1. Auflage 2018, 24 Seiten (PDF)

DOI 10.11586/2018004

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Leseprobe

Viele Arbeitnehmer verfügen über mehr Fähigkeiten als ihnen das Bildungssystem bescheinigt. So hat jeder Fünfte eine berufliche Position inne, für die er – aufgrund der Anforderungen seines Berufes – eine höhere formale Ausbildung bräuchte. Diese Arbeitnehmer sind aber längst nicht ungeeignet für ihre Tätigkeiten. Sie verfügen im Gegenteil sogar über hohe allgemeine Kompetenzen, mit denen sie wechselnde Anforderungen bewältigen. Allerdings bekommen sie weniger Gehalt als ihre Kollegen mit einem passenden Zertifikat. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie darüber hinaus das Problem, dass sie ihre beruflichen Kompetenzen formal nicht nachweisen können. Viele berufliche Fähigkeiten stehen damit zwar einzelnen Unternehmen zur Verfügung, nicht aber der gesamten Volkswirtschaft. Um genau hier aber den Fachkräfteengpässen zu begegnen, sollten vorhandene Kompetenzen unternehmensübergreifend sichtbar gemacht werden.

Die vorliegende Broschüre gibt einen Überblick über die formale Unterqualifikation von Beschäftigten in Deutschland. Sie fasst die empirische Studie und kommentierende Aufsätze zusammen, die von der Bertelsmann Stiftung zu diesem Thema beauftragt wurden. Darüber hinaus enthält sie Portraits von unterqualifiziert Beschäftigten, die von dem Journalisten Johannes Wiek auf Grundlage persönlicher Interviews erstellt wurden.