Pressemeldung 17.08.2017

Wer wenig hat, wird stärker belastet: Steuer- und Sozialsystem benachteiligt Geringverdiener

Gütersloh, 17. August 2017. Leistung lohnt sich nicht immer. Gerade für untere Einkommensgruppen können Mehrarbeit und Lohnzuwächse dazu führen, dass teilweise am Monatsende weniger Geld im Portemonnaie übrigbleibt. Spitzenverdiener hingegen können von einem zusätzlich verdienten Euro deutlich mehr behalten. Grund dafür ist das Zusammenwirken des deutschen Steuer-, Abgaben- und Transfersystems, das Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersucht haben. Laut Studienautoren müssen Reformen sicherstellen, dass sich mehr Erwerbsarbeit und Lohnzuwächse insbesondere für untere Einkommensgruppen auch lohnen.

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Pressemeldung 09.08.2017

Trotz bundesweiter Milliardenüberschüsse: Jede fünfte Kommune dauerhaft in Haushaltskrise

Gütersloh, 09. August 2017. Hinter den bundesweit guten Zahlen verbirgt sich ein wachsendes Gefälle. Das zeigt der Kommunale Finanzreport 2017 der Bertelsmann Stiftung. Denn die insgesamt positive Entwicklung in den Kassen der Kommunen wird vor allem getragen durch die hohen Überschüsse in Bayern und Baden-Württemberg. Hier waren die Kommunen über fünf Jahre durchgängig im Plus. Demgegenüber gelang zum Beispiel den Kommunen in Schleswig-Holstein und dem Saarland in keinem dieser Jahre der Haushaltsausgleich. weiterlesen

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Pressemeldung 28.07.2017

Weniger Ausbildungsplätze trotz Rekordbeschäftigung

Gütersloh, 28. Juli 2017. Die Entwicklung von Arbeit und Ausbildung hat sich entkoppelt: Während der Arbeitsmarkt in Deutschland immer neue Rekorde bei den Beschäftigtenzahlen verzeichnet, ist die Ausbildungsquote rückläufig. Obwohl es zwischen 1999 und 2015 einen Zuwachs an Beschäftigten in Höhe von 12,1 Prozent gegeben hat, ist im gleichen Zeitraum die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurückgegangen. Besonders stark geht die Entwicklung von Ausbildung und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung seit der Finanzkrise 2008 auseinander. Rein rechnerisch kamen 1999 6,1 Auszubildende auf je 100 Beschäftigte, 2008 waren es mit 6,5 Auszubildenden sogar noch etwas mehr. Danach gab es einen fortlaufenden Rückgang, bis im Jahr 2015 nur noch 5,1 Auszubildende auf 100 Beschäftigte kamen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. weiterlesen

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Pressemeldung 25.07.2017

Populistische Einstellungen sind bei deutschen Wählern nicht mehrheitsfähig

Gütersloh, 25. Juli 2017. Radikal systemablehnende und anti-pluralistische Einstellungen sind in Deutschland nicht mehrheitsfähig. Zwar sind knapp 29,2 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland populistisch eingestellt. Doch die Mehrheit lehnt populistische Positionen ab (36,9 Prozent) oder stimmt ihnen nur teilweise zu (33,9 Prozent). Auffallend ist zudem, dass populistisch eingestellte Wähler in Deutschland eher moderate und keine radikalen Ansichten vertreten. Sie lehnen die Institutionen der Demokratie oder der EU nicht grundsätzlich ab, sondern kritisieren ihre Funktionsweisen. "Von einer 'Stunde der Populisten' ist das politische Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt", sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Das zeigt sich auch bei der Haltung der Wähler in Bezug auf einzelne Sachthemen: "Für die etablierten Parteien lohnt es sich nicht, im Wahlkampf populistischen Extrempositionen hinterherzulaufen", erläutert Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung, der die Studie gemeinsam mit Christopher Wratil (Universität zu Köln) verfasst hat. weiterlesen

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Pressemeldung 20.07.2017

Die Hälfte der Deutschen fürchtet, im Alter nicht das richtige Pflegeheim zu finden

Gütersloh, 20. Juli 2017. Der sogenannte Pflege-TÜV mit den "Pflegenoten" liefert momentan keine ausreichenden Informationen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Jeder zweite Deutsche fürchtet, im Alter nicht das passende Pflegeheim oder den passenden Pflegedienst zu finden. Das zeigt eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid durchgeführt hat. Der vom Gesetzgeber einberufene Qualitätsausschuss sollte an diesem Informationsmissstand bis Ende des Jahres etwas ändern. "Das Gremium, das aus Vertretern der Pflegekassen und -anbieter besteht, hat bereits angekündigt, die Frist nicht einzuhalten. Das geht zulasten der Ratsuchenden. Schon heute wäre es ohne großen Aufwand möglich, entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen", sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. weiterlesen

Valeska Achenbach

Pressemeldung 12.07.2017

Schüler-Boom: Zehntausende zusätzliche Lehrer und Klassenräume notwendig

Gütersloh, 12. Juli 2017. Die Zeiten sinkender Schülerzahlen sind vorbei. Nach 15 Jahren kontinuierlichem Rückgang kündigt sich ein Schüler-Boom an. 8,3 Millionen Kinder und Jugendliche werden voraussichtlich im Jahr 2025 in Deutschland zur Schule gehen, haben Forscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet. Das sind gut 300.000 Schüler mehr an den allgemeinbildenden Schulen als vor zwei Jahren. Damit erweist sich insbesondere die offizielle Prognose als erheblich zu niedrig: Die Kultusministerkonferenz (KMK) geht bisher für 2025 nur von 7,2 Millionen Schülern aus. Statt demographischer Rendite kommen erhebliche Investitionen auf die Bundesländer zu, weil zehntausende Lehrer und Klassenräume fehlen. weiterlesen

