Lösungen für globale Probleme
Zehnter Salzburger Trilog in Salzburg
Globale Herausforderungen brauchen globale Antworten. Über eine weltweite Ordnungspolitik diskutierten auf dem zehnten Salzburger Trilog 29 Politiker, Ökonomen und Wissenschaftler aus 16 Ländern. Dabei orientierten sie sich vor allem an Themen wie: Umweltschutz, Finanzmarktregulierung und Sicherheit. Im Vordergrund des Triloges stand daher die Forderung, Staaten müssten sich stärker auf eine globale Ordnungspolitik ausrichten.
Ist die wirtschaftliche und technologische Globalisierung seit vielen Jahrzehnten längst Realität geworden, so steckt jede Politik, die über nationale Interessen hinausgeht, in den Kinderschuhen. Nationale Interessen und Wahlen dürften diesem Prozess keine Rückschläge erteilen.
Nach den Worten des österreichischen Außenministers und Vizekanzlers Michael Spindelegger habe man es erneut versäumt, die jüngsten Katastrophen zum Anlass zu nehmen, um Neuerungen zu erreichen. Jetzt brauche man Persönlichkeiten und eine Allianz der Willigen aus Zivilgesellschaft und NGOs. Es sei erschreckend, wie stark nationale Interessen immer noch die globale Agenda bestimmten, so Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO. Die Weltwirtschaft verlange neue Rahmenbedingungen. Die Zeiten billiger Ressourcen und fossiler Energieträger seien ebenso vorbei, wie die Dominanz westlicher Wirtschaftsmächte gegenüber anderen Staaten.
Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung in Deutschland und Österreich im August hatte gezeigt, dass für neun von zehn Befragten die Weltwirtschaft internationale Regeln erfordert. Nur so kann eine ungehemmte Ausbeutung von Ressourcen oder eine erneute weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise verhindert werden. Die Mehrheit ist jedoch skeptisch, dass solche Regeln tatsächlich verbindlich vereinbart werden.
Die Konferenzteilnehmer plädierten für die Entwicklung einer Charta für nachhaltiges Wirtschaften: "Eine global nachhaltige Entwicklung braucht neue Grundlagen. Wir müssen uns anstrengen und darüber nachdenken, welche Normen dies sein könnten", argumentierte Kandeh Yumkellah, Generaldirektor der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO). Diese lassen sich nicht von oben vorgeben, sondern müssten aus den Zukunftserwartungen und Weltanschauungen der Menschen weltweit abgeleitet werden, wie der französische Anthropologe Marc Abélès bemerkte.
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