1. Auflage 2017 (PDF)

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Leseprobe

Leistung lohnt sich nicht immer. Gerade für untere Einkommensgruppen können Mehrarbeit und Lohnzuwächse dazu führen, dass teilweise am Monatsende weniger Geld im Portemonnaie übrigbleibt. Spitzenverdiener hingegen können von einem zusätzlich verdienten Euro deutlich mehr behalten. Grund dafür ist das Zusammenwirken des deutschen Steuer-, Abgaben- und Transfersystems, das Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersucht haben. Vor diesem Hintergrund müssen notwendige Reformen sicherstellen, dass sich mehr Erwerbsarbeit und Lohnzuwächse insbesondere für untere Einkommensgruppen auch lohnen.

Die Studie hat für verschiedene Musterhaushalte sowie eine repräsentative Stichprobe die Höhe der sogenannten effektiven Grenzbelastung untersucht. Dieser Wert gibt an, welcher Anteil eines zusätzlich verdienten Euros, aufgrund von Beiträgen zur Sozialversicherung, Einkommensteuern oder durch den Entzug von Sozialleistungen, wie Wohngeld oder Kinderzuschlag, wieder abgegeben werden müsste.

Das Hauptergebnis: Im Gegensatz zum Grenzsteuersatz der Einkommensteuer verläuft diese Grenzbelastung aber nicht progressiv. Dadurch werden Mehrarbeit und Einkommenszuwächse bei höheren Einkommen tendenziell weniger belastet als bei niedrigen.