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Editorial
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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, wir zählen nur noch wenige Tage bis zum letzten Kalenderblatt dieses Jahres. Anlass genug für einen kurzen Rückblick auf wichtige Entwicklungen in 2009 zu Fragen der frühkindlichen Bildung. Januar: Das Kinderförderungsgesetz befindet sich im ersten Umsetzungsjahr: Bundesmittel für den Ausbau der Angebote für unter Dreijährige stehen in Millionenhöhe bereit. Mehr Qualität bleibt trotz wachsender Angebote eine der großen Herausforderung der nächsten Jahre. März: die UN-Behindertenrechts- konvention tritt in Kraft und verstärkt den Ausbaubedarf für inklusive Bildungsangebote. Ein Thema, dass auch für Kindertageseinrichtungen noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Mai: Kita-Streiks prägen bundesweit die Medienberichterstattung und mobilisieren Erzieherinnen und Eltern - Ende Juli wird eine Tarifeinigung über höhere Gehälter erzielt. August und September: in fünf Landtagswahlen spielt Bildung eine prominente Rolle. Die Qualität der frühkindlichen Bildung bestimmt insbesondere in Brandenburg, Thüringen und Sachsen den politischen Diskurs. Nach öffentlichen Protesten wollen die neuen Regierungen in bessere Personalschlüssel investieren. Oktober: Das im Koalitionsvertrag vereinbarte Betreuungsgeld für Eltern führt bundesweit zu massiver Kritik und entfacht eine breite Debatte über Erziehungs- und Bildungsauftrag von Eltern und Staat. Kaum Beachtung findet hierbei Wissenschaft, die zeigt, dass insbesondere Kinder bildungsferner Elternhäuser von einer guten öffentlichen frühkindlichen Bildung profitieren und zugleich Eltern die wichtigsten Erziehungspartner sind. November: Der bundesweite Bildungsstreik führt Studierende sowie Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Sie fordern bessere Bildungschancen für alle - entlang der gesamten Bildungsbiografie. Nobelpreisträger wie James Heckman geben ihnen Recht: Investitionen in gute frühe Bildung erzielen langfristig nur positive Effekte, wenn auch im weiteren Lebensverlauf in gute Bildung investiert wird. Die ausgewählten Meilensteine des Jahres 2009 zeigen, dass viel passiert ist und die frühe Bildung von Kindern die gesellschaftliche und politische Agenda geprägt hat. Sicher gilt das auch für das kommende Jahr. Die Herausforderungen bleiben groß auf dem Weg zu einem fairen und leistungsstarken Bildungssystem. Vor allem gilt es, die partei- und gesellschaftsübergreifenden Forderungen nach mehr und nachhaltigen Investitionen in Bildung tatsächlich zu realisieren. Das Programm Wirksame Bildungsinvestitionen wird daher auch im kommenden Jahr daran arbeiten, für die Folgen unzureichender Bildung zu sensibilisieren und Transparenz und Faktengrundlagen für eine wirksamere Ressourcensteuerung zu fördern. Ein besonderes Augenmerk werden wir dabei künftig auch auf Fragen der konkreten Gestaltung frühkindlicher Bildung legen. Die deutlich stärkere Beachtung des Bildungsauftrags von Kitas und die Einführung von Bildungsplänen haben in den zurückliegenden Jahren wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der ersten Stufe im Bildungssystem erzielt. Zugleich werden Kindertageseinrichtungen zunehmen auf die Funktion vorschulischer Lernanstalten reduziert. Vor dieser "Schoolification" der frühen Bildung hat der englische Bildungsexperte Peter Moss bereits vor Jahren gewarnt. In Zeiten von PISA, Wirtschaftskrise und zunehmendem globalen Wettbewerb wächst der Druck auf Eltern, Pädagogen und Politik von Anfang an die "richtigen Wege" für lebenslanges Lernen zu ebnen. Die Verlockung wächst, aus bester Überzeugung heraus, diese Wege zu eng und zu zielgerichtet anzulegen. Unser Fokus gilt daher der Frage, wie wir Kinder.Kompetenz.Stärken. können. Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Projekte hierzu auch im kommenden Jahr mit Ihrem Interesse begleiten und unser Engagement auch Ihnen Impulse für Ihre Arbeit liefern kann. Mit herzlichen Grüßen für einen guten Jahresausklang. Anette Stein

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Deutschland verschenkt enormes Wachstum durch schlechte Bildung

Deutschland verschenkt durch seine große Zahl an unzureichend gebildeten Schülern ein enormes Wachstumspotenzial. Die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum summieren sich innerhalb der kommenden achtzig Jahre - der Lebensspanne heute geborener Kinder - auf rund 2,8 Billionen Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die für diesen Bereich neuartige Untersuchung des Bildungsökonomen Ludger Wößmann berechnet dabei die abgezinsten Erträge einer Bildungsreform, welche die Zahl der so genannten "Risikoschüler" deutlich reduziert. Auf diese Weise können erstmals langfristige volkswirtschaftliche Effekte von Bildung beziffert werden.
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Was unzureichende Bildung kostet - Eine Berechnung der Folgekosten durch entgangenes Wirtschaftswachstum

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Ausgewählte Reformvorschläge: Die Zahl der Risikoschüler- und schülerinnen verringen

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Projekt: Folgekosten unzureichender Bildung

