Eine junge Frau sitzt mit einem Tablet in der Hand auf dem Sofa und lacht fröhlich eine nicht im Bild sichtbare Person an.
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Einigkeit und Zufriedenheit in Zeiten des Umbruchs – so lässt sich die Stimmungslage der Deutschen laut unserer aktuellen "eupinions"-Umfrage zusammenfassen. Auffallend ist: Die Deutschen sind wesentlich positiver gestimmt als ihre europäischen Nachbarn und geben ihrem eigenen Land deutlich bessere Noten als der EU. Außerdem gilt: Die politische Mitte ist in Deutschland so stark wie in keinem anderen der großen EU-Staaten. Die Umfrageergebnisse sind repräsentativ für die EU insgesamt sowie die sechs größten Mitgliedstaaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien).

Am deutlichsten wird die positive Grundstimmung der Bundesbürger bei der Frage nach dem Zustand des eigenen Landes und der Demokratie. In beiden Kategorien sind die Deutschen im EU-Vergleich Spitzenreiter in puncto Optimismus: 63 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Demokratie zufrieden und 59 Prozent mit der Entwicklung des Landes. Dies ist ein sprunghafter Anstieg gegenüber März 2017: Damals waren nur 32 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickele. 

Hohe Unzufriedenheit in Italien

Die Italiener sind mit 13 Prozent am unzufriedensten mit ihrem Land. In Frankreich, wo mit Emmanuel Macron ein neuer Staatspräsident angetreten ist, sind die Pessimisten weiterhin in der Mehrheit, aber auch ihr Anteil ging deutlich zurück: Während im Frühjahr nur 12 Prozent der Franzosen angaben, ihr Land entwickele sich in die richtige Richtung, waren es im Sommer 2017 schon 36 Prozent.

Auch wirtschaftlich haben die Bundesbürger offenbar wenig zu beklagen: Für 77 Prozent hat sich die wirtschaftliche Situation entweder verbessert oder ist gleich geblieben. In Italien, in dieser Kategorie Schlusslicht, geben 54 Prozent an, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert hat.

Stark in der Mitte, schwach an den Rändern: politische Einstellungen in Deutschland

Im Vergleich zu den großen EU-Staaten fällt auf, dass die politischen Einstellungen in Deutschland sehr gemäßigt und mehrheitlich in der Mitte angesiedelt sind. 80 Prozent der Deutschen verorten sich in der politischen Mitte, so viele wie in keinem anderen der sechs größten EU-Länder. Die Mehrheit davon (44 Prozent) stuft sich in Deutschland als Mitte-links ein. In Frankreich sind die politischen Ränder im EU-Vergleich am stärksten: Jeweils ein Viertel der Franzosen steht laut Eigenauskunft links oder rechts von der Mitte.

Gleichzeitig gilt in Deutschland wie in Frankreich und der EU allgemein: Wer unzufrieden ist, orientiert sich politisch nach rechts. Diejenigen, die sich in Deutschland selbst als rechts bezeichnen, sind mit 7 Prozent eine noch vergleichsweise kleine Gruppe. Doch von ihnen sind fast zwei Drittel unzufrieden mit dem Zustand der Demokratie in Deutschland und der EU. 77 Prozent der deutschen Rechten meinen, die EU entwickele sich in die falsche Richtung und nur jeder Zweite von ihnen würde in einem Referendum für den Verbleib Deutschlands in der EU stimmen. Mit diesen Ansichten unterscheiden sie sich wesentlich von denjenigen Deutschen, die sich selbst als Mitte-rechts, Mitte-links oder links bezeichnen. Dies ist ein Trend, der auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten ist.

Die Grafik zeigt, wie die Bürger in der EU insgesamt sowie in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Polen in einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes votieren würden. Ein EU-Austritt stößt überall mehrheitlich auf Ablehnung. So würden die Bürger in den größten EU-Mitgliedstaaten - ausgenommen Großbritannien - sowie in der EU der 28 abstimmen, wenn sie in einem Referendum über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes entscheiden könnten.

Deutschland profitiert von guten Wirtschaftszahlen

Wer wissen wolle, warum im aktuellen Bundestagswahlkampf keine richtige politische Kontroverse aufkomme, der könne in den aktuellen "eupinions"-Zahlen Antworten finden, stellt Projektleiterin Isabell Hoffmann fest:

"Brexit, Trump und die dramatischen Wahlkämpfe in Frankreich, Österreich und den Niederlanden haben offenbar viele Deutsche tief beeindruckt und davon überzeugt, dass es Deutschland verhältnismäßig gut geht."

Isabell Hoffmann, Projektleiterin "eupinions"

Noch profitiere das Land von seiner breiten politischen Mitte und seinen guten Wirtschaftszahlen. Entscheidend werde sein, ob es der AfD nach dem wahrscheinlichen Einzug in den Bundestag gelinge, die politische Debatte nach dem Vorbild europäischer Schwesterparteien entlang von Reizthemen wie Asyl und Migration tiefgreifend zu polarisieren.

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