1. Auflage 2016 , 74 Seiten (Change Magazin)

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Leseprobe

In unserer neuen Ausgabe von „change“ dreht sich alles um die Integration von Flüchtlingen. Wir haben uns in Deutschland umgeschaut, Menschen und ihre Schicksale kennengelernt, nach Hoffnungen und Chancen gefragt und mit Experten gesprochen. Ein Blick auf den Ist-Zustand unseres Landes. Und ein Blick auf das Deutschland der Zukunft Mehr als eine Million Flüchtlinge und Migranten kamen allein im vergangenen Jahr nach Deutschland. Der Zustrom reißt nicht ab. Weil die Verzweiflung immer größer wird. Weil weltweit mehr als 60 Millionen Menschen vor Krieg und Armut flüchten. Und weil viele von ihnen in der Hoffnung auf ein besseres Leben den gefährlichen Weg nach Europa gehen. Einer beeindruckenden Welle der Hilfsbereitschaft stehen auch viele Ängste der Menschen entgegen und sogar Anschläge auf Flüchtlingsheime. Und fast allen ist bewusst: Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft sind in diesen Tagen gefordert wie schon lange nicht mehr. Angesichts von Fachkräftemangel und demographischer Entwicklung kann der Zustrom so vieler Menschen auch eine Chance für Deutschland sein – vorausgesetzt, es gelingt uns, all diese Menschen zu integrieren. Deshalb haben wir für diese Ausgabe von „change“ die Integration im Blick: Was muss geschehen, damit ein geflüchteter Mensch, der Krieg und Verzweiflung hinter sich lassen will und bei uns auf eine bessere Zukunft hofft, auch wirklich in dieser Gesellschaft ankommt und seinen Platz findet? Wir haben uns dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln genähert: von der Erstaufnahme mit freiwilligen Helfern über die Integration durch Spracherwerb und Bildung bis hin zur beruflichen Perspektive und den Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft. Wir trafen Menschen, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind, und solche, die längst integriert sind. Im niedersächsischen Lüchow wollten wir wissen, wie es einer Kleinstadt gelingt, mit einer großen Zahl von Flüchtlingen umzugehen und in kurzer Zeit erstaunlich viele Menschen zu integrieren. In München sahen wir uns Konzepte an, die berufliche Kompetenzen einordnen und Flüchtlinge möglichst schnell wieder in Arbeit bringen sollen. In Berlin erfuhren wir viel über mögliche Wege von Flüchtlingen an die Hochschulen. Und in Münster schauten wir uns an, wie Integration gelingen kann, wenn sie nur frühzeitig und gut strukturiert geplant wird. Wir sprachen mit Experten zum Thema „Deutsch als Zweitsprache“. Und fragten den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nach der Rolle der Kirche bei der gesellschaftlichen Integration so vieler Menschen.