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Obst-Chef in dieser Woche ist Heinrich. Der Vierjährige hat einen Korb voll Obst mitgebracht: Äpfel, Bananen, Kiwis, Orangen. Johanna, Lilou, Mauro und Noah schneiden die geschälten Orangen mit scharfen Messern in kleine Stücke. Gemeinsam bereiten sie die Zwischenmahlzeit für sich und die anderen acht Kinder der Fliegenpilz-Gruppe zu. Jeden Tag. „Das können wir schon“, sagt Johanna. Woher kommen die Orangen? Wachsen die an Bäumen oder im Beet? Regina Weigelt und Kerstin Schünicke sitzen mit am Tisch, beantworten die Fragen der Kinder. „So wird bei uns gelernt: ganz nebenbei“, sagt Kerstin Schünicke, die stellvertretende Leiterin der Regenbogen- Kita im Bezirk Berlin Mitte. Seit „Kitas bewegen“ sind Gesundheit und Bildung untrennbar – nicht nur beim Essen. „Wir waren unzufrieden mit dem Essen, hatten einen hohen Krankenstand und wollten verschiedenste Dinge wie Ernährung und Bewegung zusammenbringen“, sagt Kita-Leiterin Rita Brantzko. Als das Angebot von „Kitas bewegen“ kam, war für das Team aus einem Dutzend Erzieherinnen klar: „Das ist es.“ Zusammen mit den Partnern des Projektes „fanden wir heraus, wo wir stehen“. Wie können wir was ändern? Wer kann uns helfen? Aus Zielen wurden Maßnahmen, aus Maßnahmen wurde Alltag. Für Kinder, Erzieherinnen und Eltern.

Das Regenbogen-Team wechselte den Caterer; gesundes Essen spielt heute eine wichtige Rolle. Die Kinder entscheiden zudem selbst, ob sie klettern, experimentieren oder sich ausruhen möchten. Ermöglicht hat dies das neue Raumkonzept. Damit die Kinder den Übergang in die Schule gut meistern, pflegt die Kita den Kontakt zur benachbarten Grundschule. Endlich haben die Erzieherinnen auch Gesundheitsstühle, aber das allein macht noch nicht gesund. „Wir achten aufeinander, nehmen uns gegenseitig den Druck“, sagt Schünicke. Ob Entspannungs- und Atemübungen, Ernährung, Bewegung – braucht das Team Unterstützung, stehen die Projektpartner bereit. „Mit ‚Kitas bewegen’ haben wir hier schon viel bewegt“, sagen die beiden Frauen, die die Kita seit zehn Jahren gemeinsam leiten. Noah hängt kopfüber an der Strickleiter, Lilou greift schnell noch einmal in die Obstschüssel. Gleich gibt es Mittagessen: Kartoffeln, Fisch und Möhrensalat. Nach dem Essen werden die Kinder mit Smileys bewerten, wie das Essen aussah und ob es zu salzig oder zu scharf war. Die Rückmeldung geht an den Caterer. Obst-Chefin für die nächste Woche ist Johanna.