1. Auflage 2015 (PDF)

DOI 10.11586/2017010

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Leseprobe

Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelingt der direkte Übergang in eine duale Ausbildung deutlich seltener als ihren Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Diese Ungleichheit im Zugang zu dualer Ausbildung ist nur zum Teil einem schlechteren schulischen Abschneiden zuzuschreiben. Auch bei gleichen Leistungen sind die Aussichten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf einen Ausbildungsplatz erheblich geringer.

Um die Gründe für Barrieren im Zugang zu dualer Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund identifizieren und Jugendliche wie Betriebe gezielt unterstützen zu können, hat die Bertelsmann Stiftung über 1.000 ausbildungsberechtigte Betriebe nach ihren Erfahrungen und Einschätzungen zur Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund befragt. Die Auswertung der repräsentativen Unternehmensbefragung zeigt unter anderem, dass rund 15 Prozent der ausbildungsaktiven Unternehmen aktuell Jugendliche mit Migrationshintergrund ausbilden. Betrachtet man den Zeitraum der letzten fünf Jahre sind es bereits 40 Prozent, die Erfahrung in der Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben.

Andererseits befürchten viele Betriebe Sprachbarrieren oder kulturelle Unterschiede und beklagen fehlende Bewerbungen als wesentliche Hindernisse dafür, Jugendliche mit Migrationshintergrund als Auszubildende einzustellen.

Während sich die Dauer der Ausbildungserfahrung eines Betriebes positiv auf die Bereitschaft auswirkt, junge Menschen mit Migrationshintergrund auszubilden, ist die eigene Zuwanderungsgeschichte von Mitgliedern der Unternehmensführung diesbezüglich von geringer Bedeutung.

Publikation

Studienintegrierende Ausbildung für Jugendliche ohne Abitur – Rahmenbedingungen und Studienorganisation

In der studienintegrierenden Ausbildung werden Ausbildungs- und Studieninhalte miteinander verbunden. Dieses neue Bildungsmodell gibt dadurch jungen Menschen die Möglichkeit sich auf Grundlage eigener Erfahrungen für eine Ausbildung, ein Studium oder einen Doppelabschluss zu entscheiden. Von der Möglichkeit, Veranstaltungen im Rahmen eines Hochschulstudiums zu besuchen und Leistungspunkte zu erwerben, sollen auch leistungsstarke junge Menschen ohne (Fach-)Abitur profitieren. Doch welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es für Jugendliche ohne (Fach-)Abitur Kurse an einer Hochschule zu absolvieren? Wie können sie didaktisch „abgeholt“ werden, damit sie die Studienmodule erfolgreich zu meistern? Gibt es Hochschulen oder Hochschultypen, die gegenüber dieser Zielgruppe besonders offen sind? Diesen und weiteren Fragen gehen die Autoren der vorliegenden Publikation nach

Über das Projekt

Chance Ausbildung

Wir erarbeiten Lösungen für drängende Fragen der beruflichen Bildung in Deutschland. Ziele unserer Arbeit sind es, jedem jungen Menschen einen Ausbildungsabschluss zu ermöglichen, die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen zu verringern und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Studium zu erhöhen.

Publikation

Berufliche Bildung und Qualifizierung für junge Geflüchtete

Die Initiative „Chance Ausbildung“ veröffentlicht Broschüre mit Informationen über bestehende Angebote und weitere Handlungsbedarfe.

Publikation

Hintergrundpapier zur Berufsausbildung in einer Einwanderungsgesellschaft veröffentlicht

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben bei gleicher Qualifikation noch immer schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Oft landen sie daher im sogenannten „Übergangssystem“. Dort können sie keinen beruflichen Abschluss erwerben. Für eine große Zahl von ihnen erweist es sich als Sackgasse. Das muss sich ändern.