Die Preisträger und prominenten Botschafter von "Alle Kids sind VIPs" jubeln für ein Gruppenfoto bei der Jubiläumsveranstaltung in Berlin.
Thomas Kunsch

Mehr als 150 engagierte Jugendliche aus ganz Deutschland feierten heute das zehnjährige Jubiläum von "Alle Kids sind VIPs" in Berlin – gemeinsam mit unserer stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Liz Mohn und mit den Botschaftern Gerald Asamoah, Culcha Candela, Bülent Ceylan, Maite Kelly und der Urban Dance Crew FanatiX.

Zehn Jahre jugendliches Engagement für Integration und Vielfalt

2008 startete der Jugendintegrationswettbewerb "Alle Kids sind VIPs" (AKSV) – für ein besseres Miteinander in Vielfalt durch faire Bildungschancen und soziales Engagement. Was den Wettbewerb besonders macht, sind die prominenten Botschafter, die mit ihrer Biographie für Integrationserfolge stehen und sich ehrenamtlich für AKSV engagieren. Die Jugendlichen können mit ihren ausgezeichneten Projekten die Begegnung mit einem Botschafter gewinnen.

An den sechs Wettbewerbsrunden haben sich in den zehn Jahren insgesamt rund 15.000 Jugendliche mit 700 Projekten beteiligt. In den letzten beiden Jahren haben besonders viele Jugendliche mit Projekten für und mit Geflüchteten teilgenommen – für Liz Mohn, die Initiatorin des Wettbewerbs, ein Beleg für die Offenheit in der jungen Generation. "Auch nach zehn Jahren 'Alle Kids sind VIPs' beeindruckt mich das vorbildliche Engagement der Jugendlichen immer wieder aufs Neue", so Mohn bei der feierlichen Preisübergabe. "Unser Wettbewerb macht ihren Einsatz sichtbar und inspiriert andere, sich ebenfalls für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark zu machen." So werden die guten Ideen auf der Website von AKSV dokumentiert, füllen das Motto des Wettbewerbs "Vielfalt ist unsere Stärke" mit Leben und können anderen Impulse geben. 

"Auch nach zehn Jahren 'Alle Kids sind VIPs' beeindruckt mich das vorbildliche Engagement der Jugendlichen immer wieder aufs Neue."

Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung

Die aktuellen Gewinnerprojekte

Dass wir die guten Ideen weitergeben werden, gilt natürlich auch für die aktuellen Preisträger. Im Zentrum der sechs ausgezeichneten Initiativen in Schulen, Jugendzentren und Vereinen aus ganz Deutschland stehen geflüchtete Menschen: Die Jugendlichen setzen sich vielseitig und kreativ für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine Willkommenskultur ein.

Fünf der sechs Preisträger waren von einer "Kids-Jury" ausgewählt worden, die sich aus Jugendlichen der Gewinnerprojekte der vergangenen Wettbewerbsrunde zusammensetzte. Ein weiteres Gewinnerteam, der Publikumsliebling, wurde in einem Online-Voting bestimmt.

Neben der Reise nach Berlin erhalten die sechs Gewinnerprojekte Besuch von einem prominenten Botschafter. Außerdem erhalten die Jugendlichen ein Coaching, um ihr Engagement weiter zu stärken. Welcher Botschafter welches Projekt besucht, erfuhren die Jugendlichen im Rahmen der Preisverleihung.

Und dies sind die Preisträger 2018:

Das Musicalprojekt haben rund 100 Jugendliche um den 15-jährigen Initiator Anh Khoa Tran auf die Bühne gebracht. Die Nachwuchskünstler holten auch junge Geflüchtete ins Team und inszenierten gemeinsam ein Musical für Toleranz und ein friedliches Miteinander. Sie bekommen Besuch von der Sängerin Maite Kelly.

Das Projekt der AWO-Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "Teen Club" ermöglichte geflüchteten und sozial benachteiligten Jugendlichen, in den ortsansässigen Kanu- und Bootsvereinen anzukommen und stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl bei den Zugewanderten und Einheimischen. Gemeinsam gestalteten sie Mannschafts-Schlauchboote und organisierten Bootsrennen sowie einen großen Aktionstag mit 300 Gästen, um auf die Vielfalt der Stadt aufmerksam zu machen. Sie bekommen Besuch von dem Model und Moderatorin Rebecca Mir.

Das Projekt der aufsuchenden Jugendarbeit der Gemeinde Ense schafft regelmäßige Begegnungen von Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft. Ein offenes Café und Freizeitangebote sorgen für Austausch und unterschiedliche Mottos wie Mittelalterfest, Zuckerfest, Kartoffelfest und Weihnachtsmarkt für Abwechslung. Fußballlegende Gerald Asamoah wird das Projekt besuchen.

Mit einem Rap-Song haben die Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums gedanklich, sprachlich und musikalisch auf Gemeinsamkeiten und verbindende Aspekte zwischen den Kulturen sowie auf die aktuelle Situation der Geflüchteten aufmerksam gemacht. Das Projekt gewann den Publikumspreis und wird von der Urban Dance Crew FanatiX besucht.

Im Rahmen eines Projekts des Vereins "Demokratische Stimme der Jugend" haben Jugendliche um die Band "Actio Grenzgänger" einen Friedenszug sowie eine öffentliche Kundgebung organisiert und gemeinsam mit dem in Deutschland lebenden syrischen Rapper McManar einen Song samt Video produziert, um auf Leid aufmerksam zu machen, das viele Menschen in die Flucht zwingt. Ihre Motivation: Integration leben, statt nur darüber zu reden. Das Projekt wird von der Band Culcha Candela besucht.

Bewerbungsmappen erstellen, Bewerbungsgespräche führen, Berufspraktika absolvieren: Die Jugendlichen von der Max-Weber-Schule erarbeiteten mit und für die Flüchtlingsklasse der Schule den Weg in die Arbeitswelt. Der Comedian Bülent Ceylan wird das Projekt besuchen.

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