Blick von oben auf mehrere Kinder mit verschiedenen Musikinstrumenten in der Hand, einem kleinen Xylophon, einer Triangel, einem Schellenkranz mit Glocken und einer Cymbel.
Hermann Dornhege

Während der Präsentation seiner neuen Publikation: "Schön, dass ihr da seid. Kulturelle Bildung: Teilhabe und Zugänge" im Berliner Maxim Gorki Theater richteten die 14 Experten deutliche Forderungen an die Politik. Die Teilhabe an Kultureller Bildung sei nicht gewährleistet, solange es keine allgemein zugänglichen Angebote gebe. "Deshalb fordern wir eine qualitativ hochwertige und quantitativ ausreichende Grundversorgung. Teilhabe kann man nur ermöglichen, Zugänge jedoch gestalten", so der Vorsitzende des Rates, Prof. Eckart Liebau.

Der Rat sieht Kulturelle Bildung als Menschenrecht an, das allen Menschen einen Anspruch auf ästhetische Erfahrungen und Teilhabe an einer Allgemeinbildung in den Künsten zusichere. "Der Wunsch nach 'Kultur für alle' oder einzelne Programme reichten nicht aus. Die großen Lücken in der Grundversorgung müssten geschlossen werden", fordert Liebau. Insbesondere mahnt der Expertenrat eine gezielte Verankerung der Kulturellen Bildung im Elementarbereich an sowie die Sicherung und den Ausbau der Angebote in den künstlerischen Fächern der Schule.

"Für unsere Projekte im Feld Musikalische Bildung ist dies Bestätigung und Ansporn zugleich", betont Dr. Ute Welscher, Senior Expert der Bertelsmann Stiftung und Vorstandsmitglied des Stiftungsverbunds. "Unsere Konzepte wie die 'Musikalische Grundschule' und 'MIKA – Musik im Kita-Alltag' tragen zu einer systemischen Verankerung von kultureller Bildung in Kindertageseinrichtungen und Schulen bei. Um eine flächendeckende Grundversorgung zu erreichen, bedarf es jedoch einer deutlich stärkeren Vernetzung aller Akteure im Rahmen von kommunalen Bildungslandschaften."

Der Rat präsentierte seine Forderungen im Maxim Gorki Theater in Berlin, das mit außergewöhnlichen Denkansätzen auch im Jugendtheater Gorki X erfolgreich ist. Die Intendantin Shermin Langhoff, ebenfalls Mitglied des Rates, beschreitet mit ihrem Ensemble neue Wege der Teilhabe und der Programmgestaltung.

Der Rat für Kulturelle Bildung ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Lage und Qualität Kultureller Bildung in Deutschland analysiert und auf der Basis von Analysen, Denkschriften und Studien Empfehlungen an Politik, Wissenschaft und Praxis ausspricht. Ihm gehören 14 Mitglieder an, die in verschiedenen Bereichen der Kulturellen Bildung verankert sind: Tanz- und Theaterpädagogik, Musik- und Literaturvermittlung, Bildungsforschung, Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Kulturwissenschaften, Neurowissenschaften, Medien, Kulturpolitik, Kulturelle Bildung, bildende Kunst und Theater. Der Rat für Kulturelle Bildung ist eine Initiative von Stiftung Mercator, ALTANA Kulturstiftung, Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, PwC-Stiftung, Siemens Stiftung und der Vodafone Stiftung Deutschland.