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Förderschulen: Hoher Finanzbedarf, wenig Perspektiven für Schüler

2,6 Milliarden Euro pro Jahr geben die deutschen Bundesländer für zusätzliche Lehrkräfte an Förderschulen aus. Trotzdem bleiben 77 Prozent der Förderschüler ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurück auf eine allgemeine Schule. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Untersuchung belegt zugleich anhand von internationalen und nationalen Studien: Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen. Allein in diesen Förderbereich gehen jährlich 800 Millionen Euro.
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Sonderweg Förderschulen

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Projekt: Folgekosten unzureichender Bildung

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Studie: Frühe Bildung fördert Chancengerechtigkeit

Das von der Bundesregierung in der Koalitionsvereinbarung be­schlossene Betreuungsgeld setzt ein falsches Signal für sozial benachteiligte Familien. Die Aus­wertung einer Studie der Bertelsmann Stiftung mit Blick auf das Betreuungsgeld zeigt, dass gerade Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen oder Zuwandererfamilien besonders vom Besuch früh­kindlicher Bildungseinrichtungen profitieren. Internationale Erfahrungen belegen aber, dass die Zahlung eines Betreuungsgeldes oft dazu führt, dass Kinder aus diesen Familien zu Hause bleiben.
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Studie: Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland

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Jena

Startschuss für KECK in Jena

Wie sich Kinder in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld entwickeln, lässt sich künftig in Jena auf einen Blick feststellen. Im Oktober fiel in Jena der Startschuss für das bundesweit einzigartige Projekt KECK. Träger sind das Land, die Stadt Jena und die Bertelsmann Stiftung. Nach der Pilotphase soll KECK auch auf andere Gemeinden in Thüringen ausgeweitet werden.

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Bildung von Anfang an, Prof. Dr. Fthenakis

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Projekt: KECK: Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder

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Heilbronn wird zweite KECK-Modellkommune

Als westdeutsche Kommune beteiligt sich Heilbronn an der Entwicklung von KECK. Die Stadt nutzt das Projekt, um die bereits etablierte Sozialraumorientierung und Berichtssysteme ausbauen zu können. Besonders innovativ wird hier das neue Beobachtungsinstrument - KOMPIK - wirken. Kommunalpolitik kann so erstmals die Entwicklung von Kindern unter Berücksichtigung ihrer Lebenswelten betrachten und auf dieser Basis ganzheitliche Förderansätze entwickeln. Das Büro für Kommunales Bildungsmanagement koordiniert die ämter- und trägerübergreifende Kooperation.

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Projekt: KECK: Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder

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Bertelsmann Stiftung auf der ConSozial

Vom 10.11. bis 12.11. besuchten über 5700 Gäste den 78. Deutschen Fürsorgetag und die ConSozial 2009, die in diesem Jahr gemeinsam in Nürnberg veranstaltet wurden. "Märkte für Menschen: verantworten - gestalten - selbst bestimmen" - zu diesem Titel der Messe präsentierte auch die Bertelsmann Stiftung ihre Projekte im kommunalen Bereich und zum Thema Bildung entlang der gesamten Lebensbiografie. Besonderes Interesse galt neben dem regionalen Internetportal "Wegweiser Kommune" dem neuen Programm "Wirksame Bildungsinvestitionen".

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Programmflyer Wirksame Bildungsinvestitionen

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Fürsorgetag - Consozial

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Länderreport 2009

Seit Juni 2009 sind unter www.laendermonitor.de aktuelle Daten und Fakten zur Bildungsbeteiligung von Kindern bis zum Schuleintritt, zu Investitionen in frühkindliche Bildung und zur Qualität von Kindertageseinrichtungen in Deutschland veröffentlicht. Im Januar 2010 erscheint nun als Printversion der Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme, der diese Daten für jedes Bundesland in einem übersichtlichen Länderprofil aufbereitet. Schwerpunktthema des Länderreports 2009 sind die Personalressourcen, die in den Kitas vorhanden sind. Ausgewiesen werden die Personalschlüssel für verschiedene Gruppentypen sowie differenziert nach Alter der Kinder. Ab Januar liegt der Report erstmals auch als E-Book vor. Vorbestellungen sind ab sofort per E-Mail an sabine.reimann@bertelsmann-stiftung.de möglich.

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Projekt: Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme

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Bestellung: Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2009

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Demographischer Wandel setzt Schulsystem unter Druck

Unter dem Druck des demographischen Wandels wird sich das deutsche Schulsystem in den kommenden 15 Jahren radikal verändern. Bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren von knapp 11 Millionen um rund 2 Millionen auf künftig 9 Millionen zurückgehen. Das zeigt eine aktuelle Prognose der Bertelsmann Stiftung. Unter www.wegweiser-kommune.de können ab sofort erstmals auch bildungsrelevante Daten für alle Kommunen ab 5.000 Einwohnern abgerufen werden.

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Projekt: Wegweiser Kommune

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Viele Grüße aus der Bertelsmann Stiftung,
Anette Stein
Director Programm Wirksame Bildungsinvestitionen

Bertelsmann Stiftung
Carl-Bertelsmann-Str. 256
33311 Gütersloh
Tel: +49 5241-8181583
Fax: +49 5241-81681583
E-Mail: newsletter@wirksame-bildungsinvestitionen.de

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