1. Auflage 2016 (Broschur)

DOI 10.11586/2016007

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Leseprobe

Deutschland ist ein Einwanderungsland und das nicht erst seit dem Zustrom von Flüchtlingen aus Krisenländern wie Syrien, Irak oder Afghanistan. Mit einer stabilen Wirtschaftslage und hohen Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes bietet Deutschland derzeit gute Bedingungen für eine Integration. Unter quantitativen Aspekten bietet der Migrationszuwachs eine Chance zur Kompensation absehbarer Fachkräfteengpässe. Ohne erhebliche sozial- und bildungspolitische Interventionen wird diese Chance jedoch nicht realisiert werden können.


Die Initiative „Chance Ausbildung – jeder wird gebraucht!“, in der Vertreter von elf Ministerien aus acht deutschen Bundesländern sowie die Bundesagentur für Arbeit zusammen mit der Bertelsmann Stiftung an Reformen des Ausbildungssystems arbeiten, betrachten die Berufsausbildung als einen wesentlichen Schlüssel zur beruflichen und sozialen Integration. Die berufliche Bildung in Deutschland wird sich mit neuen Konzepten nachhaltig und systematisch darauf einstellen müssen, viele Migranten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und kulturellen Hintergründen aufzunehmen und zu integrieren. Absehbare Fachkräftelücken können nicht geschlossen werden, wenn Zuwanderer überwiegend in niedrig qualifizierte Beschäftigung einmünden oder weitgehend arbeitslos bleiben.


Das vorliegende Positionspapier der Initiative „Chance Ausbildung – jeder wird gebraucht!“ skizziert die Ziele und Herausforderungen für eine gelingende Integration von Zuwanderern in der und durch die Berufsausbildung und stellt konkrete bildungspolitische Handlungsvorschläge zur Diskussion.


Mit der Initiative „Chance Ausbildung – jeder wird gebraucht!“ setzt sich die Bertelsmann Stiftung für Reformen ein, um jedem jungen Menschen die Chance auf eine berufliche Ausbildung zu eröffnen. An der Initiative beteiligen sich die Bundesagentur für Arbeit und Ministerien aus den folgenden acht Bundesländern: Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein. In einem Dialogprozess und mit wissenschaftlicher Begleitung arbeiten die Beteiligten gemeinsam an Vorschlägen für ein chancengerechteres und leistungsfähigeres System der Berufsausbildung.