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Gütersloh, 03.12.2009

Vergesst Kopenhagen!

Die EU und der Klimawandel

Versteppung - abgestorbene Bäume in der Wüste

Am 7. Dezember 2009 beginnt in Kopenhagen die Klimakonferenz, auf der eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll gefunden werden soll. Bereits jetzt ist klar, dass die Aussichten auf einen erfolgreichen Kopenhagener Gipfel mehr als schlecht sind.

Dass der Klimawandel ein echtes Problem ist, ist spätestens seit dem Nobelpreis 2007 für das International Panel on Climate Change und Al Gore weltweit ins Bewusstsein gedrungen. Dennoch gelingt es der internationalen Gemeinschaft nicht, globale Lösungen und Ansätze zu finden und umzusetzen. Für alle verbindliche Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen sind dringend nötig - und doch scheinbar unerreichbar in einer Welt, deren Wirtschaftssystem auf Wachstum beruht.

Trübe Aussichten für Kopenhagen aber sind kein Grund für Europa, sich auf Erreichtem auszuruhen. So argumentieren Barbara Kunz und Daniela Röß von der Bertelsmann Stiftung in der aktuellen Ausgabe des "spotlight europe". Sie beschäftigen sich mit den Voraussetzungen und Chancen des Kopenhagener Klimagipfels. Ihr Blick erfasst die wissenschaftliche Debatte ebenso wie die politische Entwicklung seit Annahme des Kyoto-Protokolls im Dezember 1997. Europa ist im Vergleich zu vielen anderen Regionen der Welt vorbildlich, was den Schutz des Klimas betrifft. Das bedeutet jedoch nicht, dass kein Verbesserungspotenzial mehr existiert. Wie beispielsweise die Konjunkturprogramme als Reaktion auf die Wirtschaftskrise nur allzu deutlich gezeigt haben, ist auch in Europa der (ökologische) Nachhaltigkeitsgedanke keineswegs maßgeblich für alle politischen Entschlüsse und Maßnahmen. Hier kann - und muss - Europa deutlich besser werden. Auf Kopenhagen zu warten, wäre lediglich scheinheilig: Nachhaltige Politik ist auch ohne ein globales Klimaabkommen möglich. Daher muss die Losung heißen: Vergesst Kopenhagen, nehmt den Klimawandel als solchen ernst!

Dass solch globale Abkommen momentan unerreichbar erscheinen, ist bedauernswert. Aber auch ohne globale Regelungen kann Europa viel tun, von der Förderung von Forschung und Entwicklung bis hin zu einer Vorreiterrolle bei der Unterstützung von Entwicklungsländern bei ihrer Anpassung an bereits jetzt irreversible Folgen des Klimawandels. Nicht zuletzt sollte Europa auch die Möglichkeiten transatlantischer Kooperation nutzen, die sich aus der aufgeschlosseneren Haltung der Obama-Regierung ergeben.


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