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Gütersloh, 26.07.2011

Griechenlands Weg aus der Krise?

Experten bewerten das neue Hilfspaket als unvollkommen

Cover Europe  in Dialogue 2/2011
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Publication "European Economic Governance - Impulses for Crisis Prevention and New Institutions"

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds haben sich auf ihrem Sondergipfel am 21. Juli auf ein neues Hilfspaket für Griechenland geeinigt. Private Schuldner übernehmen einen Teil der Last. So kann der Rettungsschirm für Griechenland erweitert werden. Griechenland erhält gemeinsam mit Irland und Portugal zudem Kredite zu niedrigeren Zinsraten, und der Euro-Raum bewegt sich mit seiner Entscheidung hin zu einem System gemeinsamer Schuldverschreibungen. Für viele Beobachter ist damit der richtige Weg aus der Schuldenkrise eingeschlagen.

Doch können diese Maßnahmen allein die Euro-Zone auch vor weiteren Krisen sichern? Die Autoren der aktuellen Ausgabe von "Europe in Dialogue" bezweifeln das. Sie fordern noch weitergehende Neuerungen, um die Eurozone und mit ihr die gesamte EU langfristig gegen Schuldenkrisen und das willentliche Ausscheren einzelner Staaten abzusichern. Die Bertelsmann Stiftung hat fünf renommierte europäische Wirtschafts- und Politikwissenschaftler gebeten, die Lage einzuschätzen und ihre Vorschläge für neue Instrumente und Krisensicherungsmechanismen aufzuzeigen.

Die Vorschläge der Autoren reichen von regelmäßigen volkswirtschaftlichen Kontrollen der Mitgliedstaaten über umfassende Aufsichtsrechte der EU über die Finanzen bis hin zu einer Ausweitung der Stabilisierungs- und Präventionsmechanismen. An einer Neuausrichtung der wirtschaftspolitischen Koordination führt ihrer Ansicht nach kein Weg vorbei.

Die Autoren des Bandes sind Iain Begg von der London School of Economics, Ansgar Belke, Forschungsdirektor für Internationale Makroökonomie am DIW Berlin, Sebastian Dullien, Professor für Internationale Wirtschaft an der HTW Berlin, Daniela Schwarzer von der Stiftung Wissenschaft und Politik und Ramunas Vilipisauskas von der Universität Vilnius.

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass sich wirksame Maßnahmen nur durch eine gewaltige Kraftanstrengung der Politik umsetzen lassen. Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, wie schwierig die Interessen der Staaten in der großen EU auf einen Nenner zu bringen sind. Gleichwohl muss das gemeinsame Interesse am Überleben des Euro, an der Stabilität der Europäischen Union und positiven Wachstumschancen jetzt bei allen im Vordergrund stehen. Der Sondergipfel vom 21. Juli ist dabei ein Hoffnungsschimmer. Doch fordern die Experten mehr tiefgreifende Umbauarbeiten.

Zur Debatte beitragen will die Bertelsmann Stiftung mit der Publikation European Economic Governance - Impulses for Crisis Prevention and New Institutions aus der Reihe "Europe in Dialogue".


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Porträt von Joachim Fritz-Vannahme Joachim Fritz-Vannahme
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Porträt Armando Garcia-Schmidt Armando Garcia Schmidt
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