sind sich einig, dass Toleranz kein statisches Konzept ist, sondern ein aktives Engagement aller gesellschaftlichen Kräfte erfordert, um den Umgang mit Unterschiedlichkeit immer wieder neu auszuhandeln. Nur so kann langfristig ein Rahmen für das friedliche Zusammenleben in einer Welt der beschleunigten Globalisierung und immer größeren Pluralisierung entstehen. Zu den Teilnehmern gehören unter anderem die EU-Kommissare Pascal Lamy und Sandra Kalniete, der polnische Ministerpräsident Marek Belka, der Berater des marokkanischen Königs Mohammed, André Azoulay, der Präsident des Club of Rome, Prinz El Hassan Bin Talal, der Aufsichtsratsvorsitzende der BASF AG, Prof. Jürgen Strube, der Chairman von BP, Peter Sutherland, die Theaterregisseurin Andrea Breth und der russische Dirigent Valery Gergiev.


Carl Bertelsmann-Preis 2004: Leistungssteigerung und Fortschritt im öffentlichen Bereich

Im Jahr 2004 hat die Bertelsmann Stiftung eine Organisation des öffentlichen Sektors gewürdigt, die sich durch ausgeprägte Kundenorientierung und gesteigerte Effizienz auszeichnet sowie darüber hinaus eine auf den Menschen ausgerichtete Organisationskultur und eine dialogorientierte Führung pflegt. Von anfänglich 100 ausgewählten und angesprochenen Organisationen in ganz Europa nehmen 41 aktiv am Wettbewerb teil. Unter vier nominierten Endrundenteilnehmern setzt sich schließlich Ärhus Amt, Dänemark, als Preisträger durch. Mit der Preisvergabe würdigt die Stiftung eine Organisation, die sich durch ausgeprägte Kundenorientierung und gesteigerte Effizienz auszeichnet und eine auf den Menschen ausgerichtete Organisationskultur sowie eine dialogorientierte Führung pflegt. Angesichts ihrer Größe ist das keine einfache Aufgabe: Mit 21.000 Mitarbeitern ist Ärhus Amt eine der größten Organisationen im Rennen. Die Verwaltung ist für 26 Gemeinden mit insgesamt 64.0000 Einwohnern zuständig; ihr Kreis ist der bevölkerungsreichste aller 14 dänischen Landkreise.


International Bertelsmann Forum 2004 "Europas Alternativen – Aufgaben und Perspektiven der großen Europäischen Union"


International Bertelsmann Forum am 9. - 10. Januar 2004 im Weltsaal des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs, Parlamentspräsidenten und Minister aus 22 europäischen Ländern, den USA und Israel folgen am 9. und 10. Januar 2004 der Einladung der Bertelsmann Stiftung zum International Bertelsmann Forum nach Berlin. Im Weltsaal des Auswärtigen Amtes diskutieren sie auf ihrem ersten Treffen nach dem gescheiterten Brüsseler EU-Verfassungsgipfel gemeinsam mit Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft, internationalen Organisationen sowie den deutschen und internationalen Leitmedien über die politischen Gestaltungsoptionen für das große Europa. Resümee des diesjährigen Forums ist die Forderung nach einer Kultur des strategischen Denkens in der EU. Dazu ist es erforderlich, die Prozesse von Integration und Erweiterung zielorientiert miteinander zu verknüpfen.

Reinhard Mohn stellt die Weichen für die Zukunft der Bertelsmann Stiftung

Reinhard Mohn ordnet die Führungs- und Organisationsstrukturen der Bertelsmann Stiftung neu, um die Kontinuität einer der größten operativen Stiftungen Deutschlands langfristig zu sichern. Nach dem Vorbild erfolgreicher Aktiengesellschaften werden die Aufgaben von Präsidium und Kuratorium getrennt und die jeweiligen Kompetenzen und Verantwortungsbereiche klar definiert. Seit dem 1. Januar 2005 fungiert das Präsidium als Vorstand, und das Kuratorium wird als "Aufsichtsrat" zum Beratungs- und Kontrollorgan.


Dr. Brigitte Mohn in den Vorstand berufen


Vorstandsmitglied Brigitte Mohn, 2005.

Die Tochter des Stifters Reinhard Mohn wird am 1. Januar in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung berufen und ist dort verantwortlich für den Bereich Gesundheit.


Prof. Dr. Heribert Meffert als Vorstandsvorsitzender verabschiedet.

Prof. Dr. Heribert Meffert legt seine Position als Vorsitzender des Vorstandes zum 31. Dezember 2005 aus gesundheitlichen Gründen nieder, bleibt der Stiftung jedoch weiterhin verbunden. Bis zum Wiedereintritt von Dr. Gunter Thielen im Jahr 2008 nehmen die Mitglieder des Vorstandes vom 1. Januar 2006 an die Führung der Stiftung gemeinschaftlich wahr.


Dr. Ernst Buschor wird Vorsitzender des Kuratoriums


Der ehemalige Schweizer Bildungspolitiker, Prof. Dr. Ernst Buschor, wird neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung. Seit dem Jahr 2000 ist Prof. Buschor bereits Mitglied des Gremiums.


