Projekte

Policy Brief "Zukunft Soziale Marktwirtschaft"
* ist eine Publikation des gleichnamigen Projektes der Bertelsmann Stiftung. Mit diesem mehrjährigen Projekt will die Bertelsmann Stiftung zu einer Wiederbelebung der Sozialen Marktwirtschaft beitragen, ihre Leitlinien und Prinzipien modernisieren und sie als zukunftsfähige Ordnungsidee auch in die europäische und globale Dimension einbringen.
* ist eine kritische Stellungnahme zu aktuellen Themen und Ereignissen rund um Fragen der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, Europa und der Welt. Jährlich erscheinen sechs bis acht Ausgaben in unregelmäßigen Abständen. Je nach Kontext werden sie auf Deutsch oder Englisch veröffentlicht. Für die Inhalte der Policy Briefs sind die jeweiligen Autoren verantwortlich.
Aktuelle Policy Briefs
Wirtschaftliche Vorteile der Euro-Mitgliedschaft für Deutschland
Deutschland profitiert in erheblichem Maße vom Euro. Die Mitgliedschaft in der Währungsunion reduziert die Kosten des internationalen Handels und schützt zudem vor starken Wechselkursschwankungen. Selbst wenn Deutschland einen Großteil seiner Forderungen abschreiben müsste, die es aufgrund der verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen gegenüber den stark verschuldeten Staaten Südeuropas hat, überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile aus der Währungsunion nach wie vor. Eine Rückkehr zur D-Mark wäre daher selbst bei einer rein wirtschaftlichen Betrachtung schädlich.
Nachhaltigkeit und Solidarität - Grundgedanken einer neuen Finanzverfassung
Eine föderale Finanzverfassung mit bundesstaatlichem Fi-nanzausgleich ist und bleibt unverzichtbar. Nur auf diesem Weg lassen sich die in der Bundesrepublik großen regionalen ökonomischen Unterschiede ausgleichen und öffentliche Aufgaben flächendeckend finanzieren. Das geltende System der föderalen Finanzverfassung weist strukturelle Mängel auf. Sie betreffen sowohl die Kriterien der Steuerverteilung, die Ausgestaltung der Schuldenbremse als auch die Rolle der Kommunen. Die Finanzverfassung muss ab 2020 neu gestaltet werden. Ziel ist es, die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen nachhaltig zu konsolidieren und einen modernen Sozialstaat zu sichern.
Wirtschaftliche Folgen eines Euro-Austritts der südeuropäischen Mitgliedsstaaten
Ein Staatsbankrott in Griechenland inklusive eines Austritts Griechenlands aus dem Euro wäre für sich genommen für die Weltwirtschaft ökonomisch verkraftbar. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Kapitalmärkte dann auch Portugal, Spanien und Italien das Vertrauen entziehen und es dort ebenfalls zu Staatsbankrotten kommt. Die Weltwirtschaft würde dadurch in eine tiefe Rezession fallen. Bis 2020 würden die 42 wichtigsten Volkswirtschaften Wachstums-einbußen in Höhe von insgesamt 17,2 Billionen Euro erleiden. Die internationale Staatengemeinschaft sollte daher einen Staatsbankrott und Euroaustritt Griechenlands verhindern, um die damit verbundenen möglichen Dominoeffekte zu vermeiden.
Maastricht 2.0 - Vorschlag für eine neue Verschuldungsregel
Die gegenwärtigen Verschuldungsregeln der Europäischen Union behandeln alle Länder gleich. Der hier skizzierte Vorschlag der Bertelsmann Stiftung und Prognos AG für eine Reduzierung der Staatsschulden berücksichtigt länderspezifische Gegebenheiten, ohne dabei willkürlich zu sein. Diese Schuldenregel ist nach vorliegenden Berechnungen wachstumsfreundlicher als die europäische Schuldenbremse. Bis zum Jahr 2030 addieren sich die realen Wachstumsgewinne gegenüber der euroäischen Schuldenbremse auf mehr als 450 Milliarden Euro. Wegen der besonders intensiven wirtschaftlichen Verflechtung mit den übrigen EU-Ländern profitiert Deutschland am stärksten von der neuen Regelung, weil das Wirtschaftswachstum in den Partnerländern günstiger ausfällt.
