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Gütersloh, 01.10.2009

Wege aus der Krise

Projektmanagerin Anna Peters über "CSR als strategisches Rüstzeug für die Zukunft"

Statue hält das Euro-Zeichen vor einem Hochhaus in die Höhe.
Fotograf: Christoph Gödan, Osnabrück

In der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise hat ein alt gedienter Begriff Hochkonjunktur wie schon lange nicht mehr: "Verantwortung". Der Ruf nach ihr ist laut und richtet sich besonders an Unternehmen und ihre Geschäftspraxis. Im Jahr eins nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Verstaatlichung der Hypo Real Estate wird von Unternehmen ein neues Bekenntnis zur Verantwortung verlangt. Die Finanz- und Wirtschaftskrise stellt einen erheblichen Bruch dar - sie lässt erkennen, dass "weiter so" wahrscheinlich nicht mehr funktionieren wird. Das vielfach als unumstößlich formulierte Prinzip der Gewinnmaximierung wird in Frage gestellt. Stehen wir tatsächlich vor einem Paradigmenwechsel der Grundprinzipien der Ökonomie?

Dabei geht es nicht so sehr um die Gewinnmaximierung als solche. Unternehmen müssen Gewinne erwirtschaften, um das langfristige Überleben zu sichern. Vielmehr geht es darum, ob die Gewinnmaximierung angestrebt wird, um den Anteilseignern des Unternehmens eine möglichst hohe Rendite zu sichern - was insbesondere bei kurzfristig orientierten Anlegern zu kurzsichtigen Unternehmensentscheidungen führen kann -, oder ob die Gewinnerzielung unter mehrdimensionalen Kriterien verfolgt wird, d. h. sich das wirtschaftliche Handeln an den legitimen Ansprüchen einer größeren Interessengruppe - den Stakeholdern - orientiert.

Dass der "gesellschaftliche Ausgleich" unternehmerischen Handelns nicht mehr nach den gleichen Prinzipien erfolgen kann wie bisher, ist spätestens im Zuge der zunehmenden Globalisierung und der abnehmenden Regulierungsfähigkeit der Nationalstaaten klar geworden. Auch die alte Vorstellung "geht es der Wirtschaft gut, geht es auch der Gesellschaft gut" trägt nicht mehr. Gerade im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise wurden die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste vehement kritisiert.

Nachhaltigkeit ist daher zum Schlagwort für ein "neues" Wirtschaftsmodell avanciert; ein eher systemimmanenter Ansatz, der nicht nur vordergründig die Folgen der aktuellen Finanzkrise adressiert, sondern den Erhalt der langfristigen Rahmenbedingungen erfolgreichen Wirtschaftens: Globalisierung, Klimawandel, Verknappung natürlicher Ressourcen. Die Forderung nach einer nachhaltigen Wirtschaftsweise richtet sich in erster Linie an die Wirtschaft direkt (z. B. durch die Veränderung des Investitionsverhaltens, durch Umstellung der Produktionsverfahren oder Vereinbarung von Branchenstandards), aber auch an den staatlichen Rahmensetzer.

In dem Trendpapier "Wege aus der Krise - CSR als strategisches Rüstzeug für die Zukunft" identifiziert die Bertelsmann Stiftung vier Megatrends, die das zukünftige Handeln deutscher Unternehmen direkt oder indirekt beeinflussen werden. Ausgehend von den Chancen und Risiken werden Aktionsfelder und Maßnahmen aufgezeigt, wie sich Unternehmen mit Hilfe des Ansatzes der Corporate Social Responsibility (CSR) fit für die Zukunft machen und sowohl gesellschaftliche wie auch ökonomische Herausforderungen bewältigen können.


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