Carl Bertelsmann-Preis 2005: Junge Generation und Arbeit: Chancen erkennen Potentiale nutzen

Wer jungen Menschen eine Chance geben will, braucht gute Ideen, Kooperationspartner und Multiplikatoren. Die Bertelsmann Stiftung hat daher alle Beteiligten aufgerufen, sich im Dienste der Jugend und unserer Zukunft gemeinsam zu engagieren. Die Recherchen zur Preisvergabe zeigten, dass durchschlagende Erfolge möglich sind. Mit dem "Hamburger Hauptschulmodell" zeichnet die Bertelsmann Stiftung eine von hohem unternehmerischem Engagement geprägte Initiative mit Vorbildcharakter aus. Den mit 150.000 Euro dotierten Carl Bertelsmann-Preis 2005 nimmt der Unternehmer und Initiator Dr. Michael Otto stellvertretend für ein Netzwerk aus mehr als 60 Hamburger Betrieben und allen 109 Haupt- und Gesamtschulen der Hansestadt aus den Händen von Liz Mohn entgegen. Mit der Preisvergabe will die Bertelsmann Stiftung der ausbildungspolitischen Debatte neue Impulse geben.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2005


Liz Mohn und Siegerin Maria Virginia Savastano des Internationalen Gesangswettbewerbs NEUE STIMMEN am 22. Oktober 2005 in der Stadthalle Gütersloh.

"Musik verbindet" - diese fast selbstverständlich wirkende Feststellung findet oft nicht die Beachtung, die ihr gebührt. Mit dem 11. Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN tritt die Bertelsmann Stiftung wieder den Beweis dafür an. Die Endrunde des Sängerwettstreits findet vom 17. bis 23. Oktober 2005 in Gütersloh statt und zeichnet sich aus durch ein freundschaftliches Miteinander der 43 Teilnehmer aus 19 Nationen. Die Nachwuchstalente "sind damit Vorbilder für viele Menschen in unserer heutigen Zeit und teilen die feste Überzeugung, dass jede Begegnung mit Menschen anderer Herkunft und Kultur das Leben jedes Einzelnen bereichert" - so Liz Mohn, Präsidentin des Wettbewerbs.

2005 nehmen mehr als 1.200 Nachwuchskünstler aus 60 Nationen teil. 21 Vorauswahlen wurden von Mai bis September unter anderem in Berlin, Buenos Aires, Chicago, Kapstadt, London, Moskau, München, New York, Peking, Sydney und Yokosuka (Japan) ausgetragen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Bertelsmann Stiftung geht damit zum zweiten Mal in Folge nach Argentinien. Den 2. Preis (7.500 Euro) erring der russische Tenor Alexey Kudrya, der sich als einziger männlicher Sänger für das Finale qualifiziert hatte. Die ebenfalls aus Moskau stammende Sopranistin Anna Aglatova sichert sich den 3. Platz (6.000 Euro). Als Anerkennung des großen Talents gehen vier Förderpreise zu je 3.000 Euro an die Kanadierin Jane Archibald, an lurgita Adamonyte aus Litauen, an die Schwedin Emma Vetter und an die Chinesin Xiaolin Zhou, die beim Semifinale den Publikumspreis gewann.


20. Deutsch-Jüdischer Dialog "Aktuelle Perspektiven und Herausforderungen für Europa und die jüdische Welt"

Der Deutsch-Jüdische Dialog will zu einem besseren Verständnis beitragen zwischen Entscheidungsträgern aus Deutschland und führenden Repräsentanten des jüdischen Lebens weltweit. Seit 13 Jahren lädt die Bertelsmann Stiftung regelmäßig gemeinsam mit dem Londoner Verleger Lord George Weidenfeld Persönlichkeiten des jüdischen Lebens aus aller Welt zu vertraulichen Gesprächen ein. Dieser Dialog mit deutschen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den Medien hat sich zu einem vertrauensbildenden Instrument entwickelt. Damit will die Stiftung einen authentischen Zugang zu den Themen eröffnen, über die in Deutschland diskutiert wird. Genauso tauschen sich die Teilnehmer aber auch über weltweite Entwicklungen in der jüdischen Kultur und über das jüdische Selbstverständnis in Deutschland aus. Ebenso analysieren sie die Entwicklung in Israel und im Nahen Osten.


Auftaktveranstaltung "Forum Demographischer Wandel" durch Bundespräsident Horst Köhler

In Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung veranstaltet das Forum Demographischer Wandel des Bundespräsidenten am 5. und 6. Dezember 2006 im Schloss Bellevue die zweite Jahreskonferenz. Dabei steht die "Generation '90" im Mittelpunkt: die zwischen 1985 und 1995 geborenen Kinder der sogenannten "Baby-Boomer". Wenn die ersten ihrer Eltern 2020 in Rente gehen, wird von ihnen viel erwartet. Sie sollen für die geburtenstarken älteren Jahrgänge sorgen, ihren eigenen Berufseinstieg meistern, selbst Familien gründen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch freiwilliges solidarisches Engagement wahren. Die Voraussetzungen zum Erfüllen dieser Ansprüche sind durchaus günstig, denn als Folge des demographischen Echo Effektes des Babybooms ist die "Generation '90" relativ groß. Diese heutigen Jugendlichen sind bereit, mit hohem persönlichem Einsatz ihren Platz in der Gesellschaft zu suchen und Verantwortung zu übernehmen. Sie erleben aber auch steigende Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Schwierigkeit, ihre Zukunft angesichts globalisierter Märkte zu planen.


Internationales Kulturforum Neu Delhi 2005

Im globalen Dorf sind Europa und Indien gezwungen, sich dem Austausch, dem Wettbewerb und wachsender Pluralisierung zu stellen. Unterschiedliche Wertvorstellungen und Lebensweisen ziehen die eigene Identität in Zweifel. Schlaglichtartige Beispiele dafür sind die Arbeitsplatzverlagerung durch Offshoring, die wachsende Bedeutung der indischen Kultur in Europa, wie sie am Erfolg von Bollywood-Produktionen sichtbar wird, oder grenzüberschreitende Solidarität wie im Falle der Tsunami Katastrophe. Zugleich stehen beide Kulturkreise vor vergleichbaren Herausforderungen: Im Innenverhältnis wächst der Druck zur Integration vielfältiger Kulturen und Ethnien. Darüber hinaus müssen sie Antworten auf zunehmende religiöse und ethnisch motivierte Intoleranz finden, die lange gehegte säkulare Werte auf die Probe stellt. Auch im Außenverhältnis sind Europa und Indien vergleichbaren globalen Kräften ausgesetzt: Die Sicherheitslage wird durch religiösen Fundamentalismus und grenzüberschreitenden Terrorismus bedroht. Der Krieg gegen den Irak hat die Welt zutiefst gespalten und zu weiteren Terroranschlägen in Asien und Europa geführt.


