1. Auflage 2018, 74 Seiten (PDF)

DOI 10.11586/2018005

kostenlos

Leseprobe

Der vorliegende Sammelband beschäftigt sich mit der „formalen Unterqualifikation“ in Deutschland. Wie viele Menschen arbeiten auf Stellen, für die normalerweise eine höhere formale Qualifikation notwendig wäre? Welche Auswirkungen hat eine solche Beschäftigung für die Arbeitnehmer und welche Handlungsnotwendigkeiten lassen sich daraus ableiten?

 

Diesen und weiteren Fragen gehen Prof. Dr. Bauer und die Mitarbeiter seines Lehrstuhls für Empirische Wirtschaftsforschung der Ruhr-Universität Bochum in dem ersten Beitrag „Formale Unterqualifikation in Deutschland – Empirie und wirtschaftswissenschaftliche Perspektive“ empirisch nach. Sie berechnen die Häufigkeiten, Determinanten und Auswirkungen formaler Unterqualifikation und interpretieren sie aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive. Diese empirischen Befunde kommentiert Prof. Dr. Christian Ebner von der Universität zu Köln im zweiten Beitrag „Unterqualifikation – eine sozialwissenschaftliche Perspektive“. Eine seiner Thesen ist, dass die Kompetenzen von Unterqualifizierten zu einem großen Teil jenen Kompetenzen entsprechen, die durch Veränderungen von Arbeitsprozessen schon heute an Relevanz gewinnen. Im dritten Beitrag „Kompetent und unterqualifiziert – ein Paradox aus berufspädagogischer Perspektive“ beleuchtet Prof. Dr. Eckart Severing von der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg die Ergebnisse und deren Implikationen für das Berufsbildungssystem. Dass ein hoher Anteil an Unterqualifizierten auf eine brüchige Legitimationsgrundlage des formalen Bildungssystems hinweist, ist eine seiner Ableitungen.