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Gütersloh/Jena, 05.10.2009

KECK: Mehr wissen über die Entwicklung von Kindern

Start des Pilotprojekts KECK in Jena: Neues Informationssystem zeigt Chancen und Risiken von Kindern auf und macht gezieltes Handeln möglich

Kinder spielen und malen auf dem Boden.

Wie sich Kinder in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld entwickeln, lässt sich künftig in Jena auf einen Blick feststellen. Das Informationssystem KECK (Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder) schafft einen neuartigen Überblick für Eltern, Erzieher und politisch Verantwortliche und liefert wichtige Fakten, um Kinder in ihrem sozialen Lebensumfeld gezielt zu fördern. Am Dienstag, den 6. Oktober 2009, fällt in Jena der Startschuss für dieses bundesweit einzigartige Projekt. Träger sind das Land, die Stadt Jena und die Bertelsmann Stiftung. Nach der Pilotphase soll KECK auch auf andere Gemeinden in Thüringen ausgeweitet werden.

Das Projekt will für die Entwicklung wichtige Informationen aus dem Lebensumfeld, den "sozialen Lebensräumen" der Kinder so aufbereiten, dass in einem zweiten Schritt gezielt Bildungsangebote gemacht werden können. "Wir wissen, dass die Kinder in den einzelnen Teilen unserer Stadt unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten haben - mit erheblichen Auswirkungen auf ihre beruflichen und gesundheitlichen Chancen", erläutert Jenas Bürgermeister Frank Schenker. "Um festzustellen, welche Einflüsse maßgeblich sind und um politisch handeln zu können, brauchen wir aussagekräftige Zahlen und Fakten."

Zu diesem Zweck entsteht derzeit zunächst für Jena ein Berichtssystem, das wichtige Informationen über Bildung, Gesundheit, soziale Lage und Entwicklungsstand der Kinder erfasst und öffentlich zugänglich macht. Ab 2011 können sich dann alle interessierten Bürger in einem Online-Atlas über die unterschiedlichen Lebensbedingungen von Kindern informieren. So entsteht eine Grundlage für die bessere Zusammenarbeit der für das Wohl der Kinder Verantwortlichen in Jena.

"Mit KECK schaffen wir ein zukunftsorientiertes Informationssystem", sagt Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Es gibt Auskunft, wie es den Kindern vor Ort tatsächlich geht und woran es mangelt. Damit liefert es das nötige Wissen, um auch korrigierende Entscheidungen zu treffen." Kinder in benachteiligten Stadtteilen brauchen mehr öffentliche Unterstützung, so Dräger: "Letztlich bedeutet dies dann, dass Ressourcen je nach Bedarf auch gezielter und deshalb ungleich verteilt werden müssen." Weiteres Ziel des Projektes sei daher die Entstehung eines kommunalen Netzwerkes, das eine bessere Förderung aller Kinder sichert.

Das Pilotprojekt für Jena soll in ganz Thüringen Schule machen. Das Kultusministerium verspricht sich davon ein besseres Verständnis für die Lage der Kinder in Thüringen insgesamt, erläutert Staatssekretär Kjell Eberhardt: "Die Kommunen bekommen mit KECK ein Informationssystem, das die Verantwortlichen vor Ort bei ihren Entscheidungen unterstützt und so Thüringens Kindern unmittelbar nützt. Wir können erkennen, welche Faktoren den größten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben und deshalb gezielt handeln."

Für die Bertelsmann Stiftung, die das Projekt mit 300.000 Euro unterstützt, ist das Pilotprojekt in Jena ein Schritt zu dem Ziel, die Bildungschancen von Kindern in ganz Deutschland zu verbessern und Bildungsressourcen gezielter einzusetzen. Vorbild ist dabei ein sehr erfolgreicher Atlas zur frühkindlichen Entwicklung in Kanada. Wissenschaftliche Kooperationspartner bei der Entwicklung der Instrumente von KECK sind das Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP) und empirica Bonn.

Hinweis an die Redaktionen:
Die Auftaktveranstaltung zu KECK ist presseoffen. Sie findet am Dienstag, den 6. Oktober 2009, von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr in Jena im Jentower statt. Anmeldungen nimmt Barbara Glasser von der Pressestelle der Stadt Jena (barbara.glasser@jena.de, Telefon 0361/492004) entgegen.


Ansprechpartner
Porträt von Anette Stein Anette Stein
Telefon:
+49 5241 81-81274
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