Errichtung der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung

Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Stiftungszweck ist die Förderung der Kunst und Kultur, insbesondere auf dem Gebiet der Musik sowie die Förderung der Bildung, Erziehung und Völkerverständigung. Zunächst widmet sich die Stiftung dem Musikbereich. Ihre Schwerpunkte sind die Förderung des Opern-Gesangs-Nachwuchses sowie die Musikerziehung. Außerdem möchte die Stiftung das Verständnis zwischen Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund fördern. Innerhalb dieser Schwerpunkte fördert die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung aktuell das Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und seine Teilnehmer. Zudem unterstützt die Stiftung den Knabenchor Gütersloh.

Bertelsmann Stiftung hält 76,9 Prozent der Kapitalanteile an der Bertelsmann AG

Nach dem Rückkauf der 25,1 Prozent Beteiligung der Groupe Bruxelles Lambert durch die Bertelsmann AG hält die Bertelsmann Stiftung nun 76,9 Prozent und die Familie Mohn 23,1 Prozent der Kapitalanteile an der Bertelsmann AG. Die Stimmrechte werden zu 100 Prozent von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft kontrolliert.


Carl Bertelsmann-Preis 2006: Älterwerden - aktiv bleiben. Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft

Der Carl Bertelsmann-Preis geht 2006 nach Finnland. Ausgezeichnet wird das Reformprogramm "Älter werdende Arbeitnehmer", eine Initiative der finnischen Regierung in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern, Wissenschaft und Verbänden zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen älterer Menschen. Der Preisverleihung liegt eine internationale Studie der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zugrunde. Weitere vorbildliche Programme zur Verbesserung der Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer finden die Wissenschaftler auch in Australien, den Niederlanden und Großbritannien. In diesen Ländern konnte die Erwerbsbeteiligung in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen durch eine konsequente Beschäftigungspolitik deutlich verbessert werden.


International Bertelsmann Forum 2006 "Die strategischen Antworten Europas"


International Bertelsmann Forum von 22. - 23. September 2006 im Weltsaal des Auswärtigen Amtes. Teilnehmer u. a. (v. l.): Liz Mohn, Manuel Barroso, Angela Merkel, Dominique de Villepin und Gunter Thielen.

EU-Kommissionspräsident Dr. Manuel Barroso fordert einen Sondergipfel zur Zukunft der EU-Verfassung, der französische Premierminister Dominique de Villepin macht einen überraschenden Vorschlag zur Energiesicherheit Europas und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat einen Eckpunkteplan mitgebracht. Mehr als 150 Vertreter aus 35 Ländern, darunter 20 Staats- und Regierungschefs und 14 Außen- und Verteidigungsminister, sind dabei, als die Bertelsmann Stiftung ins Auswärtige Amt nach Berlin geladen hat. Für langjährige Politikbeobachter noch überzeugender ist jedoch das Format der Veranstaltung: Wissenschaftler, Wirtschaftslenker und internationale Multiplikatoren stehen im direkten Kontakt zu den verantwortlichen Politikern, abseits von tagespolitischen Sachzwängen und vorbereiteten Kommuniques, um über die Zukunft Europas nachzudenken. So bietet die einzigartige Konstellation dieser Konferenz den Teilnehmern eine Bühne, dafür die vielfältigen Herausforderungen Europas zu beschreiben. Im Vordergrund stehen zunächst die Krisenregionen dieser Welt.


Zehnten Kronberger Gespräche "Europa und der Nahe Osten - Neue Wege und Lösungen für alte Probleme und Herausforderungen"

Eine der größten globalen Herausforderungen im Sinne der Sicherheit und des Konfliktmanagements sind die politischen, territorialen, sozialen, wirtschaftlichen und ideologischen Konflikte im Nahen Osten. Diese verlaufen nicht mehr klassisch "Staat gegen Staat", sondern sind von einer Konfrontation mit nicht-staatsgebundenen Gruppen geprägt. Diese sind sozialpolitisch verwurzelt und führen Konflikte eigenständig oder als Stellvertreter-Organisation. Die Folge: Regierungen drohen zu stürzen, Staaten zu zerfallen - und Menschen fliehen.


Die Rolle der Religion in der modernen Gesellschaft

Am 19. Januar 2006 startet die Bertelsmann Stiftung in Berlin ihr neues Projekt "Die Rolle der Religion in der modernen Gesellschaft". Zu einer Impuls-Konferenz hat die Stiftung Politiker, Theologen und Soziologen eingeladen, um sich mit ihnen über Inhalte, Formen und Motive sowie strategische Arbeitsperspektiven auszutauschen. Von einer Wiederkehr des Religiösen oder der Religion wird allenthalben gesprochen. Dagegen hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, geltend gemacht, dass von einer Wiederkehr zu reden bedeute, eine Abwesenheit des Religiösen zu konstatieren. Dies sei seinem Empfinden nach unzutreffend, äußert er anlässlich der Konferenz der Bertelsmann Stiftung. Weder lasse sich die Weltgesellschaft im Sinne von Jürgen Habermas als post-säkular beschreiben, noch gelte dies für Deutschland. Er empfiehlt stattdessen, von einer Belebung des Religiösen zu reden. Auch zieht er aus den römischen großrituellen Ereignissen selbstkritisch den Schluss, dass es dieser Rituale offenbar bedürfe, um durch Wiedererkennbarkeit den Glauben als Heimat zu vermitteln. Den Kirchen empfiehlt Huber, sich selbst als missionarische Kirchen wiederzuentdecken.