Italian G7 Presidency 2017 - G7 Summit on g7italy.it / Wikimedia Commons - CC BY 3.0 it, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/it/legalcode

Pressemeldung 06.07.2017

Vor dem G20-Gipfel: Wachsender Protektionismus gefährdet die Agenda 2030 der Vereinten Nationen

Gütersloh, 6. Juli 2017. Die Agenda 2030 wackelt: Die Autoren des aktuellen SDG-Index, der jährlich die Umsetzung der globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) misst, fordern von den G20-Staaten ein klares Bekenntnis zur Umsetzung der Agenda 2030. Sie kritisieren vor allem den wachsenden Pro-tektionismus und Nationalismus, der die UN-Ziele gefährdet. Kritisch sehen sie auch die Rolle der Industrieländer: Zum einen hinken die meisten OECD-Staaten bei der Erfüllung der Ziele im eigenen Land hinterher. Zum anderen verursachen Industrieländer durch ihr ressourcenintensives Konsumverhalten, unzureichende Finanzierung der Entwicklungshilfe oder den Schutz von Steueroasen häufig Kosten für Entwicklungs- und Schwellenländer. Dadurch erschweren sie ärmeren Staaten, die ambitionierten Ziele bis 2030 zu erreichen. weiterlesen

Archiv Bertelsmann Stiftung/Hanse Advice, Tallinn

Pressemeldung 29.06.2017

Reinhard Mohn Preis 2017 an Toomas Hendrik Ilves verliehen

Gütersloh, 29. Juni 2017. Der ehemalige estnische Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves (63) hat am heutigen Donnerstag den Reinhard Mohn Preis 2017 zum Thema "Smart Country – Vernetzt. Intelligent. Digital." der Bertelsmann Stiftung erhalten. Ilves nahm die mit 200.000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Liz Mohn entgegen: "Digitalisierung muss jeden Tag aktiv gestaltet werden. Das ist eine Aufgabe, die Gesellschaft und Politik nur im Dialog mit der Wirtschaft lösen können. Ilves hat genau das getan. Das macht ihn zu einem würdigen Träger des Reinhard Mohn Preises." weiterlesen

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Pressemeldung 26.06.2017

Reform des Ruhestands notwendig: Wandel der Arbeitswelt lässt Altersarmut steigen

Gütersloh, 26. Juni 2017. Das deutsche Rentensystem ist nicht ausreichend vorbereitet auf die steigende Zahl von Personen mit flexiblen Arbeitsverhältnissen, unterbrochenen Erwerbsbiographien und geringen Einkommen. Bis 2036 wird das Risiko für Altersarmut weiter steigen. Am stärksten davon betroffen sind alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose. Doch viele der aktuell diskutieren Reformvorschläge können den Trend steigender Altersarmut nicht umkehren, da sie nicht zielgenau auf die Risikogruppen und die Ausbreitung des Niedriglohnsektors eingehen. Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung zur Altersarmut, die auf Grundlage repräsentativer Haushaltsdaten die Alterseinkommen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Altersvorsorge von 2015 bis 2036 prognostiziert. Die Berechnungen haben die Wirtschaftsforschungsinstitute DIW Berlin und ZEW im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. weiterlesen

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Pressemeldung 23.06.2017

Digitale Innovationen werden für die ältere Generation immer wichtiger

Gütersloh, 23. Juni 2017. Die Zahl der Menschen über 65 steigt in Deutschland nach einer Prognose der Bertelsmann Stiftung bis zum Jahr 2030 um 41,5 Prozent an. Diese Generation möchte möglichst lange selbstbestimmt leben können und aktiver Teil der Gesellschaft bleiben – und zwar bis ins hohe Alter. Die Meisten wollen dabei in den eigenen vier Wänden ihren Lebensabend verbringen. Die Innovationen der Digitalisierung werden sie dabei immer besser unterstützen, wie die Studie "Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter" des Instituts für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE-IT im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt. weiterlesen

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Pressemeldung 19.06.2017

Rückenschmerzen: In manchen Regionen wird bis zu 13-mal häufiger operiert als andernorts

Gütersloh, 19. Juni 2017. Operative Eingriffe aufgrund von Rückenbeschwerden nehmen stark zu. Von 2007 bis 2015 stiegen sie um 71 Prozent von 452.000 auf 772.000. Dabei fällt auf, dass bestimmte Rückenoperationen je nach Wohnort der Patienten unterschiedlich häufig durchgeführt werden. Die regional sehr großen Unterschiede haben sich über die Jahre sogar verfestigt. Die Ergebnisse beruhen auf einem neuen Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung, der die Häufigkeit von drei ausgewählten Rückenoperationen in allen 402 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands untersucht hat. Betrachtet wurden die Häufigkeiten von Versteifungsoperationen (Spondylodesen), Entfernungen knöcherner Strukturen am Wirbelkanal (Dekompressionsoperationen) und Bandscheiben-OPs.  weiterlesen