Die Vermessung der modernen sozialen Marktwirtschaft
Der „Index moderner sozialer Marktwirtschaften" (MSMW-Index) definiert und misst die Eigenschaften der modernen sozialen Marktwirtschaft im internationalen Vergleich. Im Gegensatz zu anderen Indizes, die die Wirtschaftsleistung messen, setzt der MSMW-Index bei den Institutionen und messbaren Indikatoren an im Hinblick auf die Konstruktion und Beurteilung moderner Marktwirtschaften. Unter ande-rem könnte der Index die Europäische Union dahingehend anleiten, dass sie die „wettbewerbsfähige soziale Marktwirt-schaft" erreicht, die sie im Vertrag von Lissabon als ihre ge-wünschte Wirtschaftsordnung bezeichnet.
Nachhaltig Wirtschaften - ganzheitliche Strategien und Prinzipien
Eine Gesellschaft wirtschaftet nachhaltig, wenn sie die langfristige Stabilität und Leistungsfähigkeit der ökologischen, politisch-sozialen und ökonomischen Systeme sicherstellt. In der Vergangenheit wurden Nachhaltigkeitsprobleme in der Regel nur separat angegangen, so dass die Auswirkungen einzelner Maßnahmen auf andere Aspekte eines umfassenden Nachhaltigkeitsaspekts vernachlässigt wurden. Die Herausforderung besteht in einer ganzheitlichen Strategie für nachhaltiges Wirtschaften, welche die Interdependenzen zwischen den verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekten berücksichtigt und nciht versucht, einzelne Nachhaltigkeitsprobleme auf Kosten anderer Aspekte zu lösen.
Gesetzliche Rente, demographischer Wandel und öffentliche Finanzen
Der demographische Wandel hat unmittelbare Effekte für die Systeme der sozialen Sicherung - insbesondere für Alter, Krankheit und Pflegebedürftigkeit -, die sich auch auf die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen insgesamt auswirken. Die Rentenpolitik muss daher mit Rücksicht auf die zukünftigen finanzpolitischen Handlungsspielräume betrieben werden und an bereits ergriffenen Reformen wie dem Übergang zur "Rente mit 67" strikt festhalten. Nur unter dieser Bedingung kann die Finanz- und Wirtschaftspolitik umgekehrt die nötigen Spielräume dafür schaffen, dass das Rentensystem den demographisch bedingten Ausgabenanstieg bewältigt.
Policy Brief: Auf dem Weg zu einer modernen Arbeitsmarktpolitik
Das deutsche Jobwunder hat auch Schattenseiten. Obwohl die Arbeitslosenzahl unter drei Millionen gesunken ist und die Beschäftigungsquote die Marke von 70 Prozent übersprungen hat, haben für viele Arbeitnehmer die Unsicherheiten in den letzten zehn Jahren zugenommen. auf der Suche nach einer Erklärung stößt man schnell auf die arbeitsmarktpolitische Kehrtwende im Zuge der Hartz-Reformen von 2003 bis 2005. Aus der teuren am Status orientierten Stilllegungspolitik sollte eine moderne Inklusions- und Mobilisierungspolitik werden. Wie nachhaltig dieser Weg inzwischen beschritten ist, kann mit Blick auf die Wirkung und Akzeptanz ausgewählter auf Aktivierung ausgerichteter Aspekte eruiert werden.
Policy Brief: Stellschraube Migration: Demographische Projektionen und ihre Implikationen
Die Alterung der Wohnbevölkerung stellt eine enorme Herausforderung für die Gesellschaft dar. Umfang und Struktur der künftigen Migration erweisen sich jedoch als Stellschrau-be, um die erwartete Alterung in Deutschland spürbar abzumildern. Migration verjüngt die Bevölkerung nicht nur in Abhängigkeit von der Höhe des unterstellten Wanderungssaldos. Auch das Niveau der Brutto-Wanderungen, die Altersstruktur und der Frauenanteil der Zuwanderer können den absehbaren Anstieg des Altenquotienten dämpfen und auf Dauer sogar umkehren.