Errichtung der Reinhard Mohn Stiftung

Die gemeinnützige Stiftung wird von seinem Sohn Christoph geführt und soll überwiegend Projekte in der Region Ostwestfalen fördern. Die Satzung der Stiftung lässt ein breites Tätigkeitsspektrum zu, beispielsweise die Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen im Bereich Sozialwesens, Bildungswesens, Kultur oder Völkerverständigung.

Prof. Dr. Werner Weidenfeld scheidet als Mitglied des Vorstandes aus der Bertelsmann Stiftung aus

Der langjährige Vorstand Prof. Dr. Werner Weidenfeld scheidet am 30. November 2007 aus der Bertelsmann Stiftung . Der Politikwissenschaftler betreute über 20 Jahre lang den Bereich "Politik".


Prof. Dr. Dieter Vogel wird Vorsitzender des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung


Nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Ernst Buschor als Vorsitzender des Kuratoriums übernimmt Prof. Dr. Dieter H. Vogel den Vorsitz. Der frühere Thyssen-Chef sitzt bereits seit 2004 im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung.


Bertelsmann Stiftung feiert ihren 30. Geburtstag



Liz Mohn und Karin Schlautmann beim Anschneiden der Geburtstagstorte anlässlich des 30. Geburtstages der Bertelsmann Stiftung im Foyer der Bertelsmann Stiftung.

Am 8. Februar 1977 setzte Reinhard Mohn, damals Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, seine Unterschrift unter das Gründungsdokument, mit dem er die Bertelsmann Stiftung ins Leben rief. Seither engagiert sie sich in der Tradition ihres Gründers für das Gemeinwohl. "Es gibt für die Bertelsmann Stiftung noch viel zu tun", so die Überzeugung Reinhard Mohns heute, "sowohl in der Wirtschaft als auch in der politischen und staatlichen Führung. Wir müssen lernen, dass wir in der Bürgergesellschaft selbst Verantwortung tragen. Nicht abwarten, sondern handeln!" Mit einem "Tag der Stiftung" feiert die Bertelsmann Stiftung am 12. September ihr Gründungsjubiläum.


Carl Bertelsmann-Preis 2007: Vorbilder bilden - Gesellschaftliches Engagement als Bildungsziel


Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Ihrer Festrede anlässlich des Carl Bertelsmann-Preises am 6. September 2007 in der Stadthalle Gütersloh.

Für ihre Programme zur aktiven Einbindung von Kindern und Jugendlichen in die Gesellschaft und ihre Mittlerrolle zwischen gemeinnützigen Organisationen und Schulen wird die britische Citizenship Foundation mit dem diesjährigen Carl Bertelsmann-Preis ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhält das "Themenorientierte Projekt: Soziales Engagement (TOP SE)" für die Realschulen in Baden-Württemberg. Es zeigt, dass eine Aktivierung der Bürgergesellschaft auch in Deutschland bereits in der Schule möglich ist. In ihrer Festrede vor mehr als 700 Gästen aus Politik und Gesellschaft betont Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 6. September, die Bertelsmann Stiftung leiste mit ihrer Initiative "Vorbilder bilden" einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gesellschaft.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2007


Finalkonzert der NEUEN STIMMEN 2007 (v. l.): Francisco Araíza, Marina Rebeka, Liz Mohn, Fernando J. Radó und Diego Torre.

Weltweite Vorauswahlen gab es in 24 Städten rund um den Globus. Mehr als 1.100 Nachwuchssänger aus 66 Nationen hatten sich für den 12. Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN beworben. 46 junge Operntalente qualifizierten sich für die Endrunde in Gütersloh. Den 1. Preis (15.000€) erhält die lettische Sopranistin Marina Rebeka. So unglaublich hoch wie 2007 war das Niveau der Sänger noch nie. Das ist das einhellige Urteil der Experten. Die Sopranistin Marina Rebeka aus Lettland, 27 Jahre alt, überzeugt die Jury mit den Arien "Qual fiamma" aus der Oper "I Pagliacci" von Ruggero Leoncavallo und „E strano, e strano“ aus Giuseppe Verdis "La Traviata". Der 2. Preis (10.000 Euro) geht an den erst 21-jährigen argentinischen Bass Fernando Javier Rado; der drittplatzierte Tenor Diego Torre (27) aus Mexiko erhält 8.000 Euro. Die Preise 4 bis 6, dotiert mit je 4.000 Euro, werden an die Australierin Anita Watson (27, lyrischer Sopran), die Chinesin Yali Wang (26, Sopran) und die Deutsche Christiane Karg (27, Sopran) verliehen. Siebte wird die 22-jährige Kosovo-Albanerin Krenare Gashi (Sopran). Sie erhält Engagements an der Oper Frankfurt sowie am Chicago Opera Theater. Ebenfalls freuen über ein Engagement an der Oper Frankfurt kann sich der Achtplatzierte Sung-Kon Kim aus Südkorea (32, lyrischer Bariton). Der Publikumspreis, ein Notengutschein im Wert von 500 Euro, geht an die Russin Julia Novikova (24, Koloratursopran). Den Jubiläumspreis "20 Jahre NEUE STIMMEN erhält die australische Sopranistin Emma Pearson.

