Berlin/Gütersloh, 05.10.2009
Beratungsbedarf in Gesundheitsfragen nimmt zu
Unabhängige Patientenberater genießen größtes Vertrauen
In der Gesundheitsberatung vertrauen drei Viertel der Bevölkerung (78 Prozent) unabhängigen Einrichtungen der Patienten- und Verbraucherberatung. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor, den die Bertelsmann Stiftung heute bei einer Tagung der Stiftung und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) über die Zukunft der unabhängigen Patientenberatung in Berlin vorstellt. Demnach sind die Nutzer von unabhängigen Beratungseinrichtungen mit 60 Prozent deutlich häufiger zufrieden, als die der anderen Beratungseinrichtungen. Einrichtungen wie die von Krankenkassen, Ärztekammern, Apotheken erreichen in punkto Zufriedenheit nur 43 Prozent und die der staatlichen Einrichtungen nur 30 Prozent.
Zu den unabhängigen Einrichtungen gehören die Verbraucherzentralen (81 Prozent), unabhängige Patientenberatungsstellen (76 Prozent), Selbsthilfegruppen (71 Prozent) und Wohlfahrts- beziehungsweise Sozialverbände (61 Prozent). Jeder Dritte ist der Ansicht, dass diese Stellen besonders kompetent seien (37 Prozent). Vor allem bei finanziellen und rechtlichen Fragen (47 Prozent) sowie bei Fragen zu Erkrankungen und Therapievorschlägen (38 Prozent) stehen sie hoch im Kurs.
Das Vertrauen in die Beratungskompetenz wird offenbar selten enttäuscht: Nur jeder zehnte Befragte hätte sich mehr Unterstützung gewünscht. Fragt man nach Beratungsangeboten, die zukünftig an Bedeutung gewinnen, werden die Organisation der Pflege von Angehörigen (54 Prozent), Widersprüche gegen Bescheide von Krankenkassen (48 Prozent) sowie die Suche nach Adressen guter Behandlungseinrichtungen (36 Prozent) genannt. "Der wachsende Bedarf an inhaltlicher Beratung deutet darauf hin, dass die Patienten Behandlungsvorschläge zunehmend hinterfragen beziehungsweise selbst über die bestmögliche Behandlung ihres Gesundheitsproblems mit entscheiden wollen", interpretiert Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse.
Ein Hinweis auf eine zunehmend kritische Grundhaltung der Patienten und Versicherten könnte die Beobachtung sein, dass die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme einer Beratung steigt, je größer die Skepsis bei der zukünftigen Entwicklung des deutschen Gesundheitswesens ist.
"Der Gesundheitsmonitor belegt das Vertrauen der Bürger in unabhängige Beratung. Diese gilt es auszubauen. Dabei müssen wir sicherstellen, dass die Qualität der Beratung kontinuierlich weiterentwickelt und die Unabhängigkeit auch weiterhin gewährleistet wird", kommentiert vzbv-Vorstand Gerd Billen die aktuelle Erhebung. "Die Patienten und Versicherten wollen informiert werden. Ein gut informierter Patient ist die Voraussetzung für ein qualitäts- und kostenbewusstes Gesundheitssystem." sagt Dr. Brigitte Mohn, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung.















