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Selbstregulierung von Internet-Inhalten

Selbstregulierung von Internet-Inhalten

Wie lassen sich gesellschaftliche Verantwortung, Jugendschutz und Qualität im globalen Netz sichern? Im Rahmen des Projektes "Selbstregulierung von Internet-Inhalten" hat die Bertelsmann Stiftung ein Selbstregulierungssystem mit Verhaltenskodizes für die Internet-Industrie, mit einem Rating- und Filtersystem, mit Internet-Hotlines sowie mit verbesserter Strafverfolgung bei illegalen Inhalten entwickelt.

Jugendschutz und die Sicherung freier Meinungsäußerung sind stets zwei vorrangige medienpolitische Ziele gewesen. Sie bleiben es auch im Internetzeitalter; allerdings müssen im Internet neue Ansätze gefunden werden. Wie lässt sich das Internet medienpolitisch "handhaben"? Schon die Vorstellung, jemand - sei es eine Medienaufsichtsbehörde, eine Regierung oder ein großes Industrieunternehmen - könne das Internet "regulieren", führt in die Irre. Notwendig ist vielmehr eine intelligente Kombination teils etablierter, teils neuer Ansätze auf unterschiedlichen Ebenen:

Die Internetindustrie muss sich flexible, dem technischen Fortschritt folgende und Verantwortung sichernde Regeln geben ("Codes of Conduct"); sie muss Nutzern technische Mittel wie Filter an die Hand geben und Ansprechpartner ("Hotlines") bereitstellen, die Nutzer beraten und Probleme aufgreifen.

Der Staat stellt mit der Verfolgung illegaler Netzinhalte und seiner zentralen Bildungsaufgabe Grundpfeiler des Systems. Die Schlüsselrolle aber kommt dem einzelnen Bürger, dem einzelnen Nutzer zu.

Im Internetzeitalter müssen wir neue Regulierungsmechanismen entwickeln. Wir müssen tradierte Regulierungen in Frage stellen, oftmals auf sie verzichten und statt dessen dem einzelnen Nutzer Schutz- und Selektionsmechanismen an die Hand geben. Die neuen Mechanismen erfordern genauestes Design und bereits bei der Konzeption ein hohes Maß an Abstimmung: Wie kann ein Filtersystem für problematische Inhalte im Internet sowohl das Recht auf Informationsfreiheit berücksichtigen als auch jene ebenso berechtigten Sorgen von Eltern und Lehrern, die Kinder nicht allen Inhalten aussetzen möchten? Wie kann dieses System angesichts des grenzenlosen Mediums Internet so konzipiert werden, dass es interkulturell einsatzfähig ist? Nicht zuletzt zu diesen Fragen -vom Grundsätzlichen bis zum Aufbau im Detail -wurden im Rahmen des Projekts Lösungsansätze entwickelt.

Eine erste Umsetzung erfahren diese Ansätze im kostenlosten Filtersystem der Internet Content Rating Association (ICRA), das - von der Bertelsmann Stiftung mitgestaltet - seit Frühjahr 2002 zur Verfügung steht. Es bietet vielfältige Möglichkeiten zur Selbstregulierung und beruht auf der Selbstklassifizierung der Content Provider. Zusätzlich kann der Nutzer auf Negativ- und Positivlisten zugreifen.

Im Laufe des Jahres 2000 richtete die Bertelsmann Stiftung zudem mehrere Workshops zu Fragen der Implementierung der Lösungsansätze aus:

"Internet Hotlines als Evaluierungsinstanzen"

"Verhaltenskodizes"

"Filtersysteme"

"Internet-Verantwortung an Schulen"


Ansprechpartner
Henke2 Andreas Henke
Telefon:
+49 5241 81-81129
Projektteam

Bettina Meier

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