Dr. Gunter Thielen übernimmt Vorstandsvorsitz

Nach fünfeinhalb Jahren an der Spitze der Bertelsmann AG übernimmt Dr. Gunter Thielen zum 1. Januar 2008 den Vorstandsvorsitz der Bertelsmann Stiftung. Thielen war bereits von Oktober 2001 bis Juli 2002 Präsidiumsvorsitzender und gehört seit Oktober 2001 auch dem Kuratorium der Bertelsmann Stiftung an.


Dr. Jörg Dräger wird neues Vorstandsmitglied


Vorstandsmitglied Jörg Dräger.

Dr. Jörg Dräger, ehemaliger Hamburger Senator für Wissenschaft und Forschung sowie Wissenschaft und Gesundheit, wird Mitglied des Vorstandes. Seit dem 1. Juli 2008 verantwortet er die Programme im Bereich Bildung und ist zugleich als Geschäftsführer des CHE Centrum für Hochschulentwicklung tätig.


Bertelsmann Stiftung investiert stärker in Bildung

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Gunter Thielen gibt bei der Vorstellung des Jahresberichts 2008 bekannt, dass sich die Bertelsmann Stiftung künftig noch stärker auf das Thema Bildung konzentrieren werde. Die größte Herausforderung für das Bildungssystem sieht Thielen in der wachsenden Heterogenität der Bevölkerung und den Veränderungen durch den demographischen Wandel. Um diese Probleme stärker ins Blickfeld zu rücken und Transparenz herzustellen, will die Bertelsmann Stiftung Studien zu den Folgekosten unzureichender Bildung und zur individuellen Förderung von Kindern veröffentlichen. 2009 investiert die Bertelsmann Stiftung rund 12,5 Millionen Euro in ihre Bildungsprogramme.


Erste Ausgabe des Magazins "change"


Die erste Ausgabe des Magazins "change" der Bertelsmann Stiftung.

Mit dem Titel-Thema "Der Glaube macht uns stark – Wie Menschen in aller Welt Religiosität leben" erscheint die erste Ausgabe des Magazins. Im Editorial wird das Ziel der neuen Publikation so beschrieben: "Mit dem neuen Magazin 'change' will die Bertelsmann Stiftung ihre Arbeit auf eine neue Art präsentieren. Denn hinter allen wissenschaftlichen Fakten stehen immer auch Geschichten und Menschen, die uns bewegen."


Carl Bertelsmann-Preis 2008: Integration durch Bildung


Vorstandsmitglied Johannes Meier bei seiner Rede auf dem Carl Bertelsmann-Preis 2008.

Am 20. August 2008 übergibt Liz Mohn als stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung den Preis beim Festakt in Gütersloh. Für das Toronto District School Board nehmen die Direktorin, Gerry Connelly, und der Kuratoriumsvorsitzende, John F. Campbell, die Auszeichnung entgegen. "Wir sind sehr stolz auf diesen Preis", sagte Gerry Connelly in ihrer Rede auf der Bühne der Gütersloher Stadthalle. Stolz sei sie vor allem auf die Arbeit ihrer Mitarbeiter, die es schaffen, Kinder aus allen Nationen an den Schulen ganzheitlich zu fördern und durch Bildung zu integrieren. Die kanadische Schulbehörde erhält die Anerkennung für ihr vorbildliches Engagement für Integration und faire Bildungschancen. In den mehr als 550 Schulen des Board gelingt die Integration von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien in beispielhafter Weise. Benachteiligte Schüler und Schulen in sozialen Brennpunkten werden besonders gefördert. Im Durchschnitt gibt es in Kanada keinen signifikanten Unterschied in der Lernleistung zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund.


1. Preisverleihung des Wettbewerbs "Alle Kids sind VIPs"

Mit der Aktion "Alle Kids sind VIPs" will die Bertelsmann Stiftung Lehrer und Schüler ermutigen, sich kreativ für Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem einzusetzen. Alle Kinder sind wichtig für die Gesellschaft. Jeder Einzelne hat eine faire Chance und eine individuelle Förderung seiner Talente verdient. "Alle Kids sind VIPs" ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, mit der Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrer und Eltern aktiviert werden sollen, sich für faire Bildungschancen im deutschen Bildungssystem einzusetzen. Mit einem Schulwettbewerb sollten Ideen und Projekte gefunden werden, wie man an Schulen die Integration verbessern kann.


5. Salzburger Trilog

Unter dem Thema "Globale Visionen – Sprechen wir eine gemeinsame Sprache?" diskutieren Vertreter globaler Initiativen, Künstler sowie Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Perspektiven der Weltgesellschaft angesichts drängender und einander verstärkender globaler Herausforderungen. Zu den internationalen Teilnehmern gehören u. a. die Handelsministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, I. H. Sheikha Lubna Al Qasimi, die frühere kanadische Ministerpräsidentin, Kim Campbell, das Vorstandsmitglied des Weltzukunftsrates, Bianca Jagger, der Präsident des Club of Rome, Ashok Khosla, der Zukunftsforscher Jerome C. Glenn sowie der Stifter des "Forum für Verantwortung", Dr. Klaus Wiegandt. Ausgehend von einem Hintergrundpapier, das die Bertelsmann Stiftung zum Salzburger Trilog vorgelegt hatte, bestimmten drei Themenkreise die anderthalbtägige Diskussion des Salzburger Trilogs: Globale Herausforderungen und die sich abzeichnende Weltkrise, Werte und Visionen globalen Zusammenlebens sowie Strategien zur Lösung der drängendsten Menschheitsfragen.


Errichtung der Bertelsmann Foundation North America, Washington D. C.