Policy Brief: Gesellschaftliche Alterung – eine unterschätzte ökonomische Herausforderung
Die Alterung der Gesellschaft hat nicht nur Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme, sondern auch für zentrale makroökonomische Größen wie z. B. das Wirtschaftswachstum. Bisher gehen Langfristprognosen davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland bis 2050 jedes Jahr weiter wächst. Berechnungen zum Einfluss der Altersstruktur einer Gesellschaft auf deren wirtschaftliche Entwicklung zeigen jedoch, dass die ökonomischen Konsequenzen der Alterung systematisch unterschätzt werden. Bei unveränderten Rahmenbedingungen ist in Deutschland ab Mitte der 2020er Jahre sogar mit einem Rückgang des BIP zu rechnen.
Policy Brief: Zukunftsmodell Soziale Marktwirtschaft
Eine gute Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zeichnet sich dadurch aus, dass sie teilhabegerecht, nachhaltig und generationengerecht ist. Globale Megatrends wie der de-mographische Wandel, die ökonomische Globalisierung und der Klimawandel machen es perspektivisch immer schwerer, diese Vision in Deutschland zu realisieren. Die Prinzipien der vor rund 60 Jahren entwickelten Sozialen Marktwirtschaft stellen ein stabiles Fundament dar, das als Ausgangspunkt zur Bewältigung der globalen Herausforderungen dienen kann. Um den geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden, ist es jedoch erforderlich, die Prinzipien und ihre Ausgestaltung zu modifizieren.
Nach der Krise ist vor der Krise – Was schützt uns vor dem nächsten Mal?
Deutschland hat die globale Wirtschaftskrise schneller als erwartet überwunden. Entscheidende Ursachen hierfür waren – neben dem Anspringen der Weltwirtschaft – die staatlichen Konjunkturpakete und Rettungsschirme, die Lohnzurückhaltung sowie das Zurückstellen parteitaktischer Interessen hinter sachpolitisch gebotene Lösungen. Dennoch ist die Weltkonjunktur nach wie vor labil, sodass neue wirtschaftliche Krisen drohen, z. B. Spekulationsblasen, Staatspleiten oder Währungskriege. Eine Stärkung der Instrumente, die uns erfolgreich durch die vergangene Wirtschaftskrise brachten, ist daher dringend geboten.
Das Soziale sozialer Marktwirtschaften – Gerechtigkeit in Europa
Soziale Marktwirtschaft hat ihre bisher größte Krise zu bewältigen – sie ist nicht nur Teil der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern auch selbst in eine tiefe (Vertrauens-)Krise gerutscht. Für die einen stellt sich die 'soziale Frage' neu – für andere die Frage nach dem 'Sozialen' sozialer Marktwirtschaften. So oder so sind Soziale Gerechtigkeit und Teilhabe Kernanforderungen an ein zukunftsfähiges Wirtschafts- und Sozialmodell. Sie beinhalten zentrale Zieldimensionen wie Armutsprävention und Inklusion, welche als gesellschaftspolitische Handlungsperspektiven auch im internationalen Vergleich überprüfbar sind.
Globale Leistungsbilanz-ungleichgewichte – China-Bashing ist keine Lösung
Die Diskussion um die globalen Leistungsbilanzungleichge-wichte gewinnt derart an Schärfe, dass bereits von einem globalen Währungskrieg gesprochen wird. Viele sehen in einer schnellen Yuan-Aufwertung das Allheilmittel zum Ab-bau aller Handelsungleichgewichte. Dieser Ansatz birgt je-doch die Gefahr eines weltweiten Wirtschaftsabschwungs in sich. Zudem ändert eine abrupte und massive Yuan-Auf-wertung nichts an der hohen amerikanischen Konsumnach-frage und an den Exportüberschüssen der asiatischen Schwellenländer. Die globalen Leistungsbilanzungleichge-wichte lassen sich nur durch einen Maßnahmenmix abbau-en, bei dem Defizit- und Überschussländer gefordert sind.













