Vier Flüchtlinge - eine Muslima mit Kopftuch und drei Afrikaner - sitzen in einer Klasse der Berufsschule Lüchow und diskutieren.
Valeska Achenbach

In der Flüchtlingsfrage sind Europas Regierungen gespalten wie selten zuvor. Die einen sind bereit, eine größere Anzahl von Neuankömmlingen aufzunehmen. Die anderen wollen nur wenige oder keine Zuwanderer in ihrem Land haben. Ein Großteil der EU-Bürger ist dafür, die Flüchtlinge fair zwischen den Staaten aufzuteilen. Viele fragen sich außerdem, wie die Integration von Menschen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder Irak vor Ort gelingen kann. Wie können sich Flüchtlinge in unseren Städten und Gemeinden ein neues Leben aufbauen? Wodurch lassen sich ihre Asylverfahren verkürzen? Wie können sie Arbeit finden? Und welcher Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ist angebracht?

Zugleich zeigt sich in Deutschland: Das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge ist nach wie vor ungebrochen hoch – dem aufgeheizten öffentlichen Klima zum Trotz. Die Hilfe ist erfinderisch und kreativ, wie Beispiele aus Münster, München und das baden-württembergische Projekt "Flüchtlingsdialoge.de" beweisen. Aber auch im Ausland zahlt es sich langsam aus, wenn Politik und Zivilgesellschaft einen Plan haben, wie sie mit der Flüchtlingsfrage umgehen sollen. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert die italienische Stadt Palermo. Und unser Nachbarland Schweiz zeigt, wie ein ausgeklügeltes Asylsystem den Flüchtlingen hilft und die Kommunen entlastet.

Hinter jeder Fluchtgeschichte steht ein menschliches Schicksal. Mit der Agentur laif haben wir einen Bildband erstellt, der vermittelt, was Aufbruch und Ankommen für Flüchtlinge bedeuten.