Die 2008 gegründete Bertelsmann Foundation North America repräsentiert die Bertelsmann Stiftung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie gibt Impulse für gesellschaftlichen Wandel, engagiert sich für die Freiheit des Einzelnen und von Gesellschaften und steht für internationale Verständigung. Die Bertelsmann Foundation dient als Brücke zwischen Europa und Amerika, indem sie Best-Practice-Beispiele aus der Außen-, Wirtschafts- und Sozialpolitik auf beiden Seiten des Atlantiks kommuniziert und aufzeigt. Dahinter steht der Gedanke, dass beide Seiten früher oder später vor den gleichen Herausforderungen stehen und Europäer und Amerikaner gegenseitig von ihren Lösungsansätzen lernen können.

Trauer um Reinhard Mohn


Der Stifter Reinhard Mohn (1921 - 2009).

Am 3. Oktober 2009 verstirbt der Stifter Reinhard Mohn im Alter von 88 Jahren. Er repräsentierte zusammen mit seiner Ehefrau Liz Mohn die fünfte Generation der Unternehmer- und Stifterfamilien Bertelsmann und Mohn. Bis zuletzt verfolgte er als Mitglied des Kuratoriums intensiv die Arbeit der Bertelsmann Stiftung.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2009

Anfang 2009 bewarben sich 1.140 Sängerinnen und Sänger aus aller Welt zur  Teilnahme am 13. Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN. Mehr als 900 Nachwuchstalente nutzten zwischen April und August 2009 an 23 Orten weltweit die Chance, ihr Können beim Vorsingen zu präsentieren. Unter dem neuen Juryvorsitzenden Dominique Meyer, designierter Direktor der Wiener Staatsoper, nahmen 39 junge Operntalente aus 24 Nationen an der Endrunde im Oktober in Gütersloh teil; die ersten drei Preise gehen an Sänger aus Südkorea, nämlich Eunju Kwon (24), Kihwan Sim (26) und JunHo You (29). Insgesamt werden sieben Geldpreise und ein Sonderpreis vergeben. Über 70 Agenten und Intendanten akkreditieren sich vor Ort; erste Engagements und zahlreiche Kontakte werden vermittelt.


Gründung der PHINEO gAG

Mit einem breiten Bündnis von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft hat die Bertelsmann Stiftung Ende 2009 die "PHINEO gAG" gegründet, in das Projekt der Bertelsmann Stiftung "Orientierung für Soziale Investoren" weitergeführt werden wird. PHINEO hilft sozialen Investoren (Stiftern, Spender und CSR-Verantwortlichen), besonders erfolgversprechende Projekte und leistungsfähige Organisationen zu finden. Mit Porträts beispielgebender Organisationen, Reports zu verschiedenen Förderthemen, Ratgebern für Geber und Nehmer sowie individueller Beratung von sozialen Investoren stellt PHINEO Transparenz über gesellschaftliche Herausforderungen und entsprechende herausragende Lösungsansätze her. Hierdurch können wir die Zivilgesellschaft umfangreich und nachhaltig stärken und fördern.

Bertelsmann Stiftung von "Deutschland – Land der Ideen" ausgezeichnet

Das gemeinnützige Projekt "Marktplatz-Methode" der Bertelsmann Stiftung und ihrer Kooperationspartner KPMG und RWE AG wird von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" ausgezeichnet. Die ursprünglich aus den Niederlanden stammende "Marktplatz-Methode" bringt Unternehmen und gemeinnützige Initiativen zusammen. Die Akteure handeln Kooperationsprojekte aus, bei denen Angebot und Nachfrage den Tausch bestimmen. Unternehmen kommen so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach, und Gemeinwohlorganisationen können mit zusätzlichen Ressourcen ihre Ziele erreichen. Bisher haben bundesweit über 100 Marktplätze stattgefunden, auf denen mehr als 4.000 Kooperationen vereinbart wurden. Die Bertelsmann Stiftung wird bereits zum zweiten Mal von "Deutschland – Land der Ideen" geehrt. Im April 2009 hatte bereits der "Religionsmonitor", ein Messinstrument für die Ausprägung von Religiosität, einen Preis bekommen.


Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor


Auftaktveranstaltung "Kein Kind zurücklassen!" mit Hannelore Kraft und Brigitte Mohn in Essen.

Wirksame Vorbeugung verbessert die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen und ist günstiger als Nachsorge. Diese Auffassung bildet die Grundlage des gemeinsamen Modellvorhabens "Kein Kind zurück lassen! Kommunen in NRW beugen vor" von Bertelsmann Stiftung und von nordrhein-westfälischer Landesregierung. Das vorrangige Ziel des Modellvorhabens ist es, durch frühzeitige Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen. Durch vorbeugendes Handeln sollen die Lebensperspektiven verbessert und das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen gesichert werden. Es wird erwartet, dass ein so ausgerichtetes und abgestimmtes Vorgehen mittel- bis langfristig auch zu einer finanziellen Entlastung der teilnehmenden Kommunen führt. In Zusammenarbeit mit einem Lernnetzwerk ausgewählter Modellkommunen werden Erfahrungen gesammelt, wie die Rahmenbedingungen für den Alltag von Familien und Kindern durch Kooperations-, Förder- und Interventionsstrukturen am Ort optimal geschaffen oder verbessert werden können. Die Erfahrungen werden wiederum interessierten Kommunen zur Verfügung gestellt, damit diese sie für ihr eigenes Handeln übernehmen oder anpassen können.

Aart De Geus wird neues Vorstandsmitglied


Am 1. September 2011 wird Aart Jan De Geus in den Vorstand der Bertelsmann Stiftung berufen.

Das Kuratorium der Bertelsmann Stiftung beruft den stellvertretenden OECD-Generalsekretär Aart Jan De Geus in den Vorstand. Der Niederländer verantwortet seit dem 1. September 2011 die Stiftungsprogramme in den Bereichen Europa, Arbeitsmarkt und Globalisierung. De Geus war von Juli 2002 bis Februar 2007 niederländischer Minister für Arbeit und Soziales.


