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Gütersloh, 24.04.2009

Muslimische Migranten sind religiös und interessiert an religiöser Bildung

Gebet in einer Moschee.

Mehr als 90 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime zwischen 18 und 29 Jahren sind religiös, davon rund die Hälfte sogar hochreligiös. Drei Viertel der 18 bis 29-jährigen Muslime in Deutschland haben ein ausgeprägtes Interesse daran, mehr über religiöse Themen zu erfahren. Dies sind Ergebnisse des "Religionsmonitors", einer repräsentativen Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, zur muslimischen Religiosität in Deutschland.

Die Sonderstudie "Muslimische Religiosität in Deutschland" fußt auf einer repräsentativen Befragung unter 2.007 in Deutschland lebender Muslime im Alter von über 18 Jahren. Religiöse Erziehung, Interesse an Religion und die Vermittlung von Wissen über den Islam bilden damit wichtige Bestandteile in den Lebenswelten junger muslimischer Erwachsener in Deutschland.

Dr. Martin Rieger, Leiter des Programms "Geistige Orientierung" der Bertelsmann Stiftung: "Personen mit Migrationshintergrund haben eine überdurchschnittliche religiöse Identität und Affinität zur religiösen Bildung und Praxis. Dies gilt nicht nur für Muslime. Andere Studien bestätigen, dass dies auch für Christen mit Migrationshintergrund zutrifft. Auch für sie hat die eigene Religiosität einen besonderen Stellenwert."

Über den Religionsmonitor: Der Religionsmonitor ist ein neues, interdisziplinäres und interreligiöses Befragungsinstrument der Bertelsmann Stiftung. Anhand von über 100 Befragungspunkten wurden über 21.000 Personen in 21 Ländern zu ihrer Religiosität und Spiritualität befragt. Untersucht werden insgesamt sechs Kerndimensionen von Religion und Glauben: Interesse an religiösen Themen, persönlicher Glaube an Gott oder etwas Göttliches, öffentliche und private religiöse Praxis, religiöse Emotionen und die Alltagsrelevanz von Religiosität. Die Ergebnisse werden in einem Zentralitätsindex verdichtet, aus dem sich eine Zuordnung in Hochreligiöse, Religiöse und Nichtreligiöse ergibt. Aus dem gewonnenen Datenmaterial können umfangreiche Befunde über die Bedeutung von Religiosität für die Individuen und ihre Lebensbereiche gewonnen und Aussagen über gesellschaftliche Dynamiken getroffen werden. Analysen und Kommentare zum Religionsmonitor gibt die neu erschienene Fachpublikation "Woran glaubt die Welt?" (Verlag Bertelsmann Stiftung. Gütersloh, 2009).


Publikation
Cover: Woran glaubt die Welt?

Woran glaubt die Welt?

Die Bertelsmann Stiftung hat mit Hilfe von Religionswissenschaftlern, Soziologen, Psychologen und Theologen ein Instrument entwickelt, das die verschiedenen Dimensionen von Religiosität in der modernen Gesellschaft tiefergehend als bisher untersucht: den Religionsmonitor.

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