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Unternehmen

Innovation und Erfolg für familienfreundliche Unternehmen

Eine Frau am Arbeitsplatz mit einem Foto ihres Kindes.

Von Liz Mohn

Folgt man den Ergebnissen der Befragung "Perspektive für Deutschland" (2003) des "Stern", so wünschen sich die Frauen in der Bundesrepublik ein bis zwei Kinder - durchschnittlich exakt 1,78 Kinder, so der Wunsch der Befragten. Mit einer Geburtenrate von durchschnittlich 1,3 Kindern liegt die Bundesrepublik jedoch in der Realität noch unter dieser Zahl und damit im Vergleich zu den wichtigsten Industrie-Nationen am unteren Ende der Skala. Wie kommt es dazu? Sind die politischen Weichenstellungen für die Familie falsch? Welche Verantwortung können Unternehmen und Kommunen bei der Gestaltung von Familienfreundlichkeit und Frauenförderung übernehmen? Dass durch Erziehungszeiten ein Bruch in der Karriere entsteht, ist seit Jahrzehnten bekannt.

Die Gründe für den Rückgang der Geburtenrate in der Bundesrepublik sind mannigfaltig und können nicht auf einen Parameter reduziert werden. Viel zu komplex und umfangreich sind heute Anforderungen und Ansprüche an eine Balance von Familie und Beruf.

Umdenken erforderlich
Nur elf Prozent der deutschen Führungspositionen sind von Frauen besetzt - die Spitzenpositionen sogar nur von nicht einmal vier Prozent. Die Erwerbsquote von Frauen liegt im Vergleich zu skandinavischen Ländern mit ca. 63 Prozent mehr als zehn Prozentpunkte niedriger. 44 Prozent der Hochschulabsolventinnen bis 40 Jahre werden keine Kinder mehr bekommen - von der Zunahme des Single-Daseins insgesamt sowie der zunehmenden Scheidungsrate in unserer Gesellschaft ganz zu schweigen.

Den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik scheinen die Konsequenzen dieser Entwicklung noch wenig bewusst. Nicht zuletzt der demographische Wandel mit der Umkehr der Alterspyramide und die Vernachlässigung der Balance von Familie und Beruf und der Förderung von Frauen am Arbeitsplatz werden uns zu einem dramatischen Umdenken zwingen.

Der Rückgang des Erwerbspersonen-Potenzials wird nicht allein durch Migrationen aufzufangen sein, sondern bedarf auch der Erhöhung der Frauenerwerbsquote in unserem Land. Hier müssen sowohl die Verantwortlichen in der Wirtschaft als auch in der Politik die entsprechenden Weichenstellungen vornehmen. Finanzielle Anreize des Staates werden den Anforderungen der Menschen an ein sinnerfülltes Leben und ihrem Selbstverständnis als respektierte Arbeitnehmer nicht mehr gerecht. Wir benötigen ausreichend Arbeitsplätze, in denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Priorität besitzt.

Sollte es nicht für eine hoch entwickelte Volkswirtschaft wie der Bundesrepublik möglich sein, entsprechende Arbeitsplatzangebote über Arbeitszeitflexibilisierungen, Betreuungsangebote etc. zu ermöglichen? Haben nicht längst Teilzeit- und Telearbeit verdeutlicht, dass sie nicht Arbeitsplätze zweiter Klasse sind, sondern im hohen Maße Motivation, Identifikation und Leistungsvermögen steigern können?

Familienfreundliche Unternehmenskultur lohnt sich
Die Förderung der Balance von Familie und Beruf sowie die Förderung von Frauen in der Wirtschaft lohnen sich. Diese Tatsache ist wichtig: Eine Prognos-Erhebung zeigt, dass sich entsprechende Maßnahmen auch für das Unternehmen rechnen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Teil der gesellschaftlichen Verantwortung, allen Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft - die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und Sinnerfüllung in der Arbeitswelt zu geben. Ob ganztags oder in Teilzeit: Die Beschäftigung für Frauen ist Teil einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur.

Mehr denn je werden wir in der Zukunft - zur Sicherung der Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft - die Kompetenzen von Frauen benötigen. Es ist für ein Land, das auf das Wissen als wichtigstes Kapital angewiesen ist, unerlässlich, diese Fähigkeiten und Kenntnisse zu nutzen. Daher haben Frau Bundesministerin Renate Schmidt und ich die Allianz für eine stärkere Balance von Familie und Beruf ins Leben gerufen. Ziel ist es, neben der Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen und der zeitgemäßen Gestaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen auch Pilotprojekte für eine familienfreundliche Unternehmenskultur zu evaluieren.


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