Prof. Dr. Werner J. Bauer wird Vorsitzender des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung

Prof. Dr.-Ing. Werner J. Bauer wird zum neuen Vorsitzenden des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung berufen. Der Generaldirektor der Nestlé AG ist bereits seit 2003 Mitglied des Kuratoriums und der Stiftung schon lange mit großem Engagement verbunden.


1. Reinhard Mohn Preis zum Thema "Demokratie vitalisieren - politische Teilhabe stärken"


Erste Vergabe des Reinhard Mohn Preises am 16. Juni 2011 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Preisträger Bürgermeister João da Costa Bezerra Filho mit der Schüler-Abgeordneten Keila Pessoa de Oliveira, Liz Mohn und Gunter Thielen.

Mit dem Reinhard Mohn Preis zeichnet die Bertelsmann Stiftung innovative Konzepte und exemplarische Lösungsansätze in gesellschaftlichen und politischen Problemfeldern aus und sucht dafür weltweit nach interessanten Vorbildern. Der Preis dient dem Gedenken an den im Oktober 2009 verstorbenen Stifter Reinhard Mohn und wurde erstmals im Jahr 2011 unter diesem Namen verliehen. Vorgänger des Reinhard Mohn Preises war der Carl Bertelsmann-Preis. Dieser wurde im Gedenken an Carl Bertelsmann, den Unternehmensgründer des Medienhauses Bertelsmann, von 1988 bis 2008 vergeben. Der Preis geht an eine Stadt mit beispielhafter Bürgerbeteiligung. Die Wahl fiel auf die brasilianische Hafenstadt Recife – und ihre Bürger, die durch Beteiligung völlig neue Perspektiven entwickelt haben. Die Beteiligung der Bürger an der Budgetverteilung der Kommune gibt es seit 2001 in der 1,5-Millionen-Stadt Recife im Nordosten Brasiliens. Erfunden wurde diese Art des Bürgerhaushalts Ende der Achtzigerjahre in Porto Alegre im Süden des Landes. Seitdem haben die von der UNO prämierte Idee rund 70 brasilianische Kommunen sowie mehrere Städte in Europa, Nordamerika und Neuseeland übernommen. In Recife bestimmen mehr als 100.000 Bürger jedes Jahr mit, was in ihrem Viertel geschieht - wo Straßen ausgebessert, Schulen gebaut oder Kanäle gesäubert werden sollen.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2011

Im Frühjahr 2011 bewarben sich 1.422 Sänger aus 68 Nationen zur Teilnahme am 14. Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN – ein Rekord seit Gründung des Projektes. Zwischen April und August nutzen mehr als 1.000 Nachwuchstalente die Chance, ihr Können bei 23 Vorauswahlen weltweit zu präsentieren. 41 junge Sänger qualifizierten sich für die Teilnahme an der einwöchigen Endrunde in Gütersloh. Die Jury unter dem Vorsitz von Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper, ermittelt die sechs Preisträger. Der 1. Preis geht an Olga Bezsmertna. Die Sopranistin aus Kiew erhält unmittelbar darauf ihr erstes Engagement und singt im Dezember 2011 als Preisträgerin der NEUE STIMMEN in einem ausverkauften Konzert in der Alten Oper Frankfurt. Erstmalig wird das Finalkonzert in der Gütersloher Stadthalle auch in das Theater übertragen und läuft als Livestream im Internet.


Faktencheck Gesundheit - Initiative für gute Gesundheitsversorgung


Ausgabe des Faktenchecks Gesundheit zum Thema "Regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung".

Wie man medizinisch versorgt wird, hängt in Deutschland nicht zuletzt vom Wohnort ab. Das zeigt das neue Internet-Portal www.faktencheck-gesundheit.de. Für 16 häufige Behandlungsgebiete können Interessierte die Unterschiede in der Versorgung zwischen Landkreisen und kreisfreien Städten auf einer interaktiven Deutschlandkarte abrufen. "Jeder Bürger kann beim 'Faktencheck Gesundheit' selbst nachsehen, wie es bei den betrachteten Indikatoren um die Gesundheitsversorgung in seiner Region bestellt ist", sagte Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Zu den analysierten Behandlungsgebieten gehören gängige operative Eingriffe wie Kaiserschnitte, Mandel- und Blinddarmoperationen, aber auch nicht operative Verfahren wie Krankenhausbehandlungen von Diabetes oder Depressionen. Die Bertelsmann Stiftung will diese regionalen Unterschiede genauer darstellen und die Ursachen jeweils in Reports erläutern. Den Anfang macht der Faktencheck "Antibiotika-Verordnungen bei Kindern"; weitere folgen 2012.


Zehnter Salzburger Trilog 2011 "New Foundations for the World Economy and Global Governance"

Zur Steuerung der Weltwirtschaft mit ihren Interessengegensätzen, systemischen Risiken und sozialen wie ökologischen Folgekosten werden dringend neue Ansätze erforderlich. Die überwiegend diskutierten Strukturreformen in den Institutionen reichen dafür nicht aus. Diese Reform müsse die Prioritäten sichtbar machen, die die Weltwirtschaft erfüllen soll, und die Regeln aufzeigen, mit denen Zielkonflikte zwischen Akteuren und Interessen auf globaler Ebene gelöst werden können. Eine gemeinsam zwischen westlichen und nicht westlichen Akteuren zu erarbeitende Charta für nachhaltiges Wirtschaften, die in verständlichen Worten umschreibt, welche wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ziele und mit welchen politischen Maßnahmen global verfolgt werden sollen, wäre ein wichtiger Schritt zu einer weniger krisenanfälligen Weltwirtschaft. Der zehnte Salzburger Trilog vom 18. bis 20. August 2011 führt 29 Teilnehmer aus 16 Ländern zusammen, um über aktuelle Herausforderungen globaler Ordnungspolitik zu behandeln.

Wechsel im Vorstandsvorsitz

Im Sommer 2012 wird Prof. Dr. Gunter Thielen als Vorsitzender des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung verabschiedet. Als Dank für seine Verdienste vergibt Liz Mohn dem Honorarprofessor der Universität Witten/Herdecke ein "Gunter Thielen-Stipendium für verantwortungsvolle Unternehmensführung". Als Nachfolger Thielens übernimmt Aart De Geus am 5. August 2012 den Vorstandsvorsitz. Er bleibt zudem weiterhin verantwortlich für die Bereiche Europa, Arbeitsmarkt und Globalisierung.


Erste Liedmeisterklasse zum Jubiläumsjahr "25 Jahre NEUE STIMMEN"

Die NEUE STIMMEN feiern 2012 ihr 25-jähriges Jubiläum. Am 1. Dezember 2012 bildet das Jubiläumskonzert mit zwölf ehemaligen Preisträgern und Stargast Thomas Hampson den Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Neben den Gästen im Gütersloher Theater können rund 10.000 Menschen die musikalischen Glückwünsche der Künstler via Livestream miterleben. Ein Pressegespräch bei den Salzburger Festspielen, die CD-Veröffentlichung "25 Jahre NEUE STIMMEN", die Aufzeichnung des WDR-Porträts "Die Meistermacher" sowie die Teilnahme ausgewählter Preisträger in der ZDF/arte-Sendung "Stars von morgen" runden das Jubiläumsjahr ab. Erstmals findet in diesem Jahr zu den Meisterkursen auch eine Liedmeisterklasse unter der Leitung von Kammersängerin Edda Moser statt. Vier junge Sänger präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit an zwei abschließenden Liederabenden in Gütersloh und Berlin. In Kooperation mit dem Konzerthaus Berlin wird die Liedmeisterklasse auch in den Jahren 2013 und 2014 unter der Leitung von Angelika Kirchschlager und Christian Gerhaher fortgesetzt.


Dialog über Deutschlands Zukunft: Bürgerdialog in 50 Städten

Der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. und die Bertelsmann Stiftung ergänzen den kürzlich gestarteten Bürgerdialog www.dialog-ueber-deutschland.de von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit lokalen Diskussionsforen. Dabei organisieren sich Ende März dezentrale Bürgerforen in über 50 deutschen Städten, in denen die von der Kanzlerin zur Diskussion gestellten Fragen thematisiert werden. Die Teilnehmer bringen nicht nur ihre persönlichen Perspektiven und Ideen ein, sondern erarbeiten auch gemeinsam konkrete Vorschläge, die anschließend in den bundesweiten Diskussionsprozess eingespeist werden. Drei Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Wovon wollen wir in Zukunft leben? Wie wollen wir in Zukunft lernen?

Reinhard Mohn Preis für Kofi Annan


Liz Mohn übergibt Kofi Annan den Reinhard Mohn Preis am 7. November 2013.

Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan, erhält den Reinhard Mohn Preis 2013. Damit wird sein vorbildlicher Einsatz für nachhaltige Entwicklung in der Welt gewürdigt, dem es zu verdanken ist, dass sich viele Initiativen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft global, national und lokal für nachhaltige und generationengerechte Fortschrittsmodelle engagieren.


Chancenspiegel

Der "Chancenspiegel" ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung. Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, einen Beitrag für mehr Transparenz über Chancen im Bildungswesen zu leisten. Der "Chancenspiegel" untersucht, wie sich der Zusammenhang von sozialer Herkunft sowie migrationsbedingten Ungleichheiten und Bildungserfolg derzeit darstellt und in den nächsten Jahren entwickelt. Die Analysen und Befunde werden in einer jährlichen Publikation, dem "Chancenspiegel", einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit sollen die gesellschaftlichen Debatten und die entsprechenden Reformbemühungen zur Verbesserung von Qualität und Gerechtigkeit im Bildungswesen unterstützt werden.


Internationaler Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2013


Die Präsidentin der NEUEN STIMMEN, Liz Mohn (2. v. r.), mit den Erstplatzierten (v. l.): Nadine Sierra, Myong-Hyun Lee und Nicole Car am 13. Oktober 2013.

Insgesamt 1.428 Nachwuchssänger haben sich für den 15. Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN der Bertelsmann Stiftung beworben. Myong-Hyun Lee, der 24-jährige Südkoreaner, der gerade sein Gesangsstudium in Seoul mit dem Master abgeschlossen hat, schafft es unter den vier teilnehmenden Finalisten auf den mit 15.000 Euro dotierten 1. Platz, gefolgt von dem Bass Oleg Tibulco aus Moldawien (2. Platz, 10.000 Euro) und dem Bariton Oleksandr Kyreiev aus der Ukraine (3. Platz, 5.000 Euro). Bei den fünf im Finale stehenden Frauen war es nicht ganz so eindeutig. Wohl ein Grund, warum es dann auch zwei mit jeweils 15.000 Euro dotierte 1. Plätze gibt, von denen einer an die US-Amerikanerin Nadine Sierra geht, die ihr Studium in New York abgeschlossen hat und bereits in Florida, San Francisco, Boston und Neapel auf der Bühne stand. Den anderen erhält die Australierin Nicole Car, die – nachdem sie eine Tosca-Aufführung gehört hatte – vom Jazz ins Opernfach wechselte. Sie studierte an der University of Melbourne und hatte bereits 2009 ihr erstes Rollendebüt als Donna Anna an der dortigen Victorian Opera. Den mit 5.000 Euro dotierten 3. Platz gewinnt die aus Russland stammende
Sopranistin Kristina Mkhitaryan.

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