Eine nicht sichtbare Person hält ein Tablet in die Kamera, auf der ein Stadtplan von Hamburg mit eingezeichneten Baustellen-Standorten zu sehen ist. Im Hintergrund ist verschwommen eine Baustelle mit einem Bagger auf einem Sandhaufen zu erkennen.
Achim Multhaupt

Open Data, im Internet frei zugängliche statische Daten, und neue digitale Daten, im Internet frei zugängliche Echtzeitdaten, haben zahlreiche Vorteile für Bürger, Kommunen und die Wirtschaft und könnten den gesellschaftlichen Wohlstand steigern. Anhand der nordrhein-westfälischen Stadt Moers zeigen wir, wie Kommunen ihre Daten für jedermann so anschaulich aufbereiten können, dass sogar zunächst trocken erscheinende Statistiken Spaß machen. Für unser Smart Country Webspecial haben wir uns außerdem nach weiteren Best-Practice-Beispielen umgesehen - von einer Drohne, die Medikamente an schwer erreichbare Orte bringt, bis hin zu Echtzeitdaten, die einen Verkehrsstau verhindern.

Doch in Sachen Digitalisierung hinkt die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich an mancher Stelle deutlich hinterher. Unsere öffentliche Verwaltung muss endgültig im digitalen Zeitalter ankommen. Wir empfehlen, wie das gehen kann. Und auch was schnelles Internet angeht, ist die Wirtschafts- und Dienstleistungsgesellschaft Deutschland immer noch auf der Kriechspur unterwegs. Doch Verwaltung und Internetqualität sind nur zwei von vielen Punkten, bei denen unser Land aufholen muss, will es in Sachen Digitalisierung nicht international den Anschluss verlieren. Unser Forderungskatalog listet auf, wo was zu tun ist.

Und nicht nur die jungen Generationen, die mit Smartphone, Tablet und Co. aufwachsen, können profitieren, wenn Deutschland zu einer digitalen Top-Nation wird. Digitale Technologien werden auch von der Generation 65 plus immer stärker genutzt.

Wie der digitale Wandel erfolgreich ablaufen kann, zeigen unsere Recherchen im Ausland. Flächendeckendes freies WLAN, e-Learning als fester Teil des Schulunterrichts, Behördengänge online erledigen oder bei Wahlen die Stimme via Smartphone abgeben: In Estland ist all das bereits Realität. Staatspräsident a.D. Toomas Hendrik Ilves, dem wir in diesem Jahr unseren Reinhard Mohn Preis verliehen, trug wesentlich dazu bei, dass der baltische Staat eine digitale Vorzeigenation ist.  Österreich wiederum füllt "Open Government" mit Leben: Wien und andere Städte kooperieren miteinander, stellen ihren Bürgern nützliche Daten online zur Verfügung und binden die Menschen frühzeitig in digitale Veränderungsprozesse ein. Schweden zeigt, wie der Staat mit einer breit angelegten digitalen Gesamtstrategie erfolgreich sein kann. Und in Israel gilt: Silicon Wadi statt Silicon Valley. Im High-Tech Areal nahe Tel Aviv sprießen zahlreiche Digital-Startups aus dem Boden. 

Eine digitale Gesamtstrategie des Staates - die fehlt bei uns noch. Sie sollte bald kommen, denn unsere Kreise und kreisfreien Städte sind in Sachen Digitalisierung sehr unterschiedlich